Nach Autopsie

25. Februar 2014 08:02; Akt: 26.02.2014 11:24 Print

Erste Todesfälle durch Kiffen nachgewiesen

Von wegen ungefährlich: Kiffen führt zu Herzversagen, wie Rechtsmediziner erstmals nachweisen konnten. Sie gehen auch davon aus, dass es jeden Konsumenten treffen kann.

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Schlechte Nachrichten für Cannabiskonsumenten: Dem Rechtsmediziner Dr. Benno Hartung von der Uniklinik Düsseldorf ist es gelungen, zwei Todesfälle auf Cannabiskonsum zurückzuführen. Bei beiden Toten handelte es sich um junge, körperlich gesunde Männer, die regelmässig gekifft hatten. Als Todesursache wurde Herzversagen als Folge ihres Cannabiskonsums festgestellt.

Bei den Männern wurden nach der Autopsie toxikologische, histologische, immunhistochemische und genetische Untersuchungen durchgeführt. «Man weiss nicht, woran man stirbt bei Cannabiskonsum. Die einzige logische Erklärung ist, dass man Herzrhythmusstörungen bekommt», betont Hartung gegenüber der «Rheinischen Post». Eine andere Ursache für dieses Symptom sei bei den gesunden und jungen Männern nicht gefunden worden.

Wenig Konsumenten betroffen

«Nach unserem Wissen sind das weltweit die ersten Cannabis-Todesfälle, die komplett nach den heutigen wissenschaftlichen Standards aufgearbeitet wurden», sagte Hartung. Die Befunde der Studie wurden erstmals in der Fachzeitschrift «Forensic Science International» veröffentlicht. Darin schlossen die Rechtsmediziner eine Todesursache nach der anderen aus, bis nur noch Herzversagen infolge des Cannabiskonsums übrigblieb.

Trotz der Klärung der Todesursache stehen die Wissenschaftler vor dem Rätsel, welche Konsumenten die Herzrhythmusstörungen entwickeln. Es treffe nicht viele Konsumenten, aber niemand kenne die Faktoren, die die fatalen Herzprobleme auslösen. Das Problem ist: «Wir können nicht abschätzen, wer die Herzrhythmusstörungen bekommt. Wir gehen jedoch davon aus, dass es theoretisch jeden Cannabiskonsumenten treffen kann, auch wenn er vorher schon einmal gekifft hat, ohne dass er Symptome entwickelt hat», führt Hartung weiter aus.

Die Diskussion zur Cannabis-Legalisierung dürfte eine neue Richtung erhalten. Hartung: «Bislang hiess es häufig, Cannabis könne nichts anrichten.» Erhöhter Blutdruck, beschleunigter Puls und Lungenschäden durchs Rauchen seien als Risiken bekannt gewesen. Auch eine ruhende Schizophrenie kann beim Kiffen ausbrechen. Die drohenden Herzrhythmusstörungen heben die Droge nun aber auf eine neue Gefahrenstufe.

(ale)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Franky am 25.02.2014 09:34 Report Diesen Beitrag melden

    Legalize It

    Und das Gras-Bashing beginnt... die ersten 2 Todesfälle. Schlimm Sowas. Aber wieviele Trinker sind in der Zeit gestorben in der ich meinen Kommentar verfasst habe?

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  • Christian Riesen am 25.02.2014 09:40 Report Diesen Beitrag melden

    Das ich nicht lache

    Kaum wird wieder über Legalisierung diskutiert kommen solche "Beweise" nach vorne. Schon komisch ;).

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  • P. Pallini am 25.02.2014 09:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ironisch

    Verglichen mit abertausenden Todesopfern, die vom Tabak- und Alkoholkonsum sterben ist das noch 'harmlos'. Nur sind diese beiden Substanzen legal. Macht Sinn oder etwa nicht?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Giachen P. am 27.02.2014 10:47 Report Diesen Beitrag melden

    Sehr sicher!

    Habe gerade gelesen, dass wenn diese Angaben stimmen, Marihuana 1000-Mal sicherer ist als Aspirin und damit das sicherste Medikament weltweit!

  • Daniel H. am 27.02.2014 09:23 Report Diesen Beitrag melden

    Schlimm....

    Ich frag mich was der " Aufschrei " soll. Jeder weiss das der komsum von Drogen tödlich ist , bzw. sein kann. Auch der Konsum der " Braunen Brause " kann tödlich sein, ja selbst Wasser kann tödlich sein. Zum Schluss kommt ein jeder zur Erkenntnis, dass das Leben immer mit dem Tode endet. Beim Kiffen nun der " terz " was ist mit Nikotin, was ist mit Alkohol... wieviele Tote haben allein diese Drogen zu Verantworten?

  • Walter R am 27.02.2014 08:16 Report Diesen Beitrag melden

    Das war zu erwarten...

