Gutes Gemüse

26. Mai 2018 22:41; Akt: 26.05.2018 22:41 Print

Dieses Superfood kannst du selber anbauen

Beim Thema Superfood denken die meisten an Exoten wie Chia, Goji und Moringa. Dabei haben es auch heimische Produkte drauf.

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Gojibeeren werden als Superfood verkauft. Doch sie sind – wie viele der als besonders gut für die Gesundheit geltenden Produkte – mit Vorsicht zu geniessen. Laut dem deutschen Lebensmittelchemiker Udo Pollmer gehören sie sogar Viele der angesagten Lebensmittel stehen zudem auch wegen ihrer Energiebilanz in der Kritik. So zum Beispiel die Avocado. Auf Superfood muss deswegen aber niemand verzichten, denn man kann seiner Gesundheit auch mithilfe heimischer Lebensmittel Gutes tun. Welches Gemüse laut Ernährungsberaterin Beatrice Conrad-Frei besonders ratsam ist und wie du es selber anbauen kannst, erfährst du in den folgenden Bildern. sind reich an Mineralstoffen wie Kalzium, Phosphor, Kalium, Magnesium und Eisen sowie den Vitaminen der B-Gruppe, Vitamin C und Folsäure. Zudem hat ihr Farbstoff – Betanin – eine antioxidative Wirkung. Dank ebenfalls enthaltener Nitrate senkt Randensaft auch den Blutdruck. Wer die roten Knollen selbst anbauen möchte, braucht weder viel Erfahrung noch einen Garten. Ein Balkon und humusreicher Lehmboden (aus dem Garten-Center) reichen aus. Randen können entweder vorgezogen oder direkt ins Beet gesät werden. Auch punkto Wasser und Dünger sind sie unkompliziert. ist nicht nur reich an Vitamin C, sondern auch ein guter Kalzium-, Kalium- und Folsäurelieferant. Alle drei Stoffe sind gut für Knochen, Zellen und das Nervensystem. Weiter enthält Rucola Betacarotin, was mit einem verringerten Risiko für Herz-Kreislauf und Krebserkrankungen in Verbindung gebracht wird. Auch für den mehrjährigen und winterharten Rucola braucht es bloss einen Balkon, sandigen Boden und viel Sonne. Ist das gegeben, braucht es noch nicht einmal Dünger. Die Rauke, wie die Pflanze auch genannt wird, wächst rasch. Bei idealen Bedingungen kann sie bereits nach vier bis sechs Wochen geerntet werden. enthalten neben Vitamin C und Nährstoffen wie Kalium, auch Lycopin. Der Farbstoff, der zu den Carotinoiden zählt, kann Stoffwechsel-, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs vorbeugen und das Schlaganfall-Risiko senken. Zudem soll er vor Sonnenbrand schützen. Wichtig: Lycopin wird aus verarbeiteten Tomaten besser verwertet, deshalb sollte man Tomaten nicht nur roh essen. Tomaten machen sich prima auf dem Balkon und im Garten. Allerdings sollten sie erst nach den Eisheiligen an die frische Luft, wenn die Gefahr von Bodenfrost gebannt ist. Sie mögen es sonnig und benötigen viel Wasser. Auch müssen sie immer aufgebunden und vor Regen geschützt werden. enthält kaum Kalorien, dafür jede Menge gesunde Inhaltsstoffe wie die Mineralstoffe Kalium, Calcium, Phosphor, Eisen, Zink und Natrium sowie Vitamine wie B1, B2, B6, E und Ascorbinsäure (Vitamin C). Weiter ist er reich an Glucosinolaten, die unter anderem antibiotisch wirken. Wer Broccoli selbst anbauen will, braucht nährstoffreichen Boden, der gut Wasser speichern kann. Auch auf ausreichend Kalk in der Erde sollte geachtet werden. Im Herbst sollte der Boden zusätzlich mit sogenanntem Algenkalk versorgt werden. Geerntet werden kann, wenn die Blume gut ausgebildet, die Blütenröschen aber noch geschlossen sind. Auch die anderen Kohlarten – – stehen dem Broccoli in nichts nach: Sie sind reich an Vitamin C und das in gleichem Masse wie Zitrusfrüchte. Punkto Anbau hat jede Kohlart ihre eigenen Anforderungen. Ein