An Nobels 116. Todestag

10. Dezember 2012 17:43; Akt: 10.12.2012 18:37 Print

König Carl Gustaf verleiht Nobelpreise

In Stockholm hat der schwedische König die Nobelpreise für Literatur, Physik, Chemie, Medizin und Wirtschaft überreicht. Die Zeremonie fand wie immer am Todestag des Preisstifters Alfred Nobel statt.

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In Oslo erhielt die Europäische Union am 10. Dezember den Friedensnobelpreis. Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident François Hollande erhoben sich zusammen von ihren Zuhörerplätzen in der ersten Reihe und grüssten gemeinsam in den Saal, als der norwegische Komiteechef Thorbjörn Jagland die deutsch-französische Aussöhnung heraushob. In Stockholm übergab derweil der schwedische König Carl Gustaf (Mitte) die Nobelpreise. Zusammen mit ihm waren Königin Silvia (ganz links), die Prinzessinnen Madeleine (links von Carl Gustaf) und Victoria (im grünen Kleid), sowie Prinz Carl Philip (hinter dem König) und Prinz Daniel (ganz rechts) anwesend. Den Literaturnobelpreis erhielt der Chinese Mo Yan. Der Nobelpreis für Medizin ging an den 79-jährigen Briten John Gurdon ... ... und den 50-jährigen Japaner Shinya Yamanaka für ihre Arbeiten zur Verjüngung erwachsener Zellen. An einer Pressekonferenz hatten die beiden am 6. Dezember Auskunft gegeben. Den Physik-Nobelpreis nahmen der 68-jährige Serge Haroche aus Frankreich ... ... und sein gleichaltriger US-Kollege David Wineland für bahnbrechende Methoden in Empfang, mit denen sich kleine Teilchen beobachten lassen. In der Sparte Chemie wurden der 69-jährige US-Amerikaner Robert Lefkowitz und ... ... sein 57-jähriger Landsmann Brian Kobilka für bahnbrechende Erkenntnisse zur Kommunikation von Körperzellen ausgezeichnet. Der Wirtschafts-Nobelpreis 2012 ging wie fast jedes Jahr in die USA. Die Schwedische Wissenschaftsakademie vergab ihn an den 60-jährigen Alvin Roth und ... den 89-jährigen Lloyd Shapley. Die Nobelpreise sind in diesem Jahr mit je acht Millionen schwedischen Kronen (1,1 Mio. Franken) dotiert.

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Die Preisträger nahmen bei der Zeremonie in der Konzerthalle der schwedischen Hauptstadt Stockholm ihre Urkunden von König Carl XVI. Gustaf entgegen.

Königin Silvia, die Prinzessinnen Victoria und Madeleine und Prinz Carl Philip waren bei der feierlichen Verleihung ebenso anwesend wie zahlreiche geladene Ehrengäste.

Den Literatur-Nobelpreis überreichte Schwedens König an den chinesischen Schriftsteller Mo Yan. In der Jury-Begründung hatte es geheissen, Mo Yan habe «mit halluzinatorischem Realismus Märchen, Geschichte und Gegenwart vereint». Er schildere eine dörfliche Welt in einem Teil Chinas, der den meisten anderen fremd sei.

Der Nobelpreis für Medizin ging an den 79-jährigen Briten John Gurdon und den 50-jährigen Japaner Shinya Yamanaka für ihre Arbeiten zur Verjüngung erwachsener Zellen. In Zukunft könnten die neuen Zellen vielleicht dazu dienen, patienteneigenen Ersatz für krankes Gewebe zu schaffen, zum Beispiel bei Parkinson oder Diabetes.

Genauere Uhren

Den Physik-Nobelpreis nahmen der 68-jährige Serge Haroche aus Frankreich und sein gleichaltriger US-Kollege David Wineland für bahnbrechende Methoden in Empfang, mit denen sich kleine Teilchen beobachten lassen. Beide konstruierten Fallen, in denen geladene Teilchen (Ionen) oder Lichtteilchen (Photonen) eingefangen werden können. Diese Fallen sind zum Beispiel Grundlage für genauere Uhren.

In der Sparte Chemie wurden der 69-jährige US-Amerikaner Robert Lefkowitz und sein 57-jähriger Landsmann Brian Kobilka für bahnbrechende Erkenntnisse zur Kommunikation von Körperzellen ausgezeichnet. Die Forscher haben enträtselt, wie zahlreiche Signale von aussen in die Zelle kommen.

Bahnbrechende Erkenntnisse

Der Wirtschafts-Nobelpreis 2012 ging wie fast jedes Jahr in die USA. Die Schwedische Wissenschaftsakademie vergab ihn an den 60-jährigen Alvin Roth und den 89-jährigen Lloyd Shapley. Beide hätten bahnbrechende Erkenntnisse dafür entwickelt, «verschiedene wirtschaftliche Akteure zueinander zu bringen», hiess es zur Begründung.

Die Nobelpreise sind in diesem Jahr mit je acht Millionen schwedischen Kronen (1,1 Mio. Franken) dotiert. Sie werden traditionell am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel (1833-1896), überreicht.

(sda)