Herrscher-Gene

28. Juli 2011 22:50; Akt: 28.07.2011 22:10 Print

Jeder zweite Schweizer hat die «Pharao-DNA»

von Raffaela Moresi - Wie ein Gott wurde der ägyptische Pharao Tutanchamun verehrt. Jetzt steht fest: Jeder zweite Schweizer Mann ist mit dem legendären Herrscher verwandt.

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Die goldene Totenmaske des Tutanchamun. (Bild: Keystone)

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Gerade mal neun Jahre alt war Tutanchamun, als er vor über 3000 Jahren in Ägypten zum Pharao gekrönt wurde. Seine Goldmaske, mit der er nach dem Tod in einen edlen Sarkophag gebettet wurde, ist weltberühmt. Vergangenes Jahr untersuchten ägyptische Wissenschaftler die DNA des Kindkönigs. «Anhand von Filmaufnahmen konnten wir nun das Profil erstmalig entschlüsseln», sagt Roman Scholz, Geschäftsführer des Gentest-Instituts Igenea.ch in Zürich. Erstaunlich: Tutanchamuns DNA weist eine Untergruppe auf, die hierzulande stark verbreitet ist. «Ungefähr 50 Prozent der männlichen Schweizer gehören ebenfalls zu dieser Gruppe und haben damit einen gemeinsamen Stammvater mit dem Pharao», so Scholz. Dieser Vorfahre lebte vor etwa 9500 Jahren in der Kaukasus-Region.

Ob man die «Herrscher-Gene» tatsächlich in sich trage, lasse sich rein äusserlich nicht beurteilen. Das Institut bietet nun neu einen speziellen Y-DNA-Test an, den jeder Mann mittels Speichelprobe daheim durchführen kann – für stolze 159 Franken. Stellt sich dabei heraus, dass ein kleiner Pharao in einem steckt, dürfte dies bei künftigen Partnern durchaus Eindruck machen. Scholz stellt aber klar: «Rein genetisch gesehen hat man keine Vorteile dadurch.»