Falcon Heavy

06. Februar 2018 16:27; Akt: 07.02.2018 06:56 Print

Musks Tesla Roadster ist auf dem Weg zum Mars

Die Rakete Falcon Heavy des US-Raumfahrtunternehmens SpaceX ist zu ihrem Jungfernflug gestartet. Eine Boosterrakete krachte dabei in den Atlantik.

Schwebt durchs All Richtung Mars: Ein Tesla Roadster. (Video: Tamedia/SpaceX)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Die weltweit stärkste Raumfahrtrakete ist zu ihrem Jungfernflug gestartet. Die 70 Meter lange Mega-Rakete Falcon Heavy der privaten US-Raumfahrtfirma SpaceX hob am Dienstagnachmittag unter riesigem Jubel vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral ab. Mit an Bord: Ein knallroter Tesla-Elektrowagen, am Steuer eine Puppe im Astronautenanzug. Ziel der Schwerlastrakete ist eine Umlaufbahn um die Sonne, die in Teilen in der Nähe des Mars entlang führt.

Umfrage
Glauben Sie, dass die Erforschung des Alls die Menschheit weiterbringt?

(Testen Sie Ihr Raketenwissen hier im Quiz).

Der Start der Rakete verlief problemlos – ein Riesenerfolg für SpaceX. «Wow, habt Ihr Leute das gesehen? Das war grossartig», sagte die SpaceX-Moderatorin Lauren Lyons, während Applaus durch das Kontrollzentrum toste. SpaceX-Kommentator John Innsbrucker sagte, der Testflug biete «alles was man sich nur wünschen kann».


Der Start der Falcon Heavy. (Video: Youtube/SpaceX)

Mehrere hunderttausend Menschen verfolgten den Start live im Internet, der mit spektakulären Bildern in Szene gesetzt wurde. SpaceX- und Tesla-Chef Elon Musk veröffentlichte im Kurzbotschaftendienst Twitter ein Video, in dem der rote Elektrowagen zu sehen ist, wie er zu den Klängen von David Bowies «Space Oddity» durch das Weltall zu rasen scheint: Am Steuer ein Dummy mit dem Namen «Starman», am Armaturenbrett die Worte «Don't Panic» (Keine Panik) als Anspielung auf die Science-Fiction-Kultserie «Per Anhalter durch die Galaxis».


Winde verzögern Start

Musk hatte im Vorfeld von einer 50-prozentigen Wahrscheinlichkeit gesprochen, dass die Rakete explodieren könnte. Im Verlauf des Dienstag war der Start der Falcon Heavy wegen starker Winde in Cape Canaveral zwei Mal verschoben worden.


Tausende Schaulustige versammelten sich für den Start, den auch SpaceX-Chef Elon Musk als Meilenstein darstellte. Er liess seinen eigenen kirschroten Sportwagen seiner Elektroautofirma Tesla an Bord bringen, um dem Testflug – wie er sagte – etwas dramatisches Flair zu geben. Im Fahrersitz des Cabrios sass «Starman», ein Dummy in einem Raumanzug, eine Hand am Steuer. Zum Start erklang «Space Oddity» von David Bowie. «Starman» soll innerhalb von sechs Monaten in die Nähe des Mars gelangen.

Theoretisch kann das Auto laut Musk Milliarden Jahre zwischen Erde und Mars umherreisen, auch wenn die Batterie des Wagens selbstverständlich nicht so lange mitmachen dürfte: Sie sollte ungefähr nach zwölf Stunden versagen.

«Witzige Sachen sind wichtig»

«Irgendwie ist es blöd und witzig, aber ich glaube, dass blöde und witzige Sachen wichtig sind», sagte der SpaceX-Chef mit Blick auf das Auto in der Rakete. Leute auf der ganzen Welt sollten Aufregung verspüren. Angesichts des erfolgreichen Starts sagte Musk, er habe bereits so viele Raketen auf unterschiedliche Weise in die Luft fliegen sehen, da sei es eine grosse Erleichterung, wenn etwas funktioniere. «Ich hatte dieses Bild einer riesigen Explosion auf der Plattform, ein Rad, das die Strasse hinunterrollt und das Tesla-Logo, das irgendwo landet», sagte er. «Zum Glück ist das nicht passiert.»

Über die Zukunft seines Sportwagens spekulierte er auch: Irgendwann würden Aliens sich vielleicht fragen, was die Menschen mit diesem Auto gemacht und ob sie es verehrt hätten. «Das wird sie richtig verwirren.»

