Chemikalien

17. Oktober 2015 09:25; Akt: 17.10.2015 09:25 Print

Fracking schädigt das Sperma der Männer

Nicht nur Schwangere, sondern auch Männer sollten sich von Fracking-Anlagen fernhalten. Ihnen droht sonst Unfruchtbarkeit.

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Fracking bedeutet für die Gesundheit nichts Gutes: Laut US-Forschern sorgen die dabei verwendeten Chemikalien bei Männern für Übergewicht, Herzprobleme und eine reduzierte Spermienproduktion. Doch nicht nur für Männer ist die umstrittene Gasförderungstechnik problematisch. Auch Schwangere, die in der Nähe von Fracking-Anlagen leben, müssen mit Folgen rechnen. haben werdende Mütter, die am dichtesten dran wohnten, ein um 40 Prozent höheres Risiko für eine Frühgeburt. Zudem stieg bei ihnen auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Schwangerschaft als Hochrisikoschwangerschaft eingestuft wurde. Dies aufgrund von beispielsweise Bluthochdruck oder starkem Übergewicht. Es ist nicht das erste Mal, dass Studien auf negative Fracking-Folgen verweisen. So haben Forscher der Duke University herausgefunden, . Etwas, das auch Sherry Vargson (Bild) aus Pennsylvania bestätigen kann: Aus ihrem Wasserhahn strömt Methan aus. Doch nicht nur das Grundwasser ist gefährdet. Wissenschaftler von der Forschungsorganisation «Resources for the Future» sind zu dem Schluss gekommen, , welches das Wasserökosystem schädigt. , wie das Beispiel Oklahoma zeigt: Bebte es in dem US-Bundesstaat früher etwa zweimal pro Jahr, registrieren Seismologen nach der Einrichtung von Fracking-Anlagen täglich Erdbeben, 585 waren es allein im Jahr 2014. Weiter . Denn um ihre Bohrgeräte und Pipelines installieren zu können, legen die die Verantwortlichen künstliche Lichtungen an und zerstückeln so Waldgebiete, wodurch Singvögel ihren Lebensraum verlieren, wie Forscher der University of West Virginia herausgefunden haben. Auch auf die Pflanzen selbst hat die Gasförderung Auswirkungen. Diese können beim Menschen Leberschäden und chronische Nervenschäden verursachen. Benzol ist darüber hinaus krebserregend. Rinder leiden an Benzoldämpfen, die beim Fracking entstehen. Die Kühe weisen oft Wunden und Geschwüre in den Lungen und im Mundbereich auf und leiden unter Atemwegserkrankungen. Über Rindssteaks kann das Gift auch in die menschliche Nahrungskette gelangen.

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Fracking ist gefährlich. Daran gibt es je länger, je mehr keine Zweifel mehr: Haben Forscher der Johns Hopkins University gerade erst vermeldet, dass die umstrittene Gasförderungs-Technik das Risiko für Frühgeburten erhöht, legen nun Wissenschaftler der University of Missouri mit einer weiteren Schreckensnachricht nach: Einige der beim Fracking verwendeten Chemikalien behindern die Produktion von Spermien, wie es im Fachjournal «Endocrinology» heisst.

Schon vor einiger Zeit hatte das Team um Susan Nagel herausgefunden, dass einige dieser Stoffe den menschlichen Hormonhaushalt stören können, wenn sie in das Grund- und Trinkwasser gelangen. Nun haben die Forscher die genaue Wirkung dieser sogenannten endokrinen Disruptoren (EDC) unter die Lupe genommen. Insgesamt untersuchten sie 24 bekannte Substanzen.

Hormonaktivität bestätigt

Ergebnis: Für 23 der 24 untersuchten Chemikalien stellten die Forscher eine hormonähnliche Wirkung fest. 90 Prozent davon störten sowohl die Funktion weiblicher als auch männlicher Geschlechtshormone. Rezeptoren für Stress- und Stoffwechselhormone – sogenannte Glucocorticoid-Hormone –sprachen auf 40 Prozent der geprüften Fracking-Chemikalien an. Beinahe ein Drittel der gefundenen EDC störte die Signale der Schilddrüsenhormone.