Beispiel: Während Kohlrabi einen Abstand von rund 30 Zentimetern zur nächsten Pflanze braucht, gedeiht Weisskohl am besten bei doppelt so viel Abstand. Beim Rotkohl sind es dagegen lediglich 40 bis 50 Zentimeter. Rohe sind giftig, gekocht liefern sie dem Körper jedoch gute Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente. Zu nennen sind besonders Kalium, Magnesium, Zink sowie Vitamin C und die B-Vitamine. Zudem beeinflussen die enthaltenen Phytoöstrogene (hormonähnlichen Pflanzenstoffe) die Blutfettwerte und somit das Herz-Kreislaufsystem positiv. Die Anbaubedürfnisse variieren je nach Bohnenart minimal. Für Stangenbohnen gilt auf jeden Fall, dass sie ab den Eisheiligen bis Ende Juni ausgesät werden können, und dass sie viel Wasser benötigen. schmeckt bitter und das ist gut so. Denn der dafür verantwortliche Bitterstoff Lactucopikrin wirkt appetitanregend und verdauungsfördernd, da er den Speichelfluss und die Magensaftsekretion anregt sowie gallen- und harntreibend wirkt. Der Radicchio stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. Das erklärt, warum er vor allem einen warmen und sonnigen Standort braucht. Er ist eigentlich ganz unkompliziert, allerdings sollte er weder neben anderen Korbblütlern noch neben Petersilie, Sellerie oder Radieschen angebaut werden. – oder Federkohl – gilt als eines der gesündesten Lebensmittel der Welt. Er enthält Vitamin A, Vitamin C und Vitamin K, Folsäure, Kalzium, Kalium, Magnesium, Omega-3-Fettsäuren und viele Ballaststoffe. Wer das Wundergemüse selbst wachsen sehen will, bekommt die Setzlinge in der Gärtnerei. Direkt nach dem Pflanzen sollte er gut gegossen werden. Wichtig ist in den ersten Tagen auch, Ausschau nach Schnecken zu halten. Danach muss man die Erde rundherum hin und wieder mal hacken und düngen. Das ist besonders für seinen hohen Betacarotingehalt bekannt, doch auch punkto Vitamin-A haben Karotten die Nase ziemlich weit vorne. Beide Stoffe wirken positiv auf die Sehkraft und das Immunsystem. Rüebli mögen sandig-lehmigen Boden, Sonne und hin und da auch Wind. Letzterer hilft, Schädlinge wieder los zu werden. Im März gesäte Frühkarotten sind ab Mai erntereif. Sorten für die Sommer-Ernte müssen im April ins Beet. Wer auch im Herbst und Winter Rüebli essen will, kann im August nochmals säen. Wie alle Zwiebelgewächse enthält auch Sulfide. Diese Duft-und Aroma­stoffe verleihen ihm den typischen Geruch und senken das Risiko für bestimmte Krebserkrankungen und schützen dank ihrer blutdruck- und cholesterinsenkenden Wirkung die Blutgefässe. Knoblauch ist einfach selbst anzubauen: Die Zehen werden im Februar und Oktober gesteckt, wobei spezielle Saatzehen verwendet werden. Weisser Knoblauch wird im Herbst angebaut, der rosa Knoblauch wird im Frühling in die Erde gesetzt. Ideal ist ein relativ leichter, kalkhaltiger Boden. schmeckt nicht nur gut, sondern beeinflusst auch die Gesundheit positiv. Dafür sorgen Vitamin C, Vitamin A, Kalzium, Kalium, Senföle und Carotinoide. Sein hoher Vitamin-C-Gehalt unterstützt das Immunsystem und fördert die körperliche Vitalität. Um Kresse anzubauen braucht es nicht viel – noch nicht einmal einen besonders grünen Daumen oder spezielle Keimschalen. Es reicht auch einfach ein Teller mit feuchtem Küchenpapier. Sind die Samen durchgehend feucht und warm, kann bereits nach etwa 7 – 10 Tagen geerntet werden. Viele verdanken ihre Farbe dem Lycopin, einem Carotinoid. Dies sorgt nicht nur für Farbtupfer auf dem Teller, sondern unterstützt auch das Immunsystem: Es wirkt antioxidativ und entzündungshemmend. Kürbisse anbauen können