Mittlerer Booster kracht ins Meer

Zwei der zum Start genutzten Boosterraketen setzten wenige Minuten nach dem Start wieder auf dem Luftwaffenstützpunkt Cape Canaveral auf. Der dritte, mittlere Booster krachte in den Atlantik, wie Musk Reportern sagte. Der Booster sollte eigentlich auf einer Plattform landen. Musk zeigte sich davon unbeeindruckt. Zu sehen, wie zwei Boosterraketen landeten, sei das spannendste gewesen, was er je gesehen habe, so Musk.

Für die Rakete gibt es bereits Kunden, die mit ihr schwere Satelliten ins All bringen möchten, darunter die US-Luftwaffe. Eine Explosion, insbesondere an der Startrampe, hätte das Programm mehrere Monate zurückwerfen können, wie Musk vor dem Start sagte. Das Auto sei seine geringste Sorge, lachte der Unternehmer, der in der Vergangenheit bereits Unfälle bei Starts und Flügen seiner Falcon-Raketen hinnehmen musste.

Falcon Heavy hebt von Cape Canaveral ab

Der kanadische Astronaut Chris Hadfielt erklärte auf Twitter, SpaceX hänge mit diesem Testflug alle anderen Weltraumraketenfirmen ab.

Falcon Heavy kann 64 Tonnen transportieren

Bei der Jungfernreise der Falcon Heavy handelt es sich um einen reinen Testflug. Zunächst geplant, um Menschen zum Mond oder Mars zu bringen, soll sie nun vor allem Versorgungsmaterial ins Weltall bringen, wie Musk am Montag sagte. Die Falcon Heavy kann eine Ladung von fast 64 Tonnen transportieren.

Sie ist die stärkste operierende Weltraumrakete der Welt – allerdings nicht aller Zeiten. Die Saturn-V-Rakete, die im Rahmen des Apollo-Programms Ende der sechziger und siebziger Jahre US-Astronauten zum Mond brachte, konnte noch mehr Gewicht laden. Auch die sowjetische Energija-Rakete, die 1987 und 1988 zwei Mal ins All flog, war ein grösseres Kraftpaket als die Falcon Heavy. Während ihres Testflugs ist die Space-X-Rakete nur leicht beladen.

(jcg/chk/ap/afp)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lämpel am 06.02.2018 21:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Genial!

    Die stärkste und höchst technologisierteste Rakete, welche dem Raumfahrprogramm nach fast 50 Jahren wieder einen boost verschafft. Hochachtung von dieser Leistung.

    einklappen einklappen
  • Hulahoop am 06.02.2018 21:59 Report Diesen Beitrag melden

    Meisterleistung

    Eine Meisterleistung. Mehr gibt es nicht zu sagen/schreiben.

    einklappen einklappen
  • cizzu am 06.02.2018 21:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Cool

    Finde ich super. Habe aber gedacht der Roadster wird in den Orbit um Mars geschickt. Wäre faszinierend. Zu wissen, das in diesem Moment ein Auto den Mars umkreist, wow! Ein Auto direkt um die Sonne zu schicken ist aber auch ziemlich spannend.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • BiChaDe am 21.02.2018 22:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Propaganda

    Frag mich nur, was Tessla für diesen enormen Marketingrummel bezahlt... Ich kann das Wort schon nicht mehr hören... Und zuerst sollten wir die Probleme auf der Erde ernsthaft angehen, anstatt mit einem Auto gen Sonne zu fliegen...!!! Wievielen Menschen könnte mit dem Geld dieses Projekts geholfen werden... Nachhaltig geholfen werden. Dass wär viel die colère Propaganda !!!

  • Rocketman am 07.02.2018 20:15 Report Diesen Beitrag melden

    Meine ist grösser als Deine?

    Hab ich etwas verpasst? Selbst die heute noch im Einsatz befindliche Ariane 5 Rakete ist stärker. Sie ist fast doppelt so stark (bez. Nutzlast). Warum ist das Teil DIE stärkste Rakete der Welt? Warum müssen die Musk-etiere immer gnadenlos übertreiben? Da hat wohl jemand Minderwertigkeitsgefühle. Ebenso neulich: Das "grösste Gebäude" der Welt ist Musks Akku-Fabrik. Nein, ist sie nicht. Im Gebäude-Flächen Ranking nur auf dem abgeschlagen Platz 12 . Was soll das? Das nervt langsam....

