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Vulkanausbruch
16. April 2010 14:49; Akt: 11.05.2010 16:45 Print
Ist der Sommer in Gefahr?
von Daniel Huber - Die Aschewolke aus dem Schlot des Eyjafjallajökull verdüstert den Himmel über Europa. Kommt es in der Folge zu einer globalen Abkühlung?
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Unaufhaltsam wälzt sich eine gewaltige Aschewolke von Island her über unseren Kontinent und bringt den Flugverkehr zum Erliegen. Doch die Wolke könnte noch für ganz anderes Ungemach sorgen: Vulkaneruptionen dieser Grössenordnung können das Wetter verändern und empfindliche Abkühlungen bewirken.
Krater des Tambora auf Sumbawa
Krater des Laki auf Island
Sturm auf die Bastille 1789
Wird uns also der isländische Vulkan den Sommer vermiesen? Ein Blick in die Vergangenheit fördert da einige unerfreuliche Beispiele zu Tage. Als 1991 der philippinische Vulkan Pinatubo ausbrach, wurde die Sonnenstrahlung um fünf Prozent reduziert und die globale Temperatur sank nach Schätzungen der Meteorologen um etwa ein halbes Grad.
Jahr ohne Sommer
Eine solche Abkühlung ist jedoch noch nichts im Vergleich zu den Folgen eines wirklich verheerenden Ausbruchs. 1815 explodierte auf der indonesischen Insel Sumbawa der Gipfel des Tambora — die stärkste Eruption seit
Die Folge war ein vulkanischer Winter: 1816, das «Jahr ohne Sommer», war vor allem in Amerika und in Europa ungewöhnlich kalt. Von April bis September gingen Regen-, Graupel- und Schneeschauer nieder. Die Schweiz traf es besonders hart: Hier schneite es jeden Monat mindestens einmal bis auf 800 Meter über Meereshöhe. Es kam zu Missernten, und im Jahr darauf stieg der Getreidepreis extrem an. Hungersnöte dezimierten die Bevölkerung. Die klimatische Abkühlung hielt noch bis 1819 an.
«Je höher, desto schlimmer»
Droht mit dem Ausbruch des Eyjafjallajökull ein ähnlich verheerendes Szenario? Der Meteorologe Andreas Hostettler von Meteo Schweiz sagt auf Anfrage von
«Je höher, desto schlimmer — das kann man etwa so ausdrücken», meint Hostettler. Der bei der Eruption ausgestossene Schwefel bildet in der Atmosphäre Schwefelsäuretröpfchen, an denen die Sonnenstrahlung reflektiert wird. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt habe die Hauptmasse der Aschewolke allerdings erst eine Höhe von etwa sechs Kilometern erreicht. Dies genügt nicht, um eine klimatische Abkühlung zu bewirken; dafür müsste die Asche in die Stratosphäre vordringen, die erst ab etwa fünfzehn Kilometer Höhe beginnt.
Politische Eruption
Welche Erschütterungen nicht nur seismischer Natur der Ausbruch eines isländischen Vulkans nach sich ziehen kann, zeigt die Eruption des Laki, die im Juni 1783 begann und sich über acht Monate hinzog. Gewaltige Asche- und Schwefelmengen gelangten in die Atmosphäre und sorgten für massive Ernteausfälle und Nahrungsknappheit in Europa und Nordafrika. Kurz darauf, 1789, brach die Französische Revolution aus — eine politische Eruption, die den Lauf der Weltgeschichte veränderte.

























