Weltuntergang

09. August 2017 10:45; Akt: 09.08.2017 10:45 Print

Geniessen Sie den August, es könnte Ihr letzter sein

Verschwörungstheoretiker sind in heller Aufruhr. Nach der Sonnenfinsternis am 21. August soll mit unserem Planeten bald Schluss sein.

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Seit über 40 Jahren prophezeit die Nibiru-Weltuntergangsbewegung ein baldiges Ende der Welt, ausgelöst durch eine Kollision des mythischen Planeten Nibiru mit der Erde. Der Hobby-Astrologe und christliche Numerologe David Meade will nun den 23. September als Zeitpunkt ausgemacht haben, an dem Nibiru auftauchen wird. Dafür führt er einen Wust an Beweisen an. Vorbote des Ereignisses ist laut Meade die Sonnenfinsternis, die sich am 21. August über den USA abspielen wird. Genau 33 Tage nach dem Jahrhundertereignis werden die Sterne so stehen, wie im Neuen Testament (Offenbarung 12,1) beschrieben. Für Meade ein unumstösslicher Hinweis auf die bevorstehende Apokalypse. Überhaupt gibt es für Meade eine solche Häufung der Zahl 33, dass dies kein Zufall sein kann. So kommt im Buch Genesis der Name Elohim, eine Bezeichnung für Gott, 33-mal vor. Beim Mond, der am 21. August die Sonne verdeckt, handelt es sich um einen sogenannten Schwarzmond. So wird der dritte Neumond einer Jahreszeit bezeichnet, die vier Neumonde statt der üblichen drei hat. Ein solcher kommt nur alle 33 Monate vor. Die Sonnenfinsternis beginnt in Oregon, dem 33. Bundestaat der USA, und endet ungefähr auf dem 33. Breitengrad in der Nähe von Charleston, im Bundesstaat South Carolina. Die letzte Sonnenfinsternis, die die USA von Ost nach West durchquert hat, war 1918. Vor 99 Jahren oder dreimal 33 Jahren. Das Problem an der ganzen Sache: Niemand hat je die Existenz des Planeten Nibiru glaubwürdig nachweisen können, geschweige denn ihn je gesehen. Wer also die Gelegenheit hat, am 21. August in den USA die Sonnenfinsternis mitzuerleben, sollte sie geniessen und keine Gedanken an einen drohenden Weltuntergang verschwenden. Der kommt nämlich nicht. Versprochen.

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Das Ereignis hält die USA seit Monaten in Atem. Am 21. August werden 14 Bundestaaten von der West- bis zur Ostküste eine totale Sonnenfinsternis erleben, das heisst, der Mond wird die Sonne komplett verdecken. Weite Teile des Landes werden sich verdunkeln, Tiere verstummen und die Temperaturen merklich sinken (siehe Box).

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So ist das bei einer totalen Sonnenfinsternis. Und wenn sie dann vorbei ist, dann ist alles wieder wie vorher. Oder etwa nicht? Ein Untergangsprophet will untrügliche Zeichen erkannt haben, dass die sogenannte Grosse Amerikanische Sonnenfinsternis nichts anderes als ein Omen für das Ende der Welt ist.

David Meade, ein Hobby-Astrologe und christlicher Numerologe, hat errechnet, dass am 23. September der mythische Planet Nibiru, auch Planet X genannt, erscheinen und dann mit der Erde kollidieren wird. In der englischen Boulevardzeitung «Daily Star» führt er dafür eine Reihe von Beweisen an.

Die Bibel und die 33

«Die Grosse Amerikanische Sonnenfinsternis ist ein wichtiger – ein riesiger – Vorbote», so Meade. Er verweist auf das Alte Testament, wo es in Jesaja 13,9-10 heisst: «Sieh, der Tag des HERRN kommt, grausam und mit Wut und glühendem Zorn, um die Erde entsetzlich zu verwüsten und ihre Sünder von ihr zu tilgen. Die Sterne des Himmels und seine Orione lassen ihr Licht nicht strahlen, finster ist die Sonne bei ihrem Aufgang, und der Mond lässt sein Licht nicht scheinen!»

Tatsächlich ist an diesem Tag die Sonne eine Zeit lang finster, wenn auch nicht bei Sonnenaufgang. Und der Mond scheint an diesem Tag natürlich auch nicht. Es ist ein sogenannter Schwarzmond. So wird der dritte Neumond einer Jahreszeit bezeichnet, die vier Neumonde statt der üblichen drei hat. Ein solcher kommt nur alle 33 Monate vor.

Überhaupt hat es die Zahl 33 dem Untergangspropheten angetan. In seiner Beweisführung ist sie so wichtig, dass er von einer «33-Konvergenz» spricht. So kommt im Buch Genesis der Name Elohim, eine Bezeichnung für Gott, 33-mal vor. Die Sonnenfinsternis beginnt in Oregon, dem 33. Bundestaat der USA und endet ungefähr auf dem 33. Breitengrad in der Nähe von Charleston, im Bundesstaat South Carolina. Die letzte Sonnenfinsternis, die die USA von Ost nach West durchquert hat, war 1918. Vor 99 Jahren oder dreimal 33 Jahren. Schliesslich ist der 23. September 33 Tage nach der Sonnenfinsternis.