    • A. Stronomer am 07.02.2018 22:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rocketman

      Überprüfen Sie bitte Ihre Quellen. Ariane5 LEO max. 20'250kg, GTO max. 8000kg vs. Falcon Heavy LEO 63'500kg, GTO 26'700kg... die bislang stärkste aktive Rakete war die Delta4Heavy mit LEO 28'790kg, GTO 14'220kg

    einklappen einklappen
  • Tim.T am 07.02.2018 13:58 Report Diesen Beitrag melden

    Frisur?

    Ob das mit Trump auch funktionieren würde? Wenn ja was hätte es für Auswirkungen auf seine Frisur?

  • Boris am 07.02.2018 13:43 Report Diesen Beitrag melden

    Etwas verstehe ich dabei nicht.

    Wenn Musk Menschen zum Mars schicken will mit dieser Rakete und diese weniger Nutzlast transportieren kann und schwächere Triebwerke hat wie die Saturn 5, werden die Astronauten aber sehr, sehr wenig Platz haben auf dem acht monatigem Flug zum Mars. Wie soll das denn gehen mit dieser Zigarre ? Die Astronauten können doch nicht mit einer kleinen Kapsel zum Mars und wieder zurück fliegen, dafür braucht Musk ein riesiges Raumschiff, schon alleine wegen dem Treibstoff und dem benötigten Wasser und wegen den benötigten Lebensmittel.

    • Didi Weidmann am 07.02.2018 15:01 Report Diesen Beitrag melden

      Mars mit Zwischenstation Mond!

      Wenn Musk und die anderen Menschen, die eine Marsmission planen, schlau sind, dann bauen sie zuerst eine Station auf dem Mond (hat die ESA für das kommende Jahrzehnt bereits geplant). Dort wird die Marsfähre aus Rohstoffen vom Mond gebaut und in Einzelteilen zuerst in eine Mondumlaufbahn spediert, wo sie zusammengebaut wird und dann im geeigneten Moment ihren Flug startet. Zudem empfiehlt es sich, vor dem Start der bemannten Mission in mehreren unbemannten Missionen bereits das Material für eine Basisstation und Treibstoff für die Rückreise auf den Mars zu senden.

    • Spock am 07.02.2018 18:18 Report Diesen Beitrag melden

      @Didi Weidmann

      klar wir bauen erst tiefe Minen und Giessereien auf dem Mond um dort ein Raumschiff zu bauen. Erst werden Tonnen an Material auf dem Mond geschossen, damit man dort die benötigte Infrastruktur aufbauen kann. Ebenso die Fertigungshalle für die Montage, die Testabteilung, die Startvorrichtung, etc. etc.. Und 2000 Arbeiter die das alles dort erledigen. Ich denke eher man fertigt die Teile auf der Erde vor und montiert sie im Orbit. Ausser den benötigten Lander etc. der wird in einem Stück hoch geschossen. Und die Tonnen an Wasser die man für die 3m Schutzschicht gegen die Strahlung benötigt.

    einklappen einklappen
  • Für Nix am 07.02.2018 13:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Total unnötig

    Völlig unnötig... Was genau erreicht der Typ damit außer dass alle über Ihn schreiben. Der würde mit dem ganzen Geld die diese Hirnlose Mission gekostet hat lieber Menschen helfen! Bin mir sicher er könnte ganz Indien von dem Grauen star (wenn die Menschen langsam erblinden) befreien, würde wahrscheinlich einiges mehr bringen, als ein Auto und dann noch so ein hässliches dazu in den Weltraum zu schießen. Herr Musk nehmen Sie sich ein Bespiel an dem Ferrari F-12!!! Das ist ein Auto ;) Tesla kann man rauchen!

    • Jo Seiffert am 07.02.2018 15:09 Report Diesen Beitrag melden

      Ziemlich falsch...

      Ein ziemlich zerrissenes Vote von ihnen. Einerseits schreiben sie dass man das Geld doch für kranke Menschen einsetzen sollte, aber einerseits reden sie von einem Ferrari F12. Die Zukunft von Supersportlern in dieser Preisklasse heisst dazu eindeutig Tesla Roadster: 1000 Km Reichweite und Fahrleistungen die mit keinem Strassen-Verbrenner auch nur annähernd zu erreichen sind.

    einklappen einklappen