    Das war zu erwarten und die meisten Kommentare beweisen es: Kiffer wollen die Realität nicht wahrhaben. Noch vor 20-30 Jahren hätten auch Zigarettenraucher empört protestiert, wenn jemand behauptet hätte, Zigaretten wären ungesund und könnten Lungenkrebs verursachen. Heute weiss man, dass es so ist

    • Dave A. am 27.02.2014 08:50 Report Diesen Beitrag melden

      Realitätsfremd

      Das war zu erwarten und die meisten Kommentare beweisen es: Anti-Kiffer wollen die Realität nicht wahrhaben. Statt sich den Bericht zu Gemüte zu führen ziehen sie aufgrund reisserischen Zeilen und Kommentaren einen Rückschluss, welcher zwar in ihr Weltbild passt aber nichts mit der Realität zu tun hat. Ich weise erneut darauf hin, dass die Mediziner keinerlei Zusammenhang beweisen können und auch keinerlei Anhaltspunkte für einen solchen haben; lediglich das Fehlen anderweitiger Umstände lässt sie hier einen sinnfreien Zusammenhang ersinnen.

    • Walter R am 27.02.2014 09:40 Report Diesen Beitrag melden

      @Dave A, Wer ist hier Realitätsfremd?

      Ich habe mir nicht nur den Bericht zu Gemüte geführt und die Kommentare gelesen, sondern habe im Internet unter dem Titel «Folgen von Cannabisrauchen» verschiedene Artikel und Berichte von Ärzten und Drogenfachleuten gelesen, die Cannabis und die Folgen von Cannabiskonsum keineswegs so positiv sehen, wie Sie und viele weitere Kiffer das hier darzustellen versuchen. Wie ich schon gesagt hatte, es gab eine Zeit, da haben auch Zigarettenraucher empört protestiert, wenn jemand behauptet hat, Zigaretten wären ungesund und könnten Lungenkrebs verursachen, wie passt diese Aussage in ihr Weltbild?

    • Dave A. am 27.02.2014 10:08 Report Diesen Beitrag melden

      @Walter R; Sie?

      Lesen ist das eine, verstehen und Rückschlüsse zu ziehen. Es gibt kaum Studien, welche im wissenschaftlichen Rahmen durchgeführt wurden - und die Einzigen, welche wirklich aussagekräftig sind, belegen die heilenden Effekte; denn das waren die notwendigen Studien, um Cannabis zu medizinischen Zwecken freizugeben. Im hier dargestellten Bericht spiegelt sich das wunderbar wieder; es gibt KEINEN EINZIGEN belegbaren Hinweis auf ein Zusammenspiel mit THC, es ist nicht mehr als eine Vermutung. Aber Leute wie sie sehen sich dadurch bestätigt.

    • Dave A. am 27.02.2014 10:12 Report Diesen Beitrag melden

      @Walter R; Zigaretten

      Betreffend Zigaretten gibts nur zu sagen, dass solche Behauptungen auch es damals nichts anderes als Behauptungen gewesen sind; erst die Medizin brachte Gewissheit. Bis zu diesem Zeitpunkt war jegliche Verteufelei schlichtweg nicht gerechtfertigt. Allerdings musste sich die Medizin nur kurz mit Rauchen beschäftigen, um entsprechende Beweise zu haben; in die Forschung von Cannabis und die Suche nach möglichen negativen Effekten wurde bereits wesentlich mehr investiert, ohne dass man fündig wurde.

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  • Ketho Fyah am 26.02.2014 16:15 Report Diesen Beitrag melden

    Kiffen ist der Ursprung allen Übels

    2 Todesfälle wegen angeblichem Cannabis Konsum, dass ich nicht lache. Die hatten wohl eher schon Gesundheitliche Probleme bevor sie angefangen haben zu Kiffen und wenn überhaupt lag das wohl eher am ungefiltertem Tabak..Es sind meistens genau solche Leute, ''die solch einen zweifelhaften Bericht veröffentlichen'' und mit aller Gewalt gegen Cannabis Konsumenten vorgehen, welche sich am Abend eine Flasche Wein reinziehen oder ihre paar Bierchen trinken...das ist wieder normal, und hat ja keine Langzeitschäden..Aber als Kiffer wird man vom Staat als Schwerkrimineller eingestuft..lächerlich

  • Fakten Schreiber am 26.02.2014 14:12 Report Diesen Beitrag melden

    LD Wert Aspirin 1:20

    Eine Reihe von Forschern(DE) hat erfolglos versucht, den LD-50-Wert für Marihuana anhand von Versuchstieren festzustellen. Vereinfacht gesagt konnten die Forscher den Tieren nicht genug Marihuana geben, um ihren Tod herbeizuführen. Gegenwärtig wird geschätzt, dass der LD-50-Wert von Marihuana um 1:20.000 oder 1:40.000 liegt. Für Laien bedeutet das, dass ein Raucher 20.000 oder 40.000 mal soviel Marihuana konsumieren müsste wie in einer Marihuana-Zigarette enthalten ist, um den Tod herbeizuführen ein Raucher müsste theoretisch an die 1.500 Pfund Marihuana innerhalb von 15 Minuten konsumieren