Seltene Sternenkonstellation

Doch weshalb ist der 23. September wichtig? Laut Meade ergibt sich an diesem Tag eine äusserst seltene Sternenkonstellation, die in der Offenbarung 12,1 als «gewaltiges Zeichen am Himmel» beschrieben wird. Für Meade ein unumstösslicher Hinweis auf die bevorstehende Apokalypse. «Das ist in der Tat ein verblüffendes Omen und ein fürchterliches Zeichen», sagte er dem «Daily Star».

Können wir also dieses Jahr Weihnachten vergessen? Nicht unbedingt. Denn obwohl die Nibiru-Weltuntergangsbewegung seit Mitte der 1970er-Jahren vor diesem riesigen Planeten warnt und sich dabei auf Babylonier und Sumerer beruft, hat kein Wissenschaftler je einen solchen Planen beobachtet. Zwar wollen Wissenschaftler des California Insitute of Technology vor kurzem Hinweise auf einen neunten Planeten in unserem Sonnensystem gefunden haben, doch gesehen hat auch diesen Himmelskörper noch niemand. In der Forschung sind ihre Erkenntnisse denn auch höchst umstritten.

Ein guter Goldfischname

Auch die US-Raumfahrtbehörde Nasa hält nichts von den Prophezeiungen der Nibiru-Weltuntergangsbewegung. Bereits 2009 hat Don Yeomans, eine Experte für erdnahe Objekte, in einem Blogbeitrag erklärt: «Es gibt keine glaubwürdigen Beweise – teleskopischer oder anderer Natur – für die Existenz dieses Objekts. Es gibt auch keine Beweise für irgendeine Beeinflussung anderer Himmelskörper durch dessen Schwerkraft.» Er fügt jedoch an, dass ihm der Name Nibiru eigentlich ganz gut gefallen würde. Sollte er sich jemals einen Goldfisch zutun, dann stünde Nibiru wohl an erster Stelle auf der Liste möglicher Namen.

Und so wird die Welt wohl auch nach der Grossen Amerikanischen Sonnenfinsternis nicht untergehen. Wie sie auch im Mai 2003 und im Dezember 2012 nicht untergegangen ist, trotz Prophezeiungen der Nibiru-Jünger. Doch so schnell lassen sich Untergangspropheten nicht entmutigen. Und so stehen die nächsten Daten für die Apokalypse schon fest, wie eine Liste auf Wikipedia verrät. Demnach könnte es schon 2020 oder 2021 wieder so weit sein.


Der Nasa-Experte David Morrison erklärte bereits 2011, dass es Nibiru nicht gibt. (Video: Nasa)

(jcg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Paolo am 09.08.2017 11:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rentenreform?

    Am 24. September stimmen wir doch über die Rentenreform 2020 ab! Das AHV-Problem ist somit auch schon gelöst!

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  • noemie am 09.08.2017 11:02 Report Diesen Beitrag melden

    Dr

    Sollten wir nicht seit dem 21.12.12 untergegange sein?

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  • Pesche am 09.08.2017 10:57 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Das schlimme ist ja, dass es tatsächlich Leute gibt, die diese Zahlenkünstler und Untergangsfanatiker ernst nehmen. Da kann ich mir nur an den Kopf greifen

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Anunaki am 10.08.2017 23:49 Report Diesen Beitrag melden

    Die Regierung kontrolliert uns

    Ach, jeder weiss doch, dass die Erde eine Scheibe ist. Nibiru wird locker an uns vorbeidüsen. Popocorn und Sonnenbrille sind bereit. Sowohl für den Tag X, als auch für die eintreffenden Kommentare. ;)

  • M6 am 10.08.2017 10:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unnötiger Artikel

    Ich denke nicht das dies geschieht. Auch wenn es geschehen würde, warum postet man sowas. Man soll das Leben vorab nehmen und sich von der Zukunft überraschen lassen. Dieser Artikel beunruhigt nur die Menschheit, sehr schwacher Artikel.

  • Paperlapapp am 10.08.2017 10:14 Report Diesen Beitrag melden

    Krank und Pervers

    Genau jene, welche uns ein leben nach dem Tod und göttliche Zuwendung versprechen sind jene, welche immer und immer wieder mit dem Weltuntergang hinterm Ofen hervor kriechen. Alles für uns relevante hat ein Anfang und ein Ende, da gehört der imaginäre Freund nicht dazu

  • Tinkerbell am 10.08.2017 06:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trump und Kim Jong Un

    Mitte August könnte in etwa hinkommen, aber nur wegen den zwei Grössenwahnsinnigen!

  • intrade-motors am 10.08.2017 05:35 Report Diesen Beitrag melden

    ?welt untergang oder zu viel dubi

    ?Sind da dran auch die Diesel autos schuld?