Tuning für den Körper

18. September 2014 17:14; Akt: 18.09.2014 17:14 Print

Jetpack macht aus Soldaten Supersprinter

Forscher in den USA haben einen Düsenrucksack entwickelt, der es jedem Läufer ermöglichen soll, einen Kilometer in zweieinhalb Minuten zu laufen.

John Kerestes stellt sein 4MM-Jetpack vor. (Video: Youtube/asuresearch)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Flügel verleiht er nicht, der neue Düsenrucksack, den die Arizona State Universität im Auftrag der US-Rüstungsagentur Darpa entwickelt hat. Aber er macht wenig trainierte Läufer schneller. Die vom angehenden Ingenieur Jason Kerestes erdachte Apparatur wird am unteren Teil des Rückens getragen und verfügt über zwei Triebwerke, die einen regelmässigen Schub erzeugen. Ziel des 4MM genannten Projekts ist es, Läufern zu ermöglichen, eine Meile in vier Minuten zurückzulegen (4 Minute Mile). Das entspricht einer Zeit von zweieinhalb Minuten für einen Kilometer. Der aktuelle Weltrekord für eine Meile liegt bei 3:43 Minuten.

Tests in diesem Sommer haben gezeigt, dass das Jetpack die Zeiten über kurze und lange Strecken durchgehend verbessern konnte, auch wenn das Ziel der Vier-Minuten-Meile noch nicht erreicht wurde. Zudem erwies es sich als kraftsparend: Läufer verbrauchten dank dem Gerät weniger Energie, obwohl sie fünf Kilo zusätzlich mit sich herumschleppten. Finanziert wurde die Entwicklung von der US-Rüstungsagentur Darpa. Sollte sich das 4MM-Jetpack bewähren, könnte es künftig Soldaten in speziellen Kampfsituationen zu entscheidenden Vorteilen bei der Geschwindigkeit verhelfen.

Akkubetrieb

Kerestes hat den Prototyp in seiner eigenen Schweisserwerkstatt selber gebaut. Der Aufbau ist einigermassen simpel. Mit Akkustrom werden Propeller angetrieben, die Luft durch nach hinten gerichtete Düsenöffnungen ausstossen. Damit wird Schub generiert. Während der Tests hat sich gezeigt, dass eine Schubmenge, die 15 Prozent des Läufergewichts entspricht, ideal ist. Weniger hätte keinen Effekt, mehr würde den Läufer zu Fall bringen.

«Das 4MM-Jetpack könnte den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen», erklärt Kerestes im obigen Video. Er hofft, dass seine Erfindung es Soldaten ermöglichen wird, in heiklen Situationen schneller vor Ort, aber auch schneller wieder weg zu sein. Noch offen ist, wann das Gerät serienreif sein wird und wie lange eine Akkuladung reicht.


Auch auf dem Skateboard ist man dank Jetpack schneller. (Video: Youtube/Jason Kerestes)

(jcg)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Limone am 18.09.2014 18:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Haben will!

    Liebes Kristkindlein Ich wünsche mir ein Jetpack und ein Slalomboard. Deine brave Limone

  • Mike am 18.09.2014 17:52 Report Diesen Beitrag melden

    Für mich?

    Vielleicht ist das etwas für mich am nächsten Grand Prix in Bern?

  • Tom am 18.09.2014 21:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wäre was für mich..

    .. bevor ich ins Altersheim muss

Die neusten Leser-Kommentare

  • johann am 19.09.2014 13:20 Report Diesen Beitrag melden

    Nutzen?

    Heutzutage läuft keine Armee mehr weit und die Zeiten der Nachrichtenläufer (wie in Marathon) sind längst vorbei. Was bringt das ganze? Sollen die Soldaten nun einen Panzer zu Fuss folgen?

  • Cryptonite am 19.09.2014 12:08 Report Diesen Beitrag melden

    Alles für das Böse

    Alles für den Krieg... Warum entwickeln solche Forscher immer für die Armee, für Todbringer und nicht für den Frieden? Und ja, ihr ach so tollen, ach so harten, "Bösmenschen", im Gegensatz zu euch weiss was Krieg bedeutet. Er ist alles andere als erstrebenswert...

  • Daniel Düsentrieb am 18.09.2014 22:10 Report Diesen Beitrag melden

    Da wird mein altes Velo zum E-Bike

    Schnell wie der Wind.

  • Hugo Horber am 18.09.2014 22:05 Report Diesen Beitrag melden

    Fragwürdig

    Als 20jähriger lief ich einen Kilometer in 2 Minuten 40,6 Sekunden... vor 50 Jahren. Diese jungen Leute sollen einen Düsenantrieb erhalten für 10 Sekunden mehr. Die Gegner wissen das und rauben dann das Jetpack.. Stupide Idee..

  • Tom am 18.09.2014 21:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wäre was für mich..

    .. bevor ich ins Altersheim muss