In einem weiteren Schritt prüften Nagel und ihre Kollegen, ob die Substanzen in so grossen Mengen austreten, dass sie tatsächlich der Gesundheit schaden können. Dafür analysierten sie das Abwasser von Fracking-Anlagen im US-Bundesstaat Colorado. Dabei fanden sie 16 der untersuchten Substanzen in nennenswerter Konzentration, die sie dem Trinkwasser von trächtigen Labormäusen hinzufügten. Ziel war es, die Auswirkungen der Stoffe auf den künftigen Nachwuchs zu untersuchen.

Auswirkungen auf spätere Generationen

Dabei zeigte sich, dass die männlichen Nachkommen der mit den Substanzen in Berührung gekommenen Tiere später deutlich weniger Spermien produzierten als normal, obwohl sie grössere und schwerere Hoden sowie einen erhöhten Testosteronspiegel hatten. Die Mäuse, die der höchsten Konzentration an EDC ausgesetzt waren, hatten zudem ein tendenziell höheres Gewicht. Zudem wiesen sie Veränderungen an der Struktur ihres Herzens auf.

Die Resultate zeigen laut den Forschern, dass Fracking einen negativen Effekt auf die Reproduktionsfähigkeit hat – von Mäusen und Männern. Denn die gefundene Chemikalien-Konzentration reicht aus, die Fruchtbarkeit von Männern in Regionen mit intensiver Gas- und Ölförderung zu beeinflussen.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Max Mustermann am 17.10.2015 09:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo hat der super-Kapitalismus seine Grenzen?

    Wenn Fracking nun aufgrund dieser Ergebnisse nicht verboten wird, dann nirgends. Erst geht die Menschlichkeit flöten dann die Menschheit.

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  • DasAuge am 17.10.2015 09:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorteil

    Bald heisst es von den Ölkonzernen: "Seid froh, dass wir helfen, die Erde ist ja sowieso überbevölkert!"

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  • Werner am 17.10.2015 09:34 Report Diesen Beitrag melden

    Vermutlich nicht nur Fracking

    Es gibt sicher noch viel mehr, was den Spermien schaden wird. So existieren ja keine genauen Untersuchungen, wie es sich mit der dauernden Aussetzung der WIFI-Strahlung, der Handystrahlung etc. verhält. Die Menschheit ist daran, sich mit der "modernen Technik" selber auszurotten

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Leo am 18.10.2015 19:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurig diese Welt.....

    Es ist einfach traurig, dass viele Menschen mit ihrer Gesundheit bezahlen müssen, nur weil irrgend welche Politiker und Businessleute davon profitieren. Schade dass das so ist... Ich hoffe Menschheit kommt schneller zur Vernunft, denn soo hat das Schlimme Folgen....

  • Trudy Müller am 18.10.2015 12:23 Report Diesen Beitrag melden

    Genfersee Fracking?

    und am Genfersee beim Rhonedelta prüft man - sofern ich richtig informiert bin - ebenfalls die Möglichkeit von Fracking

  • LOL LOL am 17.10.2015 23:57 Report Diesen Beitrag melden

    selber schuld

    ist doch super Amerika schafft sich schneller ab als gedacht oh was für ein schöner Tag :)

  • Schorsch Gaggo am 17.10.2015 21:03 Report Diesen Beitrag melden

    Typische Win/Win Situation

    Ist ja fast eine Win/Win Situation! Glauben die Amis der Studie, geht es der Umwelt besser. Glauben sie es nicht und machen so weiter, dankt die ganze Welt!

  • Hans Meier am 17.10.2015 19:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wann verbietet das FDA das Fracking?

    Die amerikanische Gesundheitsbehörde (FDA) spielt sich gegenüber europäischen Pharma-und Medtech-Firmen sehr als Weltpolizist aus (wehe, euer Produkt schöfigt einen Amerikaner). Schon interessant, dass die US-Öl-Lobby ausgelassen wird!

    • R.I. am 18.10.2015 11:41 Report Diesen Beitrag melden

      Später!

      ...wenn dann die Deutschen daran schuld sein werden und noch einmal gründlich abgezockt werden können werden infolge Produktefehldeklaration von Bayer oder Konsorten

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