Kannibalismus

07. Oktober 2014 22:34; Akt: 07.10.2014 22:34 Print

Junge Hechte haben sich zum Fressen gern

Von wegen viel hilft viel – das Einsetzen von jungen Hechten in Gewässern, in denen es schon Artgenossen gibt, erhöht die Population nicht. Forscher haben herausgefunden warum.

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Lange rätselten Züchter, warum ihre Bemühungen, ihre Hechtzucht aufzustocken, immer ins Leere liefen. Nun haben Forscher vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) und der Berliner Humboldt-Universität die Erklärung gefunden: Der Kannibalismus der Tiere sei schuld, schreiben sie im «Canadian Journal of Fisheries and Aquatic Sciences».

Die Experimente der Biologen ergaben, dass die künstlich aufgezogenen Hechtbrütlinge die Bestandsdichte nur für wenige Wochen steigern. Der rasch beginnende Kannibalismus drücke den Jungfischbestand bereits drei Monate nach dem Besatz wieder auf das Ausgangsniveau. Die Minihechte fressen einander ab einer Grösse von drei Zentimetern.

Erst denken, dann handeln

Die Forscher um Daniel Hühn und Studienleiter Robert Arlinghaus halten fest: «Ähnliche Ergebnisse sind bei vielen anderen Raubfischen wie Zander und Bachforelle zu erwarten, auch wenn bei diesen Arten der Kannibalismus später einsetzt.» Auch unabhängig vom Kannibalismus könne schon allein der Wettbewerb um Futterfische und geeignete Verstecke zur Selbstregulation der Räuber beitragen.

Hechtbesatz berge zudem das Risiko, Krankheiten einzuschleppen oder den Genpool des natürlichen Bestandes mit Zucht-DNA zu schwächen. Er sei also nur wohldosiert ratsam, schlussfolgern die Forscher. Etwa dann, wenn ein Hechtbestand noch fehlt oder Lebensräume vorübergehend verloren gingen. «In allen anderen Fällen kann künftig guten Gewissens auf den natürlichen Hechtbestand vertraut werden.»

(fee/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Flo Caluori am 08.10.2014 09:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super Studie

    Super Forscher haben es heraus gefunden ( was Angler seit Jahren wissen)

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  • Ralf am 08.10.2014 08:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht neues

    Das wusste mein Opa schon und der war kein Wissenschaftler und brauchte auch keine Studie dafür.

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  • Martin am 08.10.2014 10:02 Report Diesen Beitrag melden

    Ab 3 cm!

    Wenn aber Jungfische besetzt werden, bedeutet das, dass sie alle die selbe Grösse haben und sich somit nicht gegenseitig fressen können. Ein Hecht kann einen Fisch fressen, der max. 1/3 seiner eigenen Körper länge hat. Im Übrigen: Eglis fressen sich auch gegenseitig.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Marc fisch am 09.10.2014 07:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ohne Hochwasser geht nichts

    Hechte brauchen jahreszeitlich überschwemmte wiesen als Brutgebiete... Wo gibt es sowas noch in der von der EAWAG regulierten, hochwassergeschützen Schweiz? Beim Hecht braucht es deshalb die vom Mensch unterstützte Aufzucht schon lange..

  • Martin am 08.10.2014 10:02 Report Diesen Beitrag melden

    Ab 3 cm!

    Wenn aber Jungfische besetzt werden, bedeutet das, dass sie alle die selbe Grösse haben und sich somit nicht gegenseitig fressen können. Ein Hecht kann einen Fisch fressen, der max. 1/3 seiner eigenen Körper länge hat. Im Übrigen: Eglis fressen sich auch gegenseitig.

  • Flo Caluori am 08.10.2014 09:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super Studie

    Super Forscher haben es heraus gefunden ( was Angler seit Jahren wissen)

    • Oup3n M@ind3d am 08.10.2014 09:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Forscher bringen Beweise für Vermutungen

      Gewusst ja, den stichhaltigen Beweis liefert die Studie.

    • Enzo am 08.10.2014 15:03 Report Diesen Beitrag melden

      @Oup3n M@ind3d

      Sorry, aber man merkt, dass Sie wohl noch nie eine Angelrute in der Hand hatten. Und ich denke die Forscher auch nicht.... Punkt 1: Wenn ich mit einem Forellenköder eine Forelle fange, ist das wohl Beweis genug dass die Fische Kannibalen sind. Ich muss auch nicht beweisen, dass das Gras grün ist. Das weis man ja auch ohne Studie. Punkt 2: Wenn die Befischung eines Gewässers grösser ist als der zu erwartende natürliche Nachwuchs, dann muss eben nachgeholfen werden mit einem zusätzlichen künstlichen Fischbesatz. Hier ist Rechnen angesagt und kein Studium!

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  • Ralf am 08.10.2014 08:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht neues

    Das wusste mein Opa schon und der war kein Wissenschaftler und brauchte auch keine Studie dafür.

    • Peter Vogel am 08.10.2014 11:46 Report Diesen Beitrag melden

      Es geht um den Beweis.

      Warum hat es deine Oma dann nicht aufgeschrieben und auch einen entsprechenden Beweis dafür erbracht? Alle die nach solchen und ähnlichen Forschungsergebnissen jeweils einen riesen Aufschrei machen und "nichts neues" rufen haben einfach keine Ahnung wie Wissenschaft funktioniert und dass man Erkenntnisse nur auf Basis von anderen bereits gesicherten Erkenntnissen macht. Iphone, Auto und co. sind auch so entstanden.

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