Grenzen der Zivilisation

18. März 2014 09:03; Akt: 18.03.2014 10:08 Print

Nasa: Heutige Gesellschaft ist so gut wie am Ende

Die moderne Zivilisation sei zum Scheitern verurteilt, heisst es in einer Nasa-Studie. Denn die Gesellschaft ist auf einem Niveau angekommen, das sich kaum aufrechterhalten lässt.

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Wie im Hollywood-Film «The Book of Eli» könnte es auch bei uns einmal aussehen. (Bild: AFP)

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Immer wieder werden Bedenken laut, ob sich die heutige Gesellschaft in eine gute Richtung bewege. So wird beispielsweise die ungerechte Vermögensverteilung diskutiert. Auch der Umgang mit Ressourcen ist immer wieder ein Thema. Um herauszufinden, wie es mit der Welt weitergehen könnte, hat Safa Motesharrei von der University of Maryland im Auftrag der Nasa mögliche Entwicklungen durchgespielt.

Seine mithilfe von theoretischen Berechnungen entworfenen Szenarien lassen nichts Gutes ahnen. Sie basieren zwar auf einem stark vereinfachten Modell der Gesellschaft, aber so gut wie alle deuten darauf hin, dass der Zusammenbruch der heutigen Gesellschaft nur schwer abzuwenden ist. Dies schreibt der Mathematiker im Fachmagazin «Egological Economics» (die Studie als PDF gibt es hier).

Je mehr Probleme, desto weniger Hoffnung

Dass Kulturen trotz ihres Erfolges kollabieren, sei nichts Neues, heisst es weiter in der vom Nasa Goddard Space Flight Center finanzierten Studie. Schon die alten Römer, die Mesopotamier sowie die chinesische Han- als auch die indische Gupta-Dynastie hätten diese Entwicklung durchgemacht und damit bewiesen, dass selbst hoch entwickelte und komplexe Gesellschaften nicht vor dem Untergang gefeit sind.

Um Aussagen über die Zukunft treffen zu können, hatte Motesharrei untersucht, welche Aspekte zum Niedergang einer Zivilisation führen könnten. Als solche identifizierte er unter anderem Veränderungen in der Bevölkerung, Klimawandel und Naturkatastrophen. Auch der Zugang zu Wasser, Landwirtschaft und Energie spielten eine Rolle. Schon ein Problem hätte Auswirkungen. Kämen mehrere Schwierigkeiten zusammen, wachse auch die Gefahr für die Gesellschaft.

Auf zu neuen Wegen

Deshalb sei es höchste Zeit, zu handeln. Doch der sogenannte «Business as usual»-Ansatz stehe dem im Wege. Besonders die Eliten, die das Sagen hätten und vom aktuellen Modell profitierten, hätten Interesse daran, dieses aufrechtzuerhalten, so Motesharrei. Die Warnungen würden so lange ignoriert, bis es schliesslich zu spät sei.

Karin Frick, Forschungsleiterin vom Gottlieb-Duttweiler-Institut, sieht die Zukunft weniger pessimistisch als die Studie aus den USA: «Natürlich sind die Ressourcen endlich, aber der Mensch ist lernfähig, kooperativ und kreativ.» Daher werde er den totalen Kollaps verhindern.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Senn am 18.03.2014 09:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wirklich?

    Der mensch ist lernfähig, kooperativ und kreativ? Leider nicht da wo es am wichtigsten wäre!

    einklappen einklappen
  • Himmelstern am 18.03.2014 09:15 Report Diesen Beitrag melden

    Dafür brauche

    ich keine Studie, weiss ich seit 15 Jahren!

    einklappen einklappen
  • Erich Itel am 18.03.2014 09:15 Report Diesen Beitrag melden

    Ach ne

    Ich muss keine Forschung betreiben um das rauszufinden

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ricardo Granda am 18.03.2014 15:38 Report Diesen Beitrag melden

    Aus die Maus

    Ich befürchte, dass es wirklich so ist und wir am Anfang vom Ende sind. Durch Geiz, Gier und Macht, unterscheiden wir uns auch deutlich von anderen Lebewesen. Und weil wir auch die einigen Wesen sind, die zehn Mal mit dem Kopf gegen die Wand anrennen können, ohne dabei etwas zu lernen, ist unser Schicksal, also unser Ende, schon vorbestimmt. Die Menschheit wird sich ohne Fremdeinwirkung selbst vernichten, da braucht man keine Naturkatastrophen dazu und ich glaube ohne jeglichen Zweifel daran.

  • John am 18.03.2014 13:45 Report Diesen Beitrag melden

    Ende der Gesellschaft

    Das Ende der Gesellschaft, wie wir sie heute kennen, wird kommen, da bin ich mir seit Langem sicher. Eher früher als später. Die Hauptgründe dafür sind das Bevölkerungswachstum und die daraus resultierende Wasser- und Nahrungsmittelknappheit. Währen wir unseren Fokus auf einen hypothetischen Klimawandel richten, wird das wirkliche Probleme tabuisiert: Es gibt zu viele Menschen, die essen, bauen, mobil sein - und sich vergnügen wollen. Will man keine absolute Verbotskultur aufbauen, müsste die weltweite Einkind-Ehe eingeführt- und der Nahrungsmittelproduktion absolute Priorität zugewiesen werden

  • Küsche am 18.03.2014 13:37 Report Diesen Beitrag melden

    Armut

    Wie lehrnfähig der Mensch, eben nicht ist, zeigt alleine schon die Zunahme des Trogenkonsums jeder Art,sowie die einseitige Verteilung des Reichtums.Jene die immer mehr holen und jene die immer ärmer werden.Die Armut ist in vielen Ländern derart verbreitet dass an eine Besserung überhaupt nicht zu denken ist!Die Ausbeutung und Verklavung der unteren Schichten ist zunehmend.Das Bild der Welt sieht viel schlechter aus als zugegeben wird!!

  • Joel Eberle am 18.03.2014 13:14 Report Diesen Beitrag melden

    Globale wirtschaftliche Vernetzung

    Das Problem ist die zunehmende globale Vernetzung. Elektronik aus China, Autoteile aus Japan, Rohstoffe aus div. Afrikanischen Ländern. Sobald ein Zulieferer ausfällt steht die nachfolgende Wertschöpfungskette Still. Siehe knappheit bei Autoteilen nach der Fukushima Katastrophe Die Lösung läge auf der Hand. Die einzelnen Volkswirtschaften dürfen sich nicht mehr so stark differenzieren sondern müssen eine breitere Produktpalette haben. Dies bedeutet aber für die betr. Unternehmen höhere kosten und widerspricht dem ökonomischen Prinzip. Darum wird sich daran so schnell nichts ändern.

  • RAFFInesse am 18.03.2014 12:58 Report Diesen Beitrag melden

    Sie sorry aber ähm

    Ein Blick in die "wirkliche" Welt reicht um diese Erkenntis zu erlangen.