31 Jahre nach dem GAU

07. Mai 2017 08:53; Akt: 07.05.2017 08:53 Print

In Tschernobyl brennt auf einmal wieder Licht

von Fee Riebeling - Seit 1986 ist die ukrainische Stadt Pripyat verlassen. Doch kürzlich leuchtete es dort in der Nacht taghell. Kehrt etwa das Leben zurück?

Bildstrecke im Grossformat »
Die ummittelbare Nähe zum Atomkraftwerk Tschernobyl wurde der Stadt Pripyat 1986 zum Verhängnis. Nach dem durch Kernschmelze und Explosion ausgelösten Fallout ... ... mussten die damals rund 50'000 Einwohner des bis dato sehr lebendigen Pripyat evakuiert werden. Ihnen war gesagt worden, sie müssten sich auf eine dreitägige Abwesenheit einrichten. Deswegen finden sich trotz Plünderungen in der Vergangenheit auch heute noch viele persönliche Gegenstände in den Häusern. Von aussen sieht das jedoch anders aus. Da ist sofort klar: Hier wohnt schon lange keiner mehr. Am 26. April 2017 – und damit exakt 31 Jahre nach der Katastrophe – war der Eindruck jedoch ein anderer. Denn auf einmal leuchteten Strassenlaternen ... ... und einige Innenräume in der eigentlich verlassenen Stadt. Und das zum ersten Mal seit rund drei Jahrzehnten. Verantwortlich für die unerwartete Illumination war eine Gruppe von polnischen urban explorers, ... ... die sich in erster Linie mit der besonders stark verstrahlten Region um Tschernobyl herum beschäftigen. Ihr Name lautet entsprechend: Napromieniowani – die Verstrahlten. Weil die Stromzufuhr von damals zum Teil gekappt war und ... ... zudem Kabel, Birnen und Leuchtstoffröhren in der Zwischenzeit entwendet worden sind, ... ... rückte die Truppe mit Generatoren ... ... und Ersatz-Leuchtmitteln an. Mit deren Hilfe beleuchteten sie alte Schulräume, ... ... genauso wie ... ... Büros, ... ... Kellerräume ... ... und in die Jahre gekommene Firmenschilder. Auf ihrer Facebookseite weisen die Verantwortlichen darauf hin, dass sie nicht einfach so mit Strom herumhantiert hätten: Ein Gruppenmitglied sei immerhin ausgebildeter Elektriker. Wer das erleuchtete Pripyat selbst mal erleben möchte, kann sich den «Verstrahlten» gern anschliessen. Die nächste Begehung ist für Ende Mai geplant.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Bis zum 26. April 1986 war die Welt im ukrainischen Pripyat völlig in Ordnung. Doch dann kam es im wenige Kilometer entfernten Atomkraftwerk Tschernobyl zur Kernschmelze. Der Reaktorblock 4 explodierte, und radioaktiver Staub rieselte auf die Erde.

Umfrage
Würden Sie einen Ausflug nach Tschernobyl machen?

Die damals rund 50'000 Einwohner Pripyats mussten evakuiert werden. Trotz mehrmaliger Dekontaminierungen gilt die Stadt am gleichnamigen Fluss bis heute als unbewohnbar. Die Strahlenbelastung ist immer noch zu hoch. Aus der einst so belebten Siedlung ist eine Geisterstadt geworden.

Doch auf den Tag genau 31 Jahre nach dem Unglück leuchtete es nachts wieder aus den Fenstern. Und auch einige Strassenlaternen waren eingeschaltet. Was es damit auf sich hat, erfahren Sie in der Bildstrecke oben.

Was sich damals genau zugetragen hat, erfahren Sie dagegen in dieser Bildstrecke:

Plötzlich war Tschernobyl in aller Munde

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dani B. am 07.05.2017 09:13 Report Diesen Beitrag melden

    es reicht

    Für die bewegende und banale Story muss ich erst den Text lesen, welcher mich auf eine Bildstrecke verweist, in der ich nach vierzehn Klicks die Erklärung finde. Ich will kompakte Information, keine Schnitzeljagd!

    einklappen einklappen
  • Der Reaktor am 07.05.2017 09:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verstrahlt

    Ich suche Jemanden der gerne mal in diese Region reisen würde! Leider haben alle Angst davor!

    einklappen einklappen
  • West_Casten am 07.05.2017 09:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Krass

    Bin ich der einzige der das Interessiert hat? Schon krass was passiert ist weil die Menschen etwas testen wollte, aber ja jetz weiss ich mehr über Tschernobyl. Danke ware eine gute story

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Herr Hans Nötig am 08.05.2017 17:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Darum bin ich so

    Ich 1986 Jahrgang war schon immer ein wenig anders oder halt komisch in den Augen von anderen. Immer schlechte Noten, Heimkind, ADHS, und und und. Ich habe Sachen an meinem Körper die kein Arzt erklären kann und mir Schmerzen zubereiten. Ich habe manchmal den Verdacht dass das geschehen in Prjipiat Chernobyl damit etwas zu tun haben könnte. Ich kenne auch fast niemanden mit meinem Jahrgang. Oh man, wäre meine Mutter doch ein Jahr später schwanger geworden.

  • Boris am 08.05.2017 12:50 Report Diesen Beitrag melden

    Pripyat

    Ich würde lieber 2 Jahre nach Pripyat als 1 Tag Türkei.

  • Simon am 08.05.2017 12:35 Report Diesen Beitrag melden

    das passiert, wenn man nicht lernen will

    Der Mensch lernt eben nicht aus seinen Fehlern. Hat man beispielhaft in Fukushima gesehen, wo man das Problem immer noch nicht unter Kontrolle hat. Und sieht man heute in der allgemein positiven Einstellung ggü. Atomenergie (das Risiko ist ja soo klein...).

  • Der Mensch am 08.05.2017 10:55 Report Diesen Beitrag melden

    Menschliches Versagen

    Harrisburg war menschliches Versagen, Tschernobyl war menschliches Versagen, Fukushima war menschliches Versagen. Aber das grösste menschliche Versagen ist, an den Atomkraftwerken festzuhalten und nicht schnellst möglich vom Netz zu nehmen.

  • Typhoeus am 08.05.2017 09:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Totenlampen

    ja, aber es ist immer noch die nachhaltige Totenlampe der lebensbedrohlichen Strahlung.