Glückshormone

14. Oktober 2013 21:29; Akt: 14.10.2013 21:29 Print

Musikmachen beim Sport macht munter

Wenn Sportler mit entsprechend umgebauten Fitnessgeräten Musik machen können, fällt das Training leichter und ist effektiver. Musikhören allein hat nicht diesen Effekt.

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Mehr Leistung dank Musik: Hören allein reicht jedoch nicht aus. (Bild: Colourbox)

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Musikmachen beim Sport fördert die Bildung von Muskeln und die Ausschüttung von Glückshormonen. Das hat ein Wissenschaftlerteam um den Leipziger Neurologen Thomas Hans Fritz vom Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften herausgefunden.

Die Forscher hatten verschiedene Sportgeräte so verändert, dass die Trainierenden ihnen harmonische Töne oder treibende Rhythmen entlocken konnten. Ihre Studie veröffentlichten die Experten in den «Proceedings» der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften («PNAS»). Reines Musikhören habe nicht diesen Effekt.

«Wir konnten bei den Probanden mehrere Effekte nachweisen», erläuterte Fritz der Nachrichtenagentur DPA. Einerseits hätten die Teilnehmer durch das gleichzeitige Musikmachen das Training weniger anstrengend empfunden. Andererseits wurden die Muskeln effektiver genutzt, weil in der emotionaleren Situation weniger Gegenmuskeln (Antagonisten) involviert sind, wie das Team vermutet.

«Sie konnten mit weniger Sauerstoff mehr leisten.» Ausserdem stellten sich der Studie zufolge die positiven Effekte bereits nach wenigen Übungsminuten ein, wobei viele Glückshormone ausgeschüttet wurden.

Effektivere Bewegungen

Nach Angaben der Wissenschaftler übten die musizierenden Sportler effektivere Bewegungen aus als solche, die sich an starre Trainingsmuster hielten. Lediglich Musik zu hören aber nicht zu machen, reicht aber nicht aus, wie die Untersuchungen weiter ergaben.

«Wir haben nicht nur eine neue Kraftmaschinentechnologie entwickelt, sondern es ergibt sich aus unseren Untersuchungen auch ein ganzes Forschungsfeld», unterstrich der Neurologe. Denn neben den rein physiologischen Auswirkungen von Musikmachen beim Sport ergeben sich aus dem Experiment dem Forscher zufolge auch neue Einsichten darüber, warum sich Musik im Lauf der Menschheitsgeschichte entwickelt hat und wie musikalische Ekstase erreicht wird.

Gesang bei Feldarbeit

Dieser Aspekt steht seit längerer Zeit im Fokus seiner Arbeit. So forschte Fritz zur Musik des Mafa-Volks im afrikanischen Kamerun, das zum Beispiel bei anstrengenden Feldarbeiten rituelle Gesänge anstimmt. Wenn man besser verstehe, wie sich die positiven Effekte erzielen lassen, könnte dies nach Meinung des Neurologen neue Ansätze in der Musiktherapie fördern - etwa bei Rehabilitationsmassnahmen.

(sda)