Tipps & Tricks

08. Juli 2018 20:30; Akt: 08.07.2018 20:34 Print

So verderben Ihnen Mücken nicht den Sommer

Der Sommer ist da und die Mücken sind los – und wie! Doch schutzlos ist man ihnen nicht ausgeliefert.

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Sommerzeit ist Mückenzeit. Erfahren Sie das Wichtigste, was man zur Saison der Plagegeister wissen muss, in den folgenden Bildern. Sieht es in Ihrer Nähe so aus wie auf diesem Bild, können Sie nahezu unbesorgt sein: Mücken, die in Schwärmen auftreten, tun Ihnen nichts. In der Regel handelt es sich dabei um männliche Tiere, die sich nicht von Blut, sondern von Nektar ernähren. Anders die weiblichen Exemplare: Sie sind meist allein unterwegs und ernähren sich von Blut, das sie für die Entwicklung ihrer Eier und damit für die Fortpflanzung brauchen. Die Mückenweibchen legen in Pfützen, Regentonnen, überschwemmten Wiesen und anderen stehenden Gewässern 200 bis 300 Eier ab. Daraus schlüpft nach etwa zwei Wochen die nächste Generation. Es stechen nur die Mückenweibchen. Sie brauchen Proteine, um nach der Befruchtung Eier zu bilden. Diese Nährstoffe bekommen sie, indem sie bei Menschen oder Tieren Blut saugen – übrigens durchaus das Zwei- bis Dreifache ihres eigenen Gewichts. Der Mückenspeichel enthält ein bestimmtes Enzym, damit das Blut nicht so schnell gerinnt, sondern beim Saugen flüssig bleibt. Dies – und nicht der Stich selbst – verursacht schliesslich Zu beachten ist auch, dass Menschen am Anfang der Mückensaison heftiger auf die Stiche reagieren als am Ende des Sommers, weil sich der Körper nach dem mückenlosen Winter erst mal wieder an Stiche und Speichel der Mücken gewöhnen muss. In den meisten Fällen handelt es sich um eine Überempfindlichkeitsreaktion. Es sind weder die Blutgruppe noch das Geschlecht, wie viele irrtümlich meinen. Vor allem durch die Atemluft kommen Mücken ihren Opfern auf die Spur. Experten fanden heraus, dass Menschen mit erhöhten Kohlendioxid-Ausdünstungen eher gestochen werden. Wer zum Beispiel viel Reis isst, atmet vermehrt Kohlendioxid aus. Auch Schweissgeruch zieht Mücken regelrecht an. Da reichen schon Nuancen, die ein Mensch kaum wahrnimmt. Gleiches gilt auch für Parfüm und andere Duftstoffe. Auch hilfreich dürfte es sein, einfach mal einen Gang runterzuschalten. Denn Mücken stürzen sich mit Vorliebe auf gestresste Lebewesen. Das zumindest zeigte eine Studie von Forschern der University of South Florida, in der untersucht wurde, Damit die Mücken erst gar nicht ins Haus gelangen, helfen feinmaschige Fliegengitter aus Synthetik oder Baumwolle vor den Fenstern. Besonders anfällige Menschen können sich auch ein Moskitonetz über das Bett hängen. Für heimische Mücken reicht eine Maschenweite von zwei Millimetern. Auch Regentonnen und Teiche im Garten sollten wegen der Larven am besten mit Fliegengaze abgedeckt werden. Lange, weite Kleidung schützt im Freien vor Mückenstichen. Dünne und eng anliegende Kleider durchstechen Mücken problemlos. Ein weiterer Trick: Schlagen Sie nach den Mücken! Das zahlt sich laut Forschern um Jeffrey Riffell von der University of Washington auch dann aus, wenn sie sie verfehlen. Mittel mit dem Wirkstoff Deet (Diethyltoluamid) sind laut Stiftung Warentest am effektivsten, allerdings wirken sie wie ein Nervengift und reizen sie Augen und Schleimhäute. Der Wirkstoff Icaridin ist ähnlich wirksam, In einem Test der deutschen Stiftung Warentest Für Babys und Kleinkinder sind sogenannte Repellents allerdings nicht zu empfehlen. Ätherische Öle schützen laut Stiftung Warentest kaum und können zum Teil allergische Reaktionen auslösen. Auch Insektengift absondernde Apparate für die Steckdose, sogenannte Biozidverdampfer, sind nicht unproblematisch und sollten daher nur sparsam eingesetzt werden. Wirkungslos sind Gartenfackeln, Duftkerzen oder Ultraschallgeräte, die Mücken akustisch vertreiben sollen. Von elektronischen Fallen mit UV-Licht raten Experten ab, weil sie nur wenige Mücken anziehen, dafür umso mehr unter Schutz stehende Nachtfalter. Auch Hausmittel wie Zitronenmelisse, Tomaten- oder Basilikumpflanzen vertreiben Mücken nicht. Dagegen gibt es kühlende Gels. Auch hilft es, die Einstichstelle mit Spucke zu benetzen. Weil sie kühlt, lindert sie den Juckreiz zumindest vorübergehend. Besser betäuben lässt sich der Stich mit einem Kühlpack. Ein solches sollte dabei jedoch mit einem Tuch umwickelt werden, weil sonst Erfrierung droht. Einige Menschen schwören auch auf aufgeschnittene Zwiebeln oder Honig gegen Mückenstiche. Tatsächlich haben beide Lebensmittel eine leicht antibakterielle Wirkung. Ob sie aber auch gegen den Juckreiz wirken, ist wissenschaftlich nicht belegt. Wenn das Jucken gar nicht auszuhalten ist oder Symptome einer allergischen Reaktion auftreten, sollten Sie in der Apotheke nach Antihistaminika fragen. Derartige Mittel lindern den Juckreiz ein bisschen. Breitet sich der Ausschlag aber auch ausserhalb des Bereichs des Mückenstichs aus oder kommt es zu Fieber und Schüttelfrost, sollte man besser den Arzt aufsuchen. Sicher ist sicher.

