Für Brandopfer

08. März 2013 15:04; Akt: 08.03.2013 15:18 Print

Kinderspital Zürich stellt menschliche Haut her

Seit längerem ist das Kinderspital der Universität Zürich europaweit führend bei der Behandlung junger Brandopfer. Nun haben Forscher erstmals im Labor menschliche Haut hergestellt.

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Zellbiologe Ernst Reichmann hat am Kinderspital Zürich einen optimierten Hautersatz aus körpereigenen Zellen entwickelt. (Bild: Marc Latzel/UZH/Keystone)

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Diesen Sommer ist es so weit. Am Zürcher Kispi erhalten die ersten Kinder mit Verbrennungen künstlich erzeugte menschliche Haut. Bisher nahmen die Ärzte bei Verbrennungen meistens Haut vom Kopf des Patienten. Die Oberhaut mit einer dünnen Schicht Unterhaut kommt dabei auf die verbrannte Körperstelle. Nur: Da die Schicht der Unterhaut sehr dünn ist, schrumpft und vernarbt der Einsatz.

Forscher haben nun erstmals im Labor menschliche Haut herstellen können, wie die Universität Zürich in ihrer Webzeitung «UZH News» vom Freitag schreibt. Diese besteht aus Ober- und Unterhaut inklusive selbsterneuernden Stammzellen, Blutgefässen und Pigmentzellen.

Zuerst wird im Speziallabor ein Stückchen Haut des Patienten in Schichten zerteilt und mit Hilfe von Enzymen in die einzelnen Zelltypen zerlegt. In Kollagen-Gel vermehren sich die Zellen dann zu richtigen Hautstücken. In vorklinischen Studien an Ratten und Schweinen funktionieren diese transplantierten Hautstücke aus dem Labor bestens, wie es weiter heisst.

60 Patienten in Europa

Bereits in diesem Sommer werden am Kinderspital die ersten bis zu 10 mal 20 Zentimeter grossen Hautstücke bei 20 jungen Patienten und Patientinnen eingesetzt. Dazu werden noch je 40 weitere Patienten in Berlin und Amsterdam behandelt.

Hinter den Forschungsergebnissen stehen der Zellbiologe Ernst Reichmann und sein Team von der Tissue Biology Research Unit (TBRU), der Forschungsabteilung der Chirurgischen Klinik am Kinderspital Zürich.

(sda)