Tümmler im Minenfeld

20. Januar 2012 15:22; Akt: 20.01.2012 15:23 Print

Flipper, der Top-Spion der US ArmyFlipper, der Top-Spion der US Army

Sie spüren unbemerkt feindliche Taucher und Minen auf: die Kampfdelfine der US-Armee. Nun könnten die intelligenten Tiere in der Strasse von Hormus zum Einsatz kommen – im Kampf um Öl.

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Amerikanischer Propaganda Video zu ihrem Meeressäuger-Programm (Video: YouTube). Im Grossformat auf dem Videoportal Videoportal
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Die Strasse von Hormus ist eine der grossen Öl-Adern der Welt. Täglich werden 20 Prozent des weltweit benötigten Öls vom Persischen Golf mit Schiffen durch die Meerenge zwischen dem Iran, Oman und den Vereinigten Arabischen Emiraten verfrachtet. Wer die Strasse unbefahrbar macht, beeinflusst den Ölpreis – und provoziert die USA.

Über Neujahr übte die iranische Marine die Blockade des 54 Kilometer breiten Meeresstreifens. Experten glauben, dass der Iran mit Minen im Gebiet aktiv werden könnte. Ein Problem, das laut einem Ex-Admiral mit Delfinen der US-Armee behoben werden könnte: «Wir haben Delfine. Jeder liebt Flipper. Im Aufspüren von Unterwasserobjekten sind sie erstaunlich.»

Delfine in feindlichen Gewässern

Seit dem kalten Krieg unterhält die US-Navy ein Meeressäuger-Programm mit Delphinen und Seelöwen. Russland und die Vereinigten Staaten lieferten sich auch in dieser Hinsicht ein Wettrüsten. Der Leiter des Marinebiologischen Instituts im nordrussischen Murmansk, Gennadi Matischow, beklagte sich in der Zeitung «Istwestija» vor zwei Jahren, wie überlegen die amerikanischen Delfin-Soldaten seien: «Die Amerikaner werfen ihre Tiere aus Hubschraubern in feindliche Gewässer, und die Seelöwen platzieren anschliessend Minen, machen Videoaufnahmen von der feindlichen Küste oder messen Strahlungen mit einem Spezialgerät.»

Russland selbst hat seine Kampf-Delfine nach dem kalten Krieg verkauft (unter anderem an den Iran) und setzt heute nur noch auf die Hilfe von Seelöwen. Amerika baute seine tierische Kampftruppe derweil aus. Neben Delfinen und Seelöwen trainiert die Navy laut einem Sprecher des Zentrums für Kriegsführung im All und auf See auch Killerwale, Rochen und Haifische. Im Ernstkampf wurden aber erst Tümmler und Seelöwen eingesetzt - hauptsächlich, um Häfen zu bewachen.

Kein Streichelzoo

Von offizieller Stelle werden die abenteuerlichen Schilderungen des russischen Konkurrenten selbstverständlich nicht bestätigt. Laut einem «Spiegel»-Artikel werden feindliche Taucher von Delfinen derart vorsichtig aufgespürt und markiert, dass diese die Anwesenheit des Meeressäugers gar nicht bemerken würden. Die Schilderung des amerikanischen Seal-Scharfschützen Chris Kyle in seinem Buch «American Sniper» gehen aber in eine ganz andere Richtung: Er sei bei seiner Ausbildung von Delfinen heftig angegangen worden – sie seien dazu abgerichtet, Tauchern die Rippen zu brechen.

Offiziell heisst es: Weder beim Aufspüren von feindlichen Tauchern noch von Seeminen sei bisher ein Tier umgekommen – und in den Jahren seien nur gerade neun Delfine im offenen Meer «verloren gegangen». Tierschützer trauen diesen Aussagen nicht. Kampfdelfine würden im Einsatz sterben. Ausserdem sei der Transport in Wassertanks mit Hilfe von Flugzeugen und Helikoptern äusserst belastend.

Nach Einsätzen im Vietnam- und im Irak-Krieg könnten Delfine nun also auch in der Strasse von Hormus zum Einsatz kommen, nicht um militärische Anlagen zu bewachen, sondern um eine der wichtigsten Öl-Adern der Welt zu säubern.

(tog)

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  • Walther Hübner am 22.01.2012 10:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zeichen setzen

    Es nützt nicht viel einen kleinen Meinungsbeitrag zu senden. Man sollte lieber sich gedanken machen wie man andere mit gleichen meinungen finden kann. Ich meine damit ein ernstes Hilfsprojekt mit dem man ein ZEICHEN setzen kann und will.

  • Don Norvol am 21.01.2012 11:31 Report Diesen Beitrag melden

    Ein kleines Beispiel

    Immer wieder wird behauptet, Tiere seien dem Menschen ebenbürtig - sie seien gleich. Der Umkehrschluss daraus wäre, der Mensch ist ein Tier. Tausende Beispiele bezeugen, dass die Tierwelt, wie die Natur allgemein, in höchstem Masse brutal ist (Katzen spielen mit Beute, töten diese, aber fressen diese nicht!). Der Mensch aber soll nach Ethik und Moral handeln. Ein totaler Widerspruch, welcher in den Folgerungen endet, dass der Mensch das Recht hat, "brutal zu sein" - oder dass der Mensch, ein Menschenleben, mehr wert ist, als ein Tierleben. Der Mensch steht also über dem Tier. Was stimmt nun?

  • Brumm B am 21.01.2012 09:20 Report Diesen Beitrag melden

    Ich bin auch Flipper

    Ich/Flipper muss auch immer das machen wofür meine Vorgesetzten/Navy nicht fähig sind. Übrigens, wenn die Tiere soo intelligent wären würden sie sich so dumm anstellen dass sie für die Navy uninteressant wären.