eigentlich nur diejenigen, die einen Garten besitzen oder zumindest nutzen dürfen, denn der Wuchs ist sehr kräftig und sie brauchen Platz. Zudem benötigen sie reichlich Dünger und viel Wasser. Beim Wässern sollten die Blätter verschont werden, weil sonst die Gefahr besteht, dass die Kürbisse Mehltau entwickeln, eine Pilzart. ist aufgrund seiner Schwefelverbindung Allicin gesund. Sie gehört zu den Sulfiden und sorgt einerseits für den typischen Zwiebelgeruch. Andererseits wirkt sie antibakteriell und cholesterinsenkend. Ebenfalls enthalten ist Folsäure. Lauch kann vom Frühjahr bis Frühherbst als Setzling ausgepflanzt werden. Bekommt er viel Sonne und einen fruchtbaren Boden, wächst er rasch. Sein weisser Schaft entsteht übrigens durch tiefes Pflanzen und regelmässiges Anhäufeln der Erde. Grund: Wo keine Sonne hin kommt, findet keine Photosynthese statt und die entsprechenden Stellen bleiben «bleich». bekommt seine Schärfe von den enthaltenen ätherischen Senfölen. Sie wirken gut bei bakteriellen und viralen Atemwegs- und Harnwegsinfekten. Und anders als Antibiotika schaden sie weder den Darmbakterien noch fördern sie Resistenzen. Meerrettich ist eine winterharte Staude, die auf fast allen Böden wächst und auch mit Halbschatten zufrieden ist. Allerdings gilt folgendes zu beachten: In humosen Böden bildet er besonders geschmacksintensive Stangen, in leichten Sandböden entwickelt er dagegen weniger Aroma. Wächst er in lehmigen Böden werden die Stangen schnell faserig. enthalten beide Carotinoide und Capsaicin. Letzeres verleiht ihnen Geschmack und Schärfe. Dazu wirkt es verdauungsfördernd und schmerzlindernd. Die Zucht sollte in beiden Fällen langsam angegangen werden. Da die Pflanzen Wärme lieben, sollte darauf geachtet werden, dass sie nie zu kalt bekommen. Bei kalten Temperaturen in der Nacht helfen beispielsweise spezielle Vliese. Alternativ kann die Pflanze auch reingeholt werden. Schon im Mittelalter galt wegen seiner harntreibenden Wirkung als Heilpflanze. Wegen seiner vielen B-Vitamine, die ein festes Bindegewebe, schöne Haare und Nägel unterstützen, gilt er auch als Schönmacher. Sein hoher Kaliumgehalt hilft zudem gegen hohen Blutdruck. Phosphor und Kalzium stärken Zähne und Knochen. Ausserdem enthält er die Vitamine C und E. Spargelanbau verlangt sandige und tiefe Böden sowie viel Sonnenlicht. Ausserdem braucht es Geduld. Denn die erste richtige Ernte darf erst im dritten Jahr vorgenommen werden. Weisse Spargenl wachsen unter der Erde, Grünspargeln dagegen oberirdisch. ist eine bedeutende Eisen- und Kalziumquelle. Aber nicht nur das. Auch Folsäure, Vitamin C, Vitamin A und Kalium sind in nennenswerten Mengen vorhanden. Letzeres ist besonders wichtig für die Funktion von Nerven und Muskeln. Spinat bevorzugt humose, lockere Böden, da er recht tief wurzelt. Damit die weichen Blätter nicht austrocknen sollte der Boden stets feucht sein. Er wächst sowohl an sehr sonnigen als auch an halbschattigen Orten. Allerdings besteht bei letzteren die Gefahr, dass sich gesundheitsschädliches Nitrat einlagert. Wie Lauch und Knoblauch enthalten auch wertvolle Sulfide. Darüber hinaus sind auch Flavonoide (u.a. antioxidativ, entzündungshemmend und blutdrucksenkend), Inulin (sorgt für eine gesunde Darmflora) und die Schwefelverbindung Isoalliin (natürliches Antibiotikum) mit an Bord. Zwiebeln anzubauen ist ähnlich einfach wie das Züchten von Knoblauch: Ab und zu etwas hacken und das Entfernen von Unkraut reicht den Zwiebeln völlig. Am besten werden Zwiebeln in Nachbarschaft mit Karotten kultiviert. Das hält nämlich die Zwiebelfliege fern.

