Mehr Höhepunkte

17. Mai 2018 13:39; Akt: 17.05.2018 13:39 Print

Wieso sich Frauen vor dem Sex schnäuzen sollten

Unsere Nase entscheidet mit, wen wir toll finden. Auch für ein erfülltes Sexleben ist sie wichtig, zumindest wenn man Wert auf Orgasmen legt.

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Beim Sex kann ein guter Geruchssinn von Vorteil sein. Das berichten Forscher der Technischen Universität Dresden. Ihnen zufolge kommen Frauen, die gut riechen können, häufiger zum Orgasmus. Der Begriff Orgasmus stammt übrigens aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie «vor Liebesverlangen glühen». Er bezeichnet den Höhepunkt des sexuellen Lustempfindens. Der Gang einer Frau verrät, wie sie kommt. Das behaupten jedenfalls belgische Forscher der katholischen Universität von Louvain. Sie sind überzeugt, dass man beim Laufen erkennt, ob eine Frau zu einem vaginalen Orgasmus fähig ist oder nicht. Die ersten Erfahrungen mit dem Höhepunkt machen viele schon im Mutterleib. Besonders männliche Embryonen stimulieren und berühren auf Ultraschallbildern ihre Geschlechtsorgane. Ausserdem legen Kinder viel früher als angenommen - also vor der eigentlichen Geschlechtsreife - Hand an sich selbst. Der Orgasmus ist nicht nur das höchste der Gefühle, er macht auch noch schön. Das zumindest behauptet Neurophysiologe David Weeks vom Royal Edinburgh Hospital. Weitere positive Nebenwirkung: Der Orgasmus stärkt das Immunsystem und baut Stress ab. Bei sexuellen Handlungen nimmt das Stresshormon Kortisol deutlich ab, während die Konzentration der Powerhormone Adrenalin und Noradrenalin deutlich ansteigt. Ihren Höchststand erreichen sie beim Orgasmus – er kann bis zu 100 Prozent über dem Normalwert liegen. Zusätzlich verdoppelt sich die Anzahl der natürlichen Killerzellen des Immunsystems. Doch nicht immer kommen Frauen zum Höhepunkt. Deswegen faken sie ihn. Laut Forschern der Columbia Universität in New York spielt Angst vor Untreue in diesen Fällen eine grosse Rolle. So gaben die meisten Studienteilnehmerinnen an, dass sie das Interesse des Partners an der Beziehung wachhalten und ihn vom Fremdgehen abhalten wollten. Eine mögliche Ursache für Orgasmusprobleme könnte ein zu grosser Abstand zwischen Klitoris und Scheidenöffnung sein, wie US-Forscher Kim Wallen feststellte. Demnach sind weniger als 2,5 Zentimeter Abstand ein Erfolgsindikator für den weiblichen Orgasmus beim Geschlechtsverkehr. Als andere Erklärung könnten die Ergebnisse von niederländischen Forschern gewertet werden. Sie haben herausgefunden, dass Hände und Bauch einer Frau deutlich sensibler sind als ihr Genitalbereich. Schläft der Mann nach dem Sex ein, ist das nicht seine Schuld. Vielmehr wird beim männlichen Geschlecht nach dem Orgasmus das Müdigkeitshormon Prolaktin ausgeschüttet. Dass während des Höhepunkts die Zeit wie im Flug vergeht, haben Forscher der Universität Kopenhagen schon 1984 herausgefunden. Damals liessen sie Frauen schätzen, wie lange der Orgasmus gedauert hätte. Nahezu alle gaben eine gefühlte Zeitspanne von 12 Sekunden an. Die Stoppuhr, die zur Überprüfung diente, zeigte hingegen durchschnittlich 26 Sekunden an. Beim Sex ist das Ejakulat durchschnittlich um 20 Prozent umfangreicher, als wenn der Mann selbst Hand anlegt. Doch in beiden Fällen stösst der Penis das Ejakulat mit einer Geschwindigkeit von etwa 17 Kilometern pro Stunde aus. Das ist vergleichbar mit dem Tempo von Langstreckenläufern. Bei einzelnen Männern wurden sogar Geschwindigkeiten von bis zu 50 Kilometern pro Stunde gemessen. Orgasmen machen laut US-Sexualforscherin Beverly Whipple schmerzunempfindlich. In einer Studie hatte sie mit einem Gerät Druck auf die Finger von Frauen ausgeübt und geschaut, wie weit sie gehen konnte. Das Ergebnis: Beim Sex erhöht sich die Schmerzgrenze durchschnittlich um 75 Prozent. Deshalb bemerken wir Kratzer und blaue Flecken erst später. Für die einen ist Sex während der Menstruation unvorstellbar, für die anderen gibt es nichts Besseres - und das aus gutem Grund. Weil während der Periode die Geschlechtsteile viel besser durchblutet sind, können Frauen in der Zeit häufiger und schneller zum Orgasmus kommen. Nicht alle Frauen sind laut, wenn sie kommen, sondern werden ganz, ganz still. Deutlich einfacher zu interpretieren sind folgende Körperreaktionen: Ihre Pupillen erweitern sich, ihr Herz rast, die Haut wird rosig und ihre Bauchmuskeln ziehen sich rhythmisch zusammen. Auch ihre Schamlippen werden besser durchblutet und damit dunkler. Und: Ihre Klitoris ist danach übersensibel und braucht erst einmal etwas Ruhe.

