GJ 436b

14. September 2017 12:54; Akt: 14.09.2017 13:21 Print

Ein Planet wie ein Komet

Mit dem Hubble Teleskop konnten Schweizer Forscher den gewaltigen Schweif aus Gas von GJ 436b genauer vermessen. Der Exoplanet verliert Teile seiner Atmosphäre.

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Nur 30 Lichtjahre von der Erde entfernt: Exoplanet GJ 436b und sein Schweif kreisen um ihren Zentralstern. (Bild: Darstellung eines Künstlers/Nasa)

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Forschende der Uni Genf haben mit Kollegen einen ungewöhnlichen Planeten unter die Lupe genommen: Der Neptun-grosse Exoplanet trägt einen gewaltigen Schweif aus Gas, der ihn wie einen Kometen aussehen lässt.

Der Exoplanet GJ 436b kreist sehr nah um seinen Zentralstern und verliert wegen der intensiven Strahlung des Sterns Teile seiner Atmosphäre. Diese bleibt als riesige Wolke eine Zeit lang um den Planeten erhalten. Dadurch sieht er aus wie ein gigantischer Komet.

Zunächst nur theoretische Berechnung

Nachdem ein internationale Forschungsteam mit Beteiligung der Universität Genf ihn vor einigen Jahren entdeckt hatte, war es zunächst nicht möglich, die gesamte Grösse des Schweifs abzubilden. Die ersten Beobachtungen beruhten auf einem sogenannten Transit: Dem Vorbeiziehen des Planeten und seines Schweifs vor seinem Stern.

Die lange Abdunklung des Sterns deutete bereits auf die riesigen Ausmasse der Gaswolke um den Planeten hin. Ihre tatsächlich Grösse und Form konnten die Forschenden jedoch zunächst nur theoretisch berechnen. Nun gelang es ihnen, ihre Entdeckung mit dem Hubble-Teleskop genauer unter die Lupe nehmen, teilte die Uni Genf am Donnerstag mit.

Unser Auge im All

Hubbles «UV-Auge»

Die Gaswolke absorbiert Licht im UV-Bereich, weshalb die Wissenschaftler das «UV-Auge» von Hubble auf GJ 436b richteten. Dank der neuen Analyse konnten die Wissenschaftler um David Ehrenreich und Baptiste Lavie von der Uni Genf die vorherigen Berechnungen bestätigen und nachvollziehen, wie der Gasschweif entsteht.

Die Erkenntnisse über dieses seltene Phänomen helfen dabei, besser zu verstehen, wie sich die intensive Strahlung von Sternen auf die Atmosphäre der sie umkreisenden Exoplaneten auswirkt. Ehrenreich und Kollegen veröffentlichten die Ergebnisse im Fachblatt «Astronomy & Astrophysics». Beteiligt waren auch Wissenschaftler der Universität Bern, sowie aus Frankreich und Grossbritannien.

(rub/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Alex am 14.09.2017 14:01 Report Diesen Beitrag melden

    Wäre gerne dort

    Schon erstaunlich zu was die Menschheit im Stande ist zu leisten. All das ohne wirklichen Blick drauf zu haben, alles läuft mittels Daten ab die empfangen werden. Anschliessend wird alles mathmetisch berechnet. Was für ein Anblick das sein muss, man stelle sich vor man schwebt über diesen Planeten und kann das ganze Spektakel mitansehen.

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  • Goaner am 14.09.2017 17:10 Report Diesen Beitrag melden

    Stolz bin

    Auch wenn ich keiner der schlauen Köpfe bin so habe auch ich meinen teil beigetragen. Macht das auch und Googlet mal seti@Home. Jeder hat einen Computer Zuhause der nur auf Arbeit wartet.

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  • Wulline am 15.09.2017 13:18 Report Diesen Beitrag melden

    Nur 30 Lichtjahre

    Ist ja gleich um die Ecke ;-)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Wulline am 15.09.2017 13:18 Report Diesen Beitrag melden

    Nur 30 Lichtjahre

    Ist ja gleich um die Ecke ;-)

  • Positiv am 15.09.2017 07:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zukunft

    was wir wohl noch alles sehen?

  • Goaner am 14.09.2017 17:10 Report Diesen Beitrag melden

    Stolz bin

    Auch wenn ich keiner der schlauen Köpfe bin so habe auch ich meinen teil beigetragen. Macht das auch und Googlet mal seti@Home. Jeder hat einen Computer Zuhause der nur auf Arbeit wartet.

    • Pete am 14.09.2017 18:21 Report Diesen Beitrag melden

      @Goaner

      ... und die explodierende Stromrechnung ist auch inklusive.

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  • Alex am 14.09.2017 14:01 Report Diesen Beitrag melden

    Wäre gerne dort

    Schon erstaunlich zu was die Menschheit im Stande ist zu leisten. All das ohne wirklichen Blick drauf zu haben, alles läuft mittels Daten ab die empfangen werden. Anschliessend wird alles mathmetisch berechnet. Was für ein Anblick das sein muss, man stelle sich vor man schwebt über diesen Planeten und kann das ganze Spektakel mitansehen.

    • Baselbieter am 14.09.2017 22:22 Report Diesen Beitrag melden

      Vielfältige Exoplaneten

      Ja, der Anblick wäre sicher phantastisch auf den etwa neptungrossen Planten mit dem Gas-Schweif - und gleich daneben wäre übergross der Rote Zwergstern Gliese 436 weil der Planet so nah ist. Nur aussteigen kann man nicht, denn die obere Athmosphäre ist schon über 300°C heiss :-)

    • Das Brot am 15.09.2017 03:10 Report Diesen Beitrag melden

      Man schwebt nicht...

      ... man fällt (bzw. beschreibt eine ballistische Flugbahn), wodurch sich der Effekt der "Schwerelosigkeit" einstellt. - Ein Orbit ist nichts anderes als eine spezielle Form einer ballistischen Flugbahn: Hierbei bewegt sich das "Geschoss" so schnell, dass es im Prinzip andauernd an der Masse (Planet, Mond, was auch immer...) vorbeifällt. - Aber ja, wär bestimmt ein Mordsanblick.

    • Jonei am 15.09.2017 14:58 Report Diesen Beitrag melden

      DreiDee

      Seit wann gibt es im Orbit ein Oben und ein Unten? Vielleicht schwebt man im Orbit ja stets auf dem Rücken und der Planet schwebt über einem. Wer weiss das schon?

    • Jürg am 15.09.2017 15:38 Report Diesen Beitrag melden

      Schweben

      Das Brot: Man fällt, aber sehr langsam. Aber man schwebt dennoch, wenn man sich im innern der fallenden Station befindet. Dort merkt man nichts von einem Fall, weil man sich im geschlossenen System befindet.

    • Das Brot am 15.09.2017 17:53 Report Diesen Beitrag melden

      @Jürg

      Nein, man fällt nicht sehr langsam. Man fällt nahezu gleichschnell wie auf der Erdoberfläche - nur bewegt man sich eben noch viel schneller "horizontal" und fällt somit nonstop an der Erde vorbei. - Und nein, man schwebt nicht im All - denn das ist nicht möglich. Ja, es mag einem wie schweben anmuten - ist aber kein Schweben... Es ist Fallen. - Ähnlich wie Fallschirmspringer tolle Formationen machen können - weil sie eben gemeinsam Fallen und somit relativ zueinander "schweben" - obwohl da keiner jemals auch nur auf die Idee käme das so zu nennen...

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