Flusspiraterie

20. April 2017 13:40; Akt: 20.04.2017 15:41 Print

Mächtiger Fluss in Kanada ist plötzlich weg

Im Yukon-Gebiet hat sich ein 150 Meter breiter Fluss innert vier Tagen in Luft aufgelöst. Der Grund: massives Abschmelzen eines Gletschers.

Kein Wasser mehr: Fluss in Kanada löst sich innert wenigen Tagen auf. (Video: Tamedia/AFP)
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Wissenschaftler haben in Kanada eine dramatische Veränderung der Flusslandschaft beobachtet. Der Kaskawulsh-Gletscher im Nordwesten des Landes sei soweit abgeschmolzen, dass sein Schmelzwasser nicht mehr in den Slim River ströme, sondern in den Alsek River, schreibt Dan Shugar von der Universität Washington Tacoma in einem am Montag veröffentlichten Beitrag der Zeitschrift «Nature Geoscience». Ein rund 30 Meter tiefer Canyon am Ende des Gletschers leite das Wasser um.

Normalerweise dauere es eine sehr lange Zeit, bis das Schmelzwasser eines Gletschers sich einen anderen Weg suche, sagte Shugars Mitautor Jim Best. Am Kaskawulsh-Gletscher sei das dagegen offenbar innert vier Tagen geschehen – vom 26. bis 29. Mai vergangenen Jahres. Das zeigten Messdaten. Bis dahin sei der Slim River ein ziemlich gefährliches Gewässer gewesen – drei Meter tief, schnell und kalt.

Staubstürme statt reissendes Wasser

Shugar berichtete, inzwischen könne man dagegen hindurchwaten, ohne sich das Hemd nass zu machen. «Es war praktisch kein Wasser mehr im Fluss», sagte er. «Er ist eher ein schlangenförmiger See als ein Fluss.» Im einstigen Flussdelta gebe es Staubstürme. Dagegen sei der Alsek jetzt tiefer und ströme schneller. Das Wasser, das dem Slim fehle, fliesse jetzt hier in Richtung Pazifik ab und nicht wie früher in die Beringsee – Tausende Kilometer entfernt.

Grund für die abrupte Flussumleitung sei das Abschmelzen des Gletschers, sagte Shugar. Mit 25'000 Quadratkilometern ist dieser mehr als halb so gross wie die Schweiz. Die Gletscherzunge sei seit 1899 knapp zwei Kilometer zurückgegangen. Beide Phänomene seien mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf die globale Erwärmung zurückzuführen. Die Chance, dass es eine andere Ursache gibt, liege bei eins zu 200.

Mächtiger Fluss ist plötzlich weg

(jcg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rolf Gysling am 20.04.2017 13:57 Report Diesen Beitrag melden

    Keiner glaubt es

    Ich empfehle jedem Zweifler sich mal die Timelapse Videos von EIS (Extrem Ice Survey) - Googeln. Mal anzuschauen um sich mal vor Augen zu führen in welchem Ausmass die Gletscher verschwinden. Und Arktis/Antarktis sind genau so betroffen. Gerade letzthin wurde bewiesen, dass das Festlandeis der Antarktis auch schmilzt und man befürchtet, das der Effekt irreversibel ist und das ganze Eis innert 100 Jahren weg ist - mehrere Meter Meeresspiegel Anstieg inklusive

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  • B. Esser am 20.04.2017 14:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Panik

    Wenn der Yellowstone Vulkan ausbricht gibt es wieder Gletscher also keinen Grund zur Panik.

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  • Typhoeus am 20.04.2017 13:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wassergewalt verändert Landschaft

    innerhalb Stunden. Häufiges Phänomen in orkanartigen Gewitterstürmen. Erosion durch mitgeführten Sand, Steine und Felsblöcke sogar tiefgreifend.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Melissa am 21.04.2017 10:44 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Wort und seine Möglichkeiten

    Globale Klimaerwärmung. Ein Begriff. Ein Wort zu dem der Mensch sich in Bezug setzen kann auf Grund der eigenen Sichtweise. Je nach Sichtweise erlebt der Mensch den Begriff anders und sieht sich zu anderen Handlungen aufgerufen, ist mit anderen Gedanken und Gefühlen im Bezug dazu konfrontiert. Sterben wird der Mensch immer, selbst wenn geglaubt wird, sterben verhindern zu können. Der Tod kommt nicht erst am Ende eines Lebens, der Tod ist die Geburt.

    • Skywalker99 am 21.04.2017 13:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Melissa

      Widerspruch. Globale Klimaerwärmung sind zwei Worte. ;-)

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  • W. Dafoe am 21.04.2017 08:46 Report Diesen Beitrag melden

    Klimamärchen

    Ich bin froh, dass immer wie mehr Menschen einsehen, dass der durch Menschen verursachte Klimawandel ein ganz grosser Schwindel ist (Milliardenbusiness). Das Klima (nein nicht Wetter), hat sich ständig verändert. Mal schneller mal langsamer. Grönland heisst ja zum Spass Grünes Land (kommt mir nicht mit der Lockgeschichte des bösen Königs) und das grosse Waldsterben ist ja auch noch voll im Gange. Zum Glück wacht der einfache Proletarier langsam auf und durchschaut die immer kommenden Lügen.

