Kinderärzte

17. Januar 2018 18:49; Akt: 17.01.2018 18:49 Print

Verbot von Energy-Drinks bis 18 gefordert

Jamie Oliver setzt sich schon lang für eine gesunde Kinder-Ernährung ein. Jetzt hat er Red Bull & Co. den Kampf angesagt. Er steht damit nicht alleine da.

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Energy-Drinks gibt es in allen Farben und Geschmacksrichtungen – und sie sind nahezu überall frei verkäuflich. Das ist unter anderem dem britischen Star-Koch Jamie Oliver ein Dorn im Auge. Er – und niederländische Kinderärzte – fordern aktuell, die süssen Wachmacher für Minderjährige zu verbieten. Der Grund: ... 250 Milliliter Energy-Drink enthalten rund 27,5 Gramm Zucker und damit deutlich mehr, als Kinder und Jugendliche an einem Tag zu sich nehmen sollten. Weiterer Kritikpunkt: Der hohe Koffeingehalt. Beides kann schwerwiegende Folgen haben, wie die Erfahrungen der niederländischen Mediziner zeigen ... Sie haben mit immer jüngeren Patienten – zum Teil bereits mit Zwölfjährigen – zu tun, die wegen des Konsums von Energy-Drinks über Rastlosigkeit, Müdigkeit und sogar Herzrhythmusstörungen klagen. In einem Fall musste eine Zwölfjährige wegen epileptischer Anfälle immer wieder im Spital behandelt werden. Eine medizinische Ursache fanden die Ärzte zunächst nicht. Dann stellte sich in einem Gespräch mit dem Mädchen heraus, dass sie grosse Mengen der flüssigen Wachmacher konsumierte. Auch bei einem 16-Jährigen, der unter Gelbsucht und Müdigkeit litt, konnten die Ärzte Energy-Drinks als Verursacher ausmachen. Als der Bursche diese nicht mehr trank, hörten die Beschwerden auf. (Symbolbild) Dass der frühe und regelmässige Konsum der flüssigen Wachmacher negative Folgen haben kann, ist auch bei Sucht Schweiz ein Thema: Bereits 2015 schrieb die Stiftung, dass angenommen wird, Wie richtig sie damit lag, zeigte eine Studie von Forschern der University of Maryland zwei Jahre später. Demnach nehmen diejenigen, die im jungen Jahren häufig Energy-Drinks konsumieren, im Alter von 25 Jahren Sie haben zudem häufiger ein risikoreiches Trinkverhalten. «Die Resultate legen nahe, dass Energy-Drink-Konsumenten ein erhöhtes Risiko für den Konsum stimulierender Substanzen aufweisen», zitierte die Universität die verantwortlichen Forscher. Wird der Energy-Drink auch noch mit Alkohol kombiniert, hat das zur Folge, dass man noch mehr trinken möchte. Nach Meinung von Vertretern des Middlebury College im US-Bundesstaat Vermont fördern die flüssigen Wachmacher Laut Forschern der Universität Freiburg bremsen Energy-Drinks das Gehirn aus: Die Hauptarterie im Gehirn Das Problem: Für viele Junge ist der Energy-Drink bereits Teil des «Frühstücks». Sie stellen diejenige Bevölkerungsgruppe dar, die mit Abstand am meisten Energy-Drinks konsumiert. Jeder fünfte 15-Jährige tut dies täglich mehrmals. Doch nicht nur die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen leidet unter dem Konsum der süssen Aufputschmittel. Auch bei Erwachsenen wirken sie stark auf den Körper. Wie, das erfahren Sie in den nächsten Bildern. Unmittelbar nach dem Trinken: Das Koffein entfaltet seine Wirkung, ... ... beschleunigt die Herzfrequenz und erhöht den Blutdruck. Das zeigten US-Forscher am Beispiel von Rockstar Energy: Der Energy-Drink steigerte den Blutdruck im Vergleich zu einem Placebo um durchschnittlich 6,4 Prozent. Das Level des Hormons Noradrenalin stieg sogar um 74 Prozent. ... ... Das ist bedenklich, denn hohe Noradrenalin-Werte führen zu Herzinsuffizienz. Im schlimmsten Fall können Energy-Drinks damit Nach 15 bis 45 Minuten: Wer die Dose schnell gekippt hat, bemerkt schon nach 15 Minuten eine konzentrationsfördernde Wirkung. Wer sich mehr Zeit lässt, fühlt den Effekt erst nach bis zu 40 Minuten. Nach 30 bis 50 Minuten: Das Koffein ist absorbiert, die Pupillen weiten sich, der Blutzucker steigt. Insulin wird ausgeschüttet und die Leber reagiert, indem sie Zucker in Fett verwandelt. Nach einer Stunde: Jetzt kommt der Zucker-Crash. Das Koffein verliert seine Wirkung, man fühlt sich müde. Die harntreibende Wirkung des Energy-Drinks setzt ein, der Körper verliert Nährstoffe. Nach 5 bis 6 Stunden: Die Hälfte des Koffeins ist abgebaut. Nach 12 Stunden: Bei den meisten Personen ist nun kein Koffein mehr im Körper. Nach 12 bis 24 Stunden: Entzugserscheinungen setzen ein – einen Tag nach der letzten Dose steigt die Lust auf eine neue. Nach 7 bis 12 Tagen: So lange dauert es bei regelmässigem Konsum, bis sich der Körper an die Koffeindosis gewöhnt und schwächere Symptome zeigt. In immer mehr Ländern wird darum ein Verkaufsverbot an Minderjährige gefordert. Dies gilt schon in Litauen. Einschränkungen gibt es auch in Dänemark, Norwegen, Kanada und Finnland.

