Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Satelliten-Absturz
01. Februar 2012 11:17; Akt: 01.02.2012 11:23 Print
Nur sieben Minuten fehlten zur Katastrophe
Peking ist um Haaresbreite einem tödlichen Desaster entgangen. Die Stadt lag genau auf der Flugbahn eines abstürzenden Satelliten, wie jetzt, drei Monate nach dem Zwischenfall, publik wurde.

«Rosat», als der Satellit noch keine Gefahr war. Bei seinem unkontrollierten Absturz im Oktober 2011 lag die Millionenstadt Peking auf seiner Umlaufbahn. (Bild: Keystone/Eads Astrium)
Im Oktober 2011 stürzte der deutsche Forschungssatellit «Rosat» in den Golf von Bengalen. Nach über 20 Jahren im Weltall gab das zweieinhalb Tonnen schwere Gerät seinen Geist auf und kehrte im Sturzflug auf die Erde zurück. Gegenüber dem «Spiegel» bestätigte nun das Europäische Raumfahrtkontrollzentrum in Darmstadt, dass es dabei um ein Haar zu einem Unglück gekommen wäre.
Bildstrecken Schrott im Weltall«Rosat» war ausser Kontrolle geraten, raste mit knapp 500 km/h auf die Erde zu. Niemand wusste, wann und wo der Satellit abstürzen wird. «Peking lag exakt auf der Absturzbahn von ‹Rosat›», sagt Manfred Warhaut vom Kontrollzentrum.
«Ein Aufprall mitten in der chinesischen Hauptstadt lag absolut im Bereich des Möglichen», ergänzt Heiner Klinkrad von der europäischen Weltraumagentur ESA. Berechnungen hätten ergeben, dass der Weltraumschrott Peking getroffen hätte, wenn der Satellit sieben bis zehn Minuten später abgestürzt wäre.
Prinzip Hoffnung
Es erscheint auf den ersten Blick verrückt: Die Raumfahrttechniker vertrauen bewusst darauf, dass die Menschen beim Absturz von Satelliten oder Raketenstufen Glück haben. Der Grund für ihre Zuversicht ist, dass die besiedelte Fläche im Vergleich zu Wüsten, Wäldern, Bergen und Wasser deutlich kleiner ist. Alleine die Weltmeere bedecken rund 70 Prozent der Erdoberfläche.
«Das individuelle Risiko eines Einzelnen ist weitaus geringer und viel kleiner als andere Risiken des täglichen Lebens», sagt deshalb Klinkrad in der «Zeit». In der Tat ist bislang noch nie ein Fall registriert worden, bei dem Weltraumschrott einen Menschen traf.
Doch die Wahrscheinlichkeit eines solchen Unglücks wird grösser. Die Erdbevölkerung nimmt genauso zu wie die Anzahl von Raumfahrtteilen, die irgendwo durch den Orbit geistern. Rund
Deutschland hätte bezahlen müssen
Die Gefahren beim Einschlag auf die Erde sollen deshalb bereits beim Bau minimiert werden. Vermehrt werden Materialien verwendet, die beim Wiedereintritt in die Atmosphäre verglühen. Eine andere Idee ist der Einsatz von «Abschleppsatelliten». Sie sollen defekte Teile entweder in einen «Weltraumfriedhof» befördern oder sie gezielt zum Absturz bringen.
Wäre «Rosat» im Übrigen tatsächlich über Peking abgestürzt, hätte das nicht nur für die Bevölkerung der chinesischen Hauptstadt Folgen haben können. Gelitten hätte auch die deutsche Staatskasse. Denn gemäss einem internationalen Abkommen haftet ein Land für alle Schäden, die einer seiner Satelliten anrichtet.
(rme)
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»
Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.
«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»
Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.
«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»
Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)
Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?
Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 72 Stunden, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.
-
Alle 33 Kommentare





























Also
Mir kommt da nur eines in den Sinn; die Prophezeiung der Hopi Indianer.. "Ihr werdet von einem Haus im Himmel hören, über der Erde, das mit einem großen Knall zur Erde fällt."
Deutschland ist ja eh pleite
"Deutschland hätte bezahlen müssen" womit denn? Noch ein paar Euro-Scheine mehr drucken, oder was? Die sind ja eh sowas von pleite.
Ein paar tausender hätten gereicht.
Denn viel mehr als wenn Du mit einem grossen Auto mit Vollgas in in ein Haus knallst wäre nicht passiert... Etwas zynisch gesehen hätte es in der 18-millionenstadt an diesem Tag halt noch einen "Verkehrsunfall" mehr gegeben.
25 Milliarden Haaresbreiten daneben
In den 7 Minuten, die "um Haaresbreite" fehlte, hätte der Satellit 3000km zurückgelegt. Deutlich mehr als als eine Haaresbreite (0.12mm). Auch als eine bildlich gemeinte... :-)
Mann oh mann
Haha