    • Beat Stalder am 21.04.2017 11:15 Report Diesen Beitrag melden

      Die Realität für W.Dafoe

      @Dafoe: 97% der Klimawissenschaftler sind allerdings nicht Ihrer Meinung. Lassen Sie doch bitte den "allgemeinen Proletarier" weg, der hatte schon immer Zweifel am Klimawandel. Waldsterben/saurer Regen: Ja klar, gibt es das nicht mehr wirklich. Wenn Sie die Massnahmen, die seit den 80ern dagegen getroffen wurden anschauen würden, wüssten Sie auch warum. Unsere Emissionen sind viel niedriger, bzw. ungefährlicher. Filteranlagen etc. schauen Sie auch nur mal auf die ganzen Abgasnormen bei Motorfahrzeugen. Ihr Kommentar betr. "Klimamärchen" würde ich darum in persönliche Meinung umbenennen.

    • Letizia am 21.04.2017 13:08 Report Diesen Beitrag melden

      Masslose Vermehrung

      W.Dafoe.das Problem ist nicht der Klimawandel.Das Problem ist die masslose Vermehrung der Menschheit.Und jetzt stopt Trump auch noch die Zahlungen an Plannend Parenthood & UNFPA.Ein grosser Fehler.

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  • Cherokee am 21.04.2017 05:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Back to the roots

    Ach ihr lieben Erderwärmungs-Spezialistinnen und -Spezialisten. In ganz Europa fiel in den vergangenen Tagen Schnee und in den Nächten gab es bis zu 12.6 Grad Celsius Minus. Von wegen Erderwärmung... das Klima hat sich etwas verschoben. Nichts anderes. Als die Eiszeit anfing und als sie zu Ende ging hatte sich das Klima bereits zweimal verschoben. Und? Konnte es irgendjemand aufhalten? Zudem schmilzt jetzt nur das weg, was die Eiszeit gebracht hatte. Also eigentlich bloß "back to the roots".

    • Skywalker99 am 21.04.2017 06:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Cherokee

      du scheinst den Unterschied zwischen Wetter und Klima nicht zu kennen. Nicht, dass sich das Klima verändert ist das grundsätzliche Problem, sondern die Geschwindigkeit mit der das momentan passiert. Das ist historisch einmalig.

    • jänu am 21.04.2017 07:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Skywalker99

      das ist sicher nicht historisch und schon gar nich einmalig.

    • Skywalker99 am 21.04.2017 07:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @jänu

      historisch einmalig. Doch, das ist es. Bisher hast du die Aussage nur angezweifelt, ohne irgendwelche Gegenbeweise. Leg die doch mal auf den Tisch.

    • Rolf am 21.04.2017 08:10 Report Diesen Beitrag melden

      jänu

      Insbesondere ist historisch einmalig, dass nicht die Natur oder äussere Einflüsse gewaltige Mengen an chemischen Stoffen freisetzen oder die Oberfläche des Planeten verändern, sondern ein Lebewesen. Dazu reicht es sich die Satellitenkarten über Abholzung anzuschauen, oder die Tatsache, dass der Mensch jedes Jahr soviel Erdöl (ohne Kohle/gas) verbrennt wie während mehr als 1/3 des Jahres in Basel Wasser den Rhein durchfliesst! Aber es gibt immer noch Leute die sich das schönreden und meinen das hätte keinen Einfluss.

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  • erstautor am 21.04.2017 05:35 Report Diesen Beitrag melden

    mittlere temperatur der letzten 20,000 jahre

    einfach nur daten, einfach dargestellt; schaut euch mal die "temperature timeline" bei "xkcd" an (so googeln). gibt ne idee wie "normal" die momentan gemessene erwärmung ist. beachte fehlerbalken in mitte der zeichnung.

  • BobOfOz am 21.04.2017 04:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die größten

    Ich hoffe, dass derartige Phänomene (oder besser noch viel schlimmere) über die USA hereinbrechen. Anders sind die wohl nicht aufzuwecken

    • Sergio am 21.04.2017 08:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @BobOfOz

      Wenn dir Rockies erst schneefrei sind wird Las Vegas, danach die Sandy Hills austrocknen und dann die Kornkammer der USA, Kornlieferant für die halbe Welt. Aber dann ist es endgültig zu spät zum zaufwachen. Unglaublich, wie viele Menschen sich wie Frösche in der Pfanne benehmen.

    • bieri th am 21.04.2017 13:04 Report Diesen Beitrag melden

      Neue Studie der Uni Bern

      ...dann werden langsam riesige Flächen im Norden von Kanada, Europa und Russland wärmer und frei für die Agrarwirtschaft und wir haben wieder genug zu essen. Übrigens hat gerade die Uni Bern eine grosse Studie veröffentlicht wonach die Schwankungen der Distanz zur Sonne der Hauptgrund für die Erderwärmung macht ! Doch diese News wurden nur kurz in den Nachrichten erwähnt. Das ist Manipulation.

    • BobOfOz am 21.04.2017 15:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @bieri th

      Ist ja praktisch, wenn eine Uni einem das schlechte Gewissen abnimmt, das man wegen seinem viel zu viel saufendem SUV hätte. Oder was hast Du sonst für Gründe, eine kaputte Erde AMD Deien Kinder weiterzugeben? Vielleicht bist du noch zu jung, aber ich kann Dir sagen, dass ich und alle meines Alters die Veränderungen deutlich wahrnehmen, die in den letzten 50 Jahren stattgefunden haben. Allein schon jeden Winter meterhoch Schnee und jetzt praktisch nichts... das in so kurzer Zeit sollte jedem zu denken geben!

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