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Dass Star-Koch Jamie Oliver das Wohl von Kindern am Herzen liegt, ist bekannt. Schliesslich setzt sich der fünffache Vater schon seit vielen Jahren für gesundes Essen in Schulen ein und macht sich für die richtige Ernährung für Kinder stark.

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Jetzt knöpft er sich Energy-Drinks vor: «Wir müssen wirklich was tun! Diese Drinks machen unsere Kinder zu Abhängigen. Meiner Meinung nach ist ihr Konsum mit dem von Drogen zu vergleichen», sagte er im Interview mit dem «Mirror».

«Das muss aufhören»

Oliver belässt es nicht bei den warnenden Worten, sondern richtet sich auch an die Regierung und fordert ein Verbot der süssen Wachmacher für unter 18-Jährige. Der Grund: 250 Milliliter Energy-Drink enthalten rund 27,5 Gramm Zucker (etwa sieben Zuckerwürfel) und damit deutlich mehr, als Kinder zwischen sieben und zehn Jahren an einem Tag zu sich nehmen sollten.

Weiterer Kritikpunkt: Der hohe Koffeingehalt. Viele der Wachmacher enthielten 160 Milligramm Koffein pro Dose, Kinder sollten aber nicht mehr als 99 Milligramm am Tag zu sich nehmen. Doch ausgerechnet sie «trinken das Zeug den ganzen Tag», so Oliver. «Morgens zum Munterwerden, mittags gegen das Tief und abends vor dem Zubettgehen.» Das müsse aufhören.

Rückendeckung für den Star-Koch

Mit dieser Meinung steht der Star-Koch nicht alleine da. Wie das «Algemeen Dagblad» berichtet, machen sich nun auch niederländische Kinderärzte für ein Energy-Drink-Verbot für Kinder stark.

Sie hätten mit immer jüngeren Patienten – zum Teil bereits mit Zwölfjährigen – zu tun, die über Rastlosigkeit, Müdigkeit und sogar Herzrhythmusstörungen klagen. Als Ursache der Beschwerden haben sie den Konsum von stark koffeinhaltigen Energy-Drinks wie Red Bull ausgemacht.

Epileptische Anfälle und Gelbsucht

In einem Fall musste eine Zwölfjährige wegen epileptischer Anfälle immer wieder im Spital behandelt werden. Eine medizinische Ursache fanden die Ärzte zunächst nicht. Dann stellte sich in einem Gespräch mit dem Mädchen heraus, dass sie grosse Mengen der flüssigen Wachmacher konsumierte.

Auch bei einem 16-Jährigen, der unter Gelbsucht und Müdigkeit litt, konnten die Ärzte Energy-Drinks als Verursacher ausmachen. Als der Bursche diese nicht mehr trank, hörten die Beschwerden auf.