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Sobald das Wetter besser wird, strömen die Menschen ins Freie. Und nicht nur sie. Draussen lauern bereits die altbekannten Störenfriede: Mücken.

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Weil deren Stiche nicht nur unangenehm sind, sondern auch Krankheiten übertragen können, sollte man sich entsprechend schützen. Die obige Bildstrecke zeigt, wie das am besten geht.


Mücken plagen auch die Spieler bei der aktuellen Fussball-WM, zum Beispiel in Wolgograd. (Video: SRF)

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Leon am 08.07.2018 21:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pieks

    Man bekommt also nur chemische Vorschläge in diesem Bericht, die außerdem nicht unbedenklich sind? Außer dem Netz sehe ich keine wirklichen Lösungen....

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  • P62 am 08.07.2018 20:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stecker in der Dose

    Früher haben mich die Mücken fast aufgefressen. Inzwischen bin ich ihnen aber offenbar zu alt.

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  • Dirk am 08.07.2018 20:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dabei ist es so leicht

    Eeinfach ein paar Goldfische in Regentonne oder Gartenteich tun und schon hat man wenigstens daheim Ruhe vor diesen Plagegeistern. Goldfische sind so genügsam. Dieses Futter reicht ihnen und die Winter überstehen sie auch leidlich - wenigstens n der Region, wo die Mücken ihr Unwesen treiben.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • John am 10.07.2018 00:18 Report Diesen Beitrag melden

    Temperatur-Insektenstichheiler!

    Nach einem Stich hilft am besten ein technisches Gerät, sog. Insektenstichheiler, mit dem man die Stichstelle auf ca 60 Grad erwärmt. Dabei zersetzen sich die Mückenmoleküle, verantwortlich für den Juckreiz. Zu kaufen online.

  • Monika Pürro am 09.07.2018 14:31 Report Diesen Beitrag melden

    Tonic Water ist meine Lösung

    Ich wurde früher von den Mücken "gefressen". Vor 7 Jahren habe ich einen Tip bekommen und seit dieser Zeit trinke ich täglich ein kleines Glas Tonic Water. Seither habe ich nur noch selten einen Mückenstich. Nur eine Bräme, hat dies am Wochenende nicht vom Blutsaugen abgehalten.

  • Claudi am 09.07.2018 13:53 Report Diesen Beitrag melden

    Aloa vera

    hilft gegen Juckreiz - das "Blatt-Gel" auftupfen - im Kühlschrank lange haltbar. Ich trinke auch Schweppes (Tonic Water). Werde dann weniger gestochen.

  • Bush doctor am 09.07.2018 13:29 Report Diesen Beitrag melden

    Kühlen ist kontraproduktiv

    Die Einstichstelle kurzzeitig auf 50Grad erwärmen und die Eiweissverbindung welche den Juckreiz auslöst zerfällt. Auf keinen Fall kratzen sondern sehr schnell reiben damit sich die betroffene Stelle erwärmt geht ebenfalls.

  • leser!n am 09.07.2018 12:57 Report Diesen Beitrag melden

    sehr aufschlussreiche Experten-Ratschläg

    Interessant, dass sich jedes Jahr die Experten-Meinung wieder wandelt oder je nach Medium (ob Pendlerzeitung oder Apotheken-Heftli oder Fachpresse) unterscheidet. Mal gibt es Hausmittelchen, mal sind es eben doch Düfte oder Tonfrequenzen, die sie abhalten, mal wird von Kaffee- & Cola-Konsum abgeraten, mal wird alles wieder verflucht ... Oder ändert sich jedes Jahr das Konsumverhalten der Mücken so wie wir unseren Modegeschmack?

    • Monika Pürro am 09.07.2018 14:42 Report Diesen Beitrag melden

      Mein Tip= Tonic Water

      Mein Tip: Tonic Water trinken. War eine Magnetpunkt für die Mücken, sie hatten mich wirklich zum fressen gern. Seit 7 Jahren werde ich, dank täglichem Tonic Water trinken, weit gehen verschont. Sie mögen halt das Chinin nicht.

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