Elektroden im Gehirn

03. Mai 2013 16:32; Akt: 03.05.2013 16:32 Print

Frühwarnsystem soll Epileptikern helfen

Können Epileptiker schon bald ihre Anfälle vorhersehen? Forscher haben einen Weg gefunden, Impulse im Gehirn zu messen und an ein kompaktes Warngerät weiterzuleiten.

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Elektroden im Gehirn sollen Epileptikern künftig zu mehr Lebensqualität verhelfen. Wissenschaftler brachten bei Patienten Sensoren an, die elektrische Impulse an der Gehirnoberfläche messen, wie es in der jüngsten Ausgabe des Fachmagazin «The Lancet Neurology» heisst. Die Elektroden waren mit einem kleinem Gerät verbunden, das an der Brust der Patienten unter der Haut implantiert wurde.

Von dort aus wurden die gemessenen Daten an ein weiteres Gerät gesendet, das die Wahrscheinlichkeit eines Anfalls berechnet. Bei grosser Wahrscheinlichkeit für einen Anfall leuchtete das Gerät rot auf, bei gemässigtem Risiko weiss, bei geringem Risiko blau. «Zu wissen, wann sich ein Anfall anbahnt, könnte die Lebensqualität und Unabhängigkeit von Menschen mit Epilepsie erheblich verbessern», schreibt Studienleiter Mark Cook von der australischen Universität Melbourne.

Medikamente wirken nicht immer

Epileptiker könnten so gefährliche Situationen beim Autofahren oder Schwimmen vermeiden. Auch müssten Patienten Medikamente gegen Anfälle nur noch dann einnehmen, wenn diese unmittelbar bevorstehen, und nicht mehr regelmässig zu sich nehmen.

Laut Weltgesundheitsorganisation leiden weltweit rund 50 Millionen Menschen unter Epilepsie. Starke elektrische Entladungen in einem Teil von Gehirnzellen führen bei den Patienten zu Zuckungen oder schweren Krampfanfällen. Laut der in «The Lancet Neurology» veröffentlichten Studie gelingt es 30 bis 40 Prozent der Patienten nicht, die Erkrankung mit Medikamenten zu kontrollieren.

(jcg/sda)