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Nicht alles, wo «super» draufsteht, ist auch tatsächlich super. Das gilt auch für einige Superfoods. So halten einige nicht, was sie versprechen. Andere beinhalten dafür mehr, als man erwartet, nämlich Schadstoffe, wie das deutsche Konsumentenmagazin «Öko-Test» vor einiger Zeit berichtete.

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Dabei muss man für essbare Gesundheits-Booster gar nicht auf Exoten zurückgreifen, wie die Aargauer Ernährungsberaterin Beatrice Conrad-Frei sagt: «Wir haben so viele gesunde Pflanzen direkt vor der Haustür.» Und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn viele der heimischen Superfoods kann man selbst anbauen – im Garten genauso wie auf dem Balkon.

Welches Gemüse der Expertin vorschwebt, erfährst du in der obigen Bildstrecke. Welche Pflanzen sogar Medikamente ersetzen können, verrät dir dagegen folgende Diashow:

Diese Pflanzen können wirklich was

(fee)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Reh am 26.05.2018 22:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Freude

    Was unbedingt noch dazu gesagt werden sollte: Gärtnern macht richtig Freude. Habe zwar nur einen kleinen Balkon, aber darauf wachsen Tomaten, Chili, Kartoffeln, Salbei, Thymian, Peterli, Koriander, Minze und Basilikum. Es ist herrlich. Erfreue mich jeden Tag daran

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  • Antizensor am 26.05.2018 23:21 Report Diesen Beitrag melden

    Interessant!

    Toller Beitrag, bitte mehr davon :)

  • Ruedi Brünzler am 26.05.2018 23:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Etwas fehlt :D

    Super Beitrag! Hanf fehlt noch. Zink Magnesium Eisen und div. weitere Nähr- und Vitalstoffe.

Die neusten Leser-Kommentare

  • E. T. am 05.06.2018 22:26 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo!

    Kommt wohl auch von den Ausserirdischen!

  • bei Moränenhüglers ohne Pestizide am 29.05.2018 16:06 Report Diesen Beitrag melden

    Mein Arzt ist jetzt der Kunde

    Goji Beeren empfahl mir einst mein Arzt, er isst sie selbst fürs Leben gerne. Er wie ich pflanzten vor Jahren je ein Exemplar in den Garten, der Strauch blühte und trug Früchte auf 733 m, wuchs sogar invasiv; bei ihm im Garten auf 465m leider nicht. Ob es unsere gute Luft ist oder der Moränenboden? Jetzt kann er diese Früchtchen bei mir erstehen, so bekomme ich einen Teil des Honorars retour.

  • Gourmet am 28.05.2018 00:15 Report Diesen Beitrag melden

    Ach was paperlapap

    Superfood heisst auf deutsch Superessen - und was soll das bedeuten? Es sind nichts als Trendlebensmittel die vielfach weder gesund noch schmackhaft sind. Unter einem Superessen verstehe ich etwas ganz anderes: das muss schmackhaft und zum Geniessen sein.

  • Patata am 27.05.2018 23:58 Report Diesen Beitrag melden

    Ist eine Kartoffel auch Superfood?

    Superfood ist nur ein Wort mit dem man Menschen zum Verzehr von Pflanzenzeugs motivieren will. Migro und Coop versuchen die Leute genauso zu verführen mit "migusto", "fooby" und den Grill-Sprüchen. Hauptsache man macht Kasse mit den Gläubigen des Esskults.

  • das Leben istzukurz um sich zu kasteien am 27.05.2018 22:45 Report Diesen Beitrag melden

    Leute esst, was das Herz begehrt

    Gesund, gesünder , es gibt keine Steigerung!