Kanaltunnel

16. April 2013 14:27; Akt: 16.04.2013 14:45 Print

Norwegen baut Tunnel für Schiffe

Auch für Schiffe gibt es Tunnel. Den weltweit ersten für grosse Kaliber wollen nun die Norweger in einen Berg zwischen zwei Fjorden hauen. Sogar Frachter sollen dort hindurchpassen.

Animierte Darstellung zum «Stad-Skiptunnel» (norwegisch). (Quelle: Youtube/atilaadesign)
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Die Nordsee-Gewässer vor der Stad-Halbinsel («Stadlandet») an der norwegischen Südwestküste sind tückisch. Hier herrschen aufgrund sich kreuzender Wellen an 90 bis 110 Tagen pro Jahr fordernde Wellenverhältnisse. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs gab es dort laut einer Studie 46 Unfälle mit insgesamt 33 Toten. Schon die Wikinger fürchteten diese gefährlichen Gewässer.

Ein ungewöhnliches Projekt soll nun für mehr Sicherheit in dieser stürmischen See sorgen: Die norwegische Regierung plant einen Schifffahrtstunnel durch die Halbinsel, der den Moldefjord bei Eide mit dem Vanylvsfjord bei Kjøde verbinden und den Schiffen so den gefährlichen Umweg um das Kap ersparen wird. Das Bauwerk wird eine Höhe von 33 m, eine Breite von 23 m und eine Länge von 1,7 km aufweisen; die Wassertiefe läge bei 12 m – tief genug, um auch den Schiffen der Hurtigruten die Passage zu ermöglichen.

Seit 1870 geplant

Tunnel für Kähne gibt es bereits, nicht aber für grosse Schiffe. Die Idee eines solchen Tunnels in Norwegen gibt es bereits seit langem: Erstmals kam die Idee um das Jahr 1870 auf, während der Besetzung durch Nazi-Deutschland sollte das Projekt schliesslich angegangen werden. Wegen des Kriegsendes kam es aber nicht dazu.

Mit dem Bau des sogenannten Stad-Skiptunnel soll frühestens 2018 begonnen werden, vier Jahre später soll das Bauwerk fertiggestellt werden. Die norwegische Regierung will eine Milliarde Kronen (rund 162 Millionen Franken) für das Projekt bereitstellen, das auf 1,6 Milliarden Kronen geschätzt wird. Wie die übrigen Gelder aufgetrieben werden sollen, ist noch nicht klar.


(dhr/sda)