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ETH-Studie
17. Mai 2010 11:25; Akt: 17.05.2010 12:00 Print
Mehrere Hitzewellen jährlich
Zwischen 1961 und 1990 gab es in Südeuropa alle drei bis fünf Jahre eine Hitzewelle. Das soll sich ändern, prognostizieren ETH-Forscher.

Hitzewellen werden häufiger. (Bild: Keystone)
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Klimaerwärmung
Hitzewellen werden in Zukunft in vielen Gebieten Südeuropas zum Gesundheitsrisiko. Besonders gefährdet sind Metropolen wie Athen, Bukarest, Marseille, Rom oder Neapel. Zu diesem Schluss kommt eine Studie von Forschern der ETH Zürich.
Bis zum Ende des 21. Jahrhunderts werden Hitzewellen vor allem auf der iberischen Halbinsel und im Mittelmeerraum erheblich zunehmen, wie die ETH Zürich am Montag mitteilte. Das zeigten Klimamodelle der beiden Forscher Erich Fischer und Christoph Schär, die im Fachmagazin «Nature Geoscience» publiziert wurden.
Zwischen 1961 und 1990 gab es in Südeuropa alle drei bis fünf Jahre eine Hitzewelle. Gemäss der Studie dürfte es aber schon zwischen 2021 und 2050 eine Hitzewelle pro Jahr sein, zwischen 2071 und 2100 gar zwei bis fünf Hitzewellen pro Sommer. An rund 16 Tagen pro Jahr wird die Temperatur gar über 40 Grad klettern.
Hohe Luftfeuchtigkeit
Gesundheitsrisiken bergen die Hitzewellen insbesondere für Bewohner der Mittelmeerküste und von tief liegenden Flusstälern wie der Poebene oder dem Unterlauf der Donau. Hier steigt die Gefahr besonders stark, dass es über mehrere Tage weg zu extrem hohen Tages- und Nachttemperaturen bei hoher Luftfeuchtigkeit kommt.
Warme Nächte und hohe Luftfeuchtigkeit machen Menschen bei Hitzewellen besonders zu schaffen. Die Gebiete mit der grössten Zunahme des Risikos seien leider meist auch dicht bevölkert, wird Erich Fischer im Communiqué zitiert. Betroffen sind Millionenstädte wie Athen, Bukarest, Marseille, Mailand, Rom oder Neapel.
Dieses Ergebnis ist umso alarmierender, als die Studie gar nicht berücksichtigt, dass sich Städte stärker aufheizen und schlechter abkühlen als das offene Land. Dieser so genannte Wärmeinseleffekt könnte das gesundheitliche Risiko in den Grossstädten zusätzlich verschärfen, heisst es im Communiqué.
Schweiz weniger gefährdet
Gefährlich sind Hitzewellen vor allem für ältere und gesundheitlich angeschlagene Menschen. Im Hitzesommer 2003 sorgte allein die Hitzewelle der ersten beiden Augustwochen im Vergleich zu einem normalen Jahr für europaweit 40 000 zusätzliche Todesfälle.
Mitteleuropa und damit auch die Schweiz wird weniger gefährdet sein, wie Fischer auf Anfrage sagte. Laut den Modellen könnte es Ende des Jahrhunderts aber auch bei uns eine bis zwei Hitzewellen pro Jahr geben. «Zudem sind wir weniger gut an hohe Temperaturen angepasst als Südeuropäer.»
Vorkehrungen treffen
Fischer betont, dass Ausmass und Anzahl der Hitzewellen je nach Modell unterschiedlich sind. Genaue Angaben könne die Studie nicht geben, da es sich um Modellberechnungen handle. Die Modelle zeigten jedoch übereinstimmende Muster, wo der Klimawandel die Hitze zum Risiko für die menschliche Gesundheit mache.
Diese Informationen sind laut den Wissenschaftlern wichtig, um Vorkehrungen für die Bevölkerung zu treffen. Unter anderem könnten eigentliche Hitzewarnsysteme aufgebaut werden, um Risikogruppen anzuhalten, die ärgste Hitze des Tages zu meiden und genügend zu trinken.
(sda)

