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Möchte man mit jemandem ins Bett, ist es wichtig, sein Gegenüber gut riechen zu können. Und das nicht nur im übertragenen Sinne, denn der Geruch eines Menschen entscheidet mit, ob wir jemanden sympathisch finden oder nicht (siehe Box).

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Doch das ist noch nicht alles, wie Wissenschaftler der Technischen Universität Dresden berichten. Ihnen zufolge beschert eine freie Nase Frauen mehr Orgasmen.

Je freier die Nase, desto besser der Sex

Für die Studie baten die Forscher 70 Frauen, Auskunft zu ihrem Sexleben und Geruchssinn zu geben. Dabei zeigte sich, dass diejenigen, die ihren Geruchssinn als sensibel und gut beschreiben, deutlich häufiger Höhepunkte erleben.

Konkret kommen sechs der sieben Frauen mit feinem Näschen regelmässig zum Orgasmus – bei den Frauen mit schlechtem Geruchssinn schafft das hingegen nur eine von sieben.

Im Zweifelsfall Naseputzen

Konfrontiert mit den neuen Erkenntnissen, rät der britische Psychotherapeut Philip Hodson im Interview mit «The Sun» Frauen, vor dem Sex im Zweifelsfall noch einmal zum Taschentuch zu greifen. Die Studie weise darauf hin, «dass eine Erkältung und eine verstopfte Nase die Erregung erschweren können».

Wie wichtig der Duft des Partners ist, zeigte kürzlich auch eine Studie von Psychologen der University of British Columbia. Laut dieser kann allein der Geruch des Liebsten ein wirkungsvolles Mittel gegen Stress sein. Und das sogar dann, wenn der Partner physisch gar nicht anwesend ist.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • a.s. am 17.05.2018 13:46 Report Diesen Beitrag melden

    freie Nase..

    ..sollte man doch sowieso haben, mit vollem mund und verstopfter Nase ist das atmen schwer ;)

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  • Selina am 17.05.2018 14:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles klar

    Alles klar, werde von nun an mir vorher die Nase putzen. Dann sollte ich mehr Velo fahren, oder doch wieder weniger, damit ich nicht taub werde da unten? Hm, und damit ich besser rieche ist ja dass nicht mit dem duschen, morgens und abends, aber trotzdem nur einmal täglich damit die Haut nicht leidet. Puh, ist ja ganz schön anstrengend ...

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  • Casanova am 17.05.2018 13:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles klar

    Jetzt ist mir klar, weshalb Frauen sich immer schnäuzen, wenn sie mich sehen. Sie wollen mich.... riechen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • S.G., Lech am 18.05.2018 16:41 Report Diesen Beitrag melden

    Windelfetischist

    Ich hatte mal einen, der trug Windeln mit 35. Schnäuzen musste ich trotzdem.

  • Sara S am 18.05.2018 12:22 Report Diesen Beitrag melden

    Weg damit

    Ich brauche keine freie Nase, ich halte mich nicht lange mit dem Zeug auf. Ex und hopp.

  • Zero Cool am 18.05.2018 11:24 Report Diesen Beitrag melden

    Immer frei

    Meine Damen hatten stets freie Nasen. Ich wäre auch sehr empört gewesen, wenn etwas das Liebesspiel unterbrochen hätte.

  • Atheist am 18.05.2018 10:36 Report Diesen Beitrag melden

    sehr glaubwürdig

    "Der Gang einer Frau verrät, wie sie kommt. Das behaupten jedenfalls belgische Forscher der katholischen Universität von Louvain" - Die Katholiken waren schon stets Fachleute, was die Sexualität angeht...

  • D.K. am 18.05.2018 04:01 Report Diesen Beitrag melden

    Frauen sind egal geworden

    Ich habe habe der Sexualität abgeschworen. Nach exessiven Jahren der Promiskuität ist es mir heute egal, ob sie sich noch die Nase putzt.

    • Lucas Scholz am 18.05.2018 08:43 Report Diesen Beitrag melden

      Muss man respektieren

      Ui, das klingt aber verbittert. Schlechte Erfahrungen gemacht oder einfach ein Alter erreicht, wo das Interesse nicht mehr da ist?!

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