Verkaufsverbot gefordert

Auf den Dosen von Red Bull und anderer Hersteller steht aufgedruckt, dass das Getränk für Kinder ungeeignet ist. Trotzdem können diese die Dosen unbehelligt im Supermarkt kaufen. Deshalb fordern die Mediziner nun ein Verkaufsverbot von Energy-Drinks an Minderjährige. Eltern und Jugendliche sähen die bunten Dosen häufig als unbedenkliche Erfrischungsgetränke. Ein Verbot würde ein Umdenken herbeiführen, sind sich die niederländischen Ärzte sicher.

In der Schweiz steht ein Verbot zurzeit nicht zur Debatte. Im vergangenen Jahr antwortete der Bundesrat auf eine Anfrage des damaligen Nationalrats Yannick Buttet, dass der Hinweis auf der Dose, das Getränk solle nur in begrenztem Mass konsumiert werden und sei für Kinder und Schwangere nicht empfohlen, die Konsumenten genügend schütze.

Wer Energy Drinks trinkt, ist ein Weichei

(fee/heute.at)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Turbolina am 17.01.2018 18:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    No way

    Ich persönlich finde das sinnvoll. Energydrinks sind keine Getränke für Kinder!

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  • GUCKSdu am 17.01.2018 19:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bin dafür

    Wenn ich schon Kids seh die vom Papa den Zuckermist bekommen ,aber nichtmal die Schule besuchen. Und dann später klagen das die Kinder unter üblen Bauchschmerzen klagen und Hyperaktiv sind

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  • gen ervt am 17.01.2018 18:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    pflicht der eltern

    sollen die eltern für ihre ableger sorgen, ist ihre pflicht und nicht die von anderen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Julian Mauron am 18.01.2018 19:50 Report Diesen Beitrag melden

    15

    Bin der meinung das es ab 14-15 okay ist 16/18 ist übertriben aber für kleine Kinder ist es gar nichts da bin ich voll der Meinung

  • Beat Scheidegger am 18.01.2018 19:15 Report Diesen Beitrag melden

    Finanzierung der Krankenversicherung

    Für Kinder sind Energydrinks zu verbieten und zusätzlich ist pro verkaufte Dose CHF 1.-- zweckgebunden für die Krankenversicherung zu erheben, um die Gesundheitsschäden zu berappen. Was bei den Raucherwaren seit Jahren geht sollte schön längst auch bei den Energydrinks angewendet werden.

    • A.K am 18.01.2018 20:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Beat Scheidegger

      So so, dann aber für jede Flasche Bier Fr. 10.- zuschlag für die Krankenkasse.

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  • luca am 18.01.2018 15:11 Report Diesen Beitrag melden

    toll

    aaber lungenkrebs in der schachtel gibts ab 16...

  • Rudinio am 18.01.2018 14:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Inntoleranz

    .... beginnt da , wo es eim nicht selber betrifft. So ein Verbotbegehren kommt sicher von jemand , der selber keine Enegiedrinks trinkt. Jeder normal denkender Mensch würde sonst zuerst den Allohol verbieten.... Aber ebben .... die andern sollen immer auf irgendwelche sachen verzichten , aber ja nie selber auf was verzichten wollen.

    • Negan am 18.01.2018 18:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rudinio

      Es soll nicht verboten werden, sondern wie Vodka eben erst ab 18 verkauft werden. Bei Minderjährigen schadet es Lungen, Niereund Gehirn eben mehr als bei Erwachsenen.

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  • Reto am 18.01.2018 13:58 Report Diesen Beitrag melden

    Nonstop Infektionen, Entzündungen etc.

    Es geht hier auch nicht nur um Fettleibigkeit, Bauchschmerzen und schlechte Zähne. Das wäre ja nichts, das nur gegen Energydrinks spricht. Es geht hier darum, dass sich bereits Kinder ihr Immunsystem kaputt machen. Das bedeutet mit höchster Wahrscheinlich ab spätestens 40ig ein schmerzvolles, problembehaftetes von Medikamenten abhängiges Leben. Und es ist ja nicht so, dass wir zu wenig KK-Prämien bezahlen müssen, vom ganzen Leidensweg abgesehen.