Niklaus Wirth

14. Februar 2014 12:53; Akt: 14.02.2014 12:40 Print

Er könnte so bekannt sein wie Steve Jobs

von Beat Glogger - Der Mac wird 30. Wäre die Geschichte damals nur ein wenig anders gelaufen, könnte heute ein Schweizer die Ikone des PCs sein.

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Der erste PC der Geschichte hiess Lilith und steckte in einem Holzkasten. (Bild: Museum für Kommunikation Bern)

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In den Anfängen des Computerzeitalters flimmerten nur unscharfe grüne Zeichen über die Bildschirme. Die Rechner waren so gross wie Einbauküchen. Dann kam 1984 der Macintosh der Firma Apple und damit ein völlig neues Konzept: Jeder Mensch hat auf seinem Schreibtisch einen eigenen kleinen Computer stehen. Der Personal Computer war geboren. Und auch die moderne Benutzeroberfläche mit Programmfenstern und Menus, wie wir sie heute kennen.

Doch der Mac war nicht der erste seiner Art. Denn schon vier Jahre zuvor hatte der ETH-Professor Niklaus Wirth einen ähnlichen Personal Computer vorgestellt. Das Modell mit dem Namen Lilith verfügte bereits über eine Maus. Ein Schweizer Unternehmen startete die Massenproduktion. Doch das Geschäft lief nicht. Nach drei Jahren und 300 verkauften Exemplaren ging die Firma Pleite. Das habe ihn nie gestört, sagt Wirth heute, «mir ging es immer um die Wissenschaft».

Trotzdem wurde Wirth zu einem der weltweit wichtigsten Informatiker – wenn auch nicht annähernd so berühmt wie Apple-Gründer Steve Jobs. Immerhin steckte bis 1994 in jedem Mac auch ein Stückchen Wirth. Apples Betriebssystem basierte nämlich auf der Programmiersprache Pascal, welche Niklaus Wirth erschaffen hatte. Mit derselben Sprache haben auch Generationen von Schülern die Welt der Informatik entdeckt.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bojo am 14.02.2014 14:26 Report Diesen Beitrag melden

    Wirth ist Wissenschaftler, kein Verkäufe

    Professor Wirth's Beitrag zur Wissenschaft ist ungleich viel grösser als der von Jobs. Und Jobs' Beitrag zur Konsumerisierung des Computers viel grösser als der von Wirth. Die Lilith war kein massentaugliches Gerät (ich habe selbst damit gearbeitet); Pascal, Modula-2 und Oberon waren aber selbst den heutigen Standards (C, Javascript, PHP) in vieler Hinsicht Jahre voraus. Allerdings: es hätte *sehr* viel anders kommen müssen, damit die Lilith ein Erfolg würde: die Welt hätte mehrheitlich aus Geeks wie mir bestehen müssen. Denn nur solche konnten die Lilith lieben.

  • bile am 14.02.2014 14:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    jobs und pc?

    seit wann ist denn jobs die ikone des pc? war da nicht was mit bill gates?

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  • Martin am 14.02.2014 15:35 Report Diesen Beitrag melden

    Steven Jobs?

    Ähm sorry, aber Steven Jobs ist nicht die Ikone des Computers! Apple ist vor allem Software, Microsoft dito. Ein Computer besteht aber auch aus Hardware und Chips, die u.a. von Intel, AMD sind. Die ersten massentauglichen Computer waren aber so weit ich weiss die Amigas, Commodore 64 usw. und nicht Macintosh.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Birnboym am 16.02.2014 21:55 Report Diesen Beitrag melden

    Three Rivers Computers

    Ich war schon in den 80-er Jahren in der industriellen Software-Entwicklung tätig. Ich erinnere mich noch, wie eines Tages ein Vertreter kam und den Lilith vorführte. Ich sah auch einmal einen sehr modernen Workstation-Computer der Firma Three Rivers Computers bei einem Besuch bei der Sandoz AG (die haben ja immer Geld). Das waren Konzepte, die ihrer Zeit um 10 Jahre voraus waren. Leider waren und sind die Firmen-Direktoren zu konservativ und risikoscheu und unfähig, so etwas zu schätzen und zu verstehen.

  • Fitzefatz am 16.02.2014 12:43 Report Diesen Beitrag melden

    Äääh...genau!!

    Und ich könnte schon lange Lottomillionär sein...!

  • Fan D am 16.02.2014 00:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Interessanter Beitrag

    Bitte weiter solche interessante Beiträge publizieren!

  • Bruno Fricker am 15.02.2014 21:30 Report Diesen Beitrag melden

    Echtzeit-Signalverarbeitung anno 1974

    Ich habe 1974 meine Diplomarbeit als ETH-Physiker auf einer PDP 10 von DEC mit LINC-Tapes als Massenspeicher geschrieben. Es standen mir 8 Kilobytes Arbeitsspeicher zur Verfügung. Wir haben damit Frequenzanalyse am EEG gemacht und diese FFT auch in handgestrickten Mikroprozessoren Intel 8080 und Motorola 6800 im Maschinencode realisiert.

    • Birnboym am 16.02.2014 22:59 Report Diesen Beitrag melden

      PRIME supermini computer

      1979 bekamen wir für die ganze CAD-Software-Gruppe einen PRIME -Superminicomputer: 0.7 MIPS, 2MB RAM, 500MB-Platte. Kostete wohl 100'000 und brauchte einen speziellen Raum für Lärmdämmung und Kühlung. Bildschirme waren damals noch einfarbige (grün schimmernd) Röhren-Refresh-Bildschirme von Tektronix zu etwa 10'000.

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  • DL am 14.02.2014 22:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ceres/Oberon

    Ich war damals von den Ceres Maschinen mit dem Oberon Betriebssystem sehr beeindruckt...

    • Birnboym am 16.02.2014 21:58 Report Diesen Beitrag melden

      Objektorientiertheit

      Oberon kam später. Da waren Textblöcke, die man eingegeben hatte, ständig in einem Fenster gehalten, damit man auf diese Objekte automatisch die nächste Operation ausführen konnte. So weit sind wir heute noch nicht, deshalb muss man immer Kopieren/Einfügen und Aktivieren.

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