Mutierende Art

06. Februar 2018 12:01; Akt: 06.02.2018 12:01 Print

Fledermaus-Kot macht Krokodile orangerot

Aussergewöhnlich gefärbte Tiere werden immer wieder gesichtet. Eine afrikanische Krokodilart ist dennoch etwas ganz Besonderes.

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Normalerweise tragen Krokodile graugrüne Schuppen – anders die im Jahr 2008 im Abanda-Höhlensystem im afrikanischen Gabun entdeckten Exemplare (Bild). Denn diese sind orangefarben. Zumindest stimmt das für ausgewachsene Exemplare ... ... die es – anders als Jungtiere – aufgrund ihrer Grösse nicht mehr aus dem Höhlensystem herausschaffen. Daher sind die ausgewachsenen Tiere ständig von einer Mischung aus Wasser und Fledermaus-Kot umgeben, was zu der ungewöhnlichen Hautfärbung führt. Zudem hat das Leben in den Höhlen auch Auswirkungen auf die Ernährung der Tiere: Während ihre überirdisch lebenden Artgenossen überwiegend Fische und Krebse futtern ... ... landen bei den orangefarbenen Höhlenkrokodilen laut der Studie fast ausschliesslich Grillen und Fledermäuse im Magen. Auch das könnte zum orangefarbenen Äusseren beitragen. (Im Bild: ein graugrünes Jungtier) Doch die Färbung ist noch nicht alles: Die Forscher gehen mittlerweile davon aus, dass sich die Tiere nicht nur äusserlich, sondern auch genetisch verändern und schon bald eine neue, eigenständige Art darstellen könnten. Dafür sprächen Veränderungen in den Chromosomen. Auffällig gefärbt sind auch die Seeschlangen, die im Meer vor der Stadt Nouméa in Neukaledonien leben. Statt wie normal schwarz-weiss ... ... sind die Tiere dort komplett schwarz. Schuld ist der hohe Arsen- und Zink-Gehalt im Wasser, wie der Biologe Rick Shine herausfand: Die Schlangen färben sich schwarz, weil sie sich so besser der in ihrer Haut gespeicherten Giftstoffe entledigen können. Eine andere Ursache liegt der Blaufärbung einiger Hunde, die in Indien entdeckt wurden, zugrunde. Schuld daran ist die Wasserverschmutzung. Die Tiere streunen nämlich in der Nähe eines Industriegebiets, in dem ... ... gut 1000 Pharma-, Nahrungsmittel- und Schwerindustriebetriebe ihre Abwässer nahezu ungefiltert in den Fluss Kasadi entleeren. Weil die Streuner regelmässig bei ihrer Suche nach Futter durch das Wasser schwimmen ... Eine natürliche Ursache liegt dagegen bei Pinky, dem pinkfarbenen Delfin aus dem US-Bundesstaat Louisiana zugrunde. Er verdankt seine Hautfarbe höchstwahrscheinlich einem Gendefekt, Das weisse Fell des Elchs stammt von einer Genmutation, die Leuzismus – vom griechischen Wort für «weiss» – genannt wird. Dabei geht

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Weisse Elche, pinkfarbene Delfine, blaue Hunde und orangefarbene Alligatoren: Immer wieder werden Tiere in aussergewöhnlichen Farben gesichtet, wobei die Ursachen jeweils ganz unterschiedlicher Natur sind (siehe Bildstrecke). Gemein ist ihnen nur, dass es sich dabei in der Regel um Einzelfälle handelt.

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Ganz anders bei den Krokodilen, die der Archäologe Richard Oslisly 2008 im Abanda-Höhlensystem in Gabun entdeckt hat. Von den rund 30 gesichteten Exemplaren sind zehn blind – und orangefarben, wie «The Guardian» berichtet.

Wenn man eh nichts sehen kann, brauchts keine Sehkraft

Verantwortlich für die Andersartigkeit der Höhlenkrokodile sind zwei Aspekte, wie eine Studie aus dem Jahr 2016 zeigt. An dieser waren neben Oslisly auch der Höhlenforscher Olivier Testa und der Reptilienexperte Matthew Shirley von der Florida International University beteiligt.

Demnach dürfte sich der Sehsinn der Tiere zurückgebildet haben, weil dieser ihnen in der permanenten Dunkelheit der Höhle sowieso nichts bringt.

Von Exkrementen umgeben

Auch die ungewöhnliche Farbe scheint dem unterirdischen Lebensraum der Krokodile geschuldet zu sein. Oslisly und seine Mitstreiter vermuten, dass das Orangerot darauf zurückzuführen ist, dass die Tiere so viel Zeit in den Höhlen verbringen. Dort seien sie rund um die Uhr von einer Mischung aus Wasser und Fledermaus-Kot umgeben, was Einfluss auf ihre Hautfarbe hat.

Dafür spricht auch, dass nur erwachsene Tiere von der Färbung betroffen sind, während die Jungtiere klassisches Graugrün tragen. Die Forscher glauben, dass nur die jugendlichen Krokodile aufgrund ihrer geringeren Grösse in der Lage sind, das Höhlensystem zu verlassen. Grössere Exemplare seien dagegen in der Höhle gefangen, so Oslisly.

Lebensraum bestimmt das Futter

Das Leben in den Höhlen hat auch Auswirkungen auf die Ernährung der Tiere: Während ihre überirdisch lebenden Artgenossen überwiegend Fische und Krebse futtern, landen bei den orangefarbenen Höhlenkrokodilen Grillen und Fledermäuse im Magen, zitiert «The Guardian» Oslisly. Auch dies könnten zu dem orangefarbenen Äusseren beitragen.

Doch die ungewöhnliche Färbung ist noch nicht alles. Die Wissenschaftler gehen mittlerweile davon aus, dass sich die Tiere nicht nur äusserlich, sondern auch genetisch verändern und schon bald eine neue, eigenständige Art darstellen könnten.

Dafür sprächen Veränderungen in den Chromosomen. Denn die Mutationsrate des veränderten Erbguts legt laut den Forschern nahe, dass die ersten Höhlenkrokodile schon vor mehreren tausend Jahren in den Untergrund gewandert sind.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Naturfarbiger am 06.02.2018 12:56 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist genau der Grund

    ...weshalb ich nie Kot esse!

    einklappen einklappen
  • Mase am 07.02.2018 12:18 Report Diesen Beitrag melden

    Anpassung

    Finde spannend, dass nebst der Färbung die Augen des Höhlenkrokodiles sichtbar grösser sind um wohl mit der Dunkelheit im gewohnten Wohnraum besser auszukommen.

  • Peter am 07.02.2018 08:45 Report Diesen Beitrag melden

    Evolution

    Evolution gibt es doch gar nicht, ist alles von Gott gewollt! Oder doch nicht? Hm..

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mase am 07.02.2018 12:18 Report Diesen Beitrag melden

    Anpassung

    Finde spannend, dass nebst der Färbung die Augen des Höhlenkrokodiles sichtbar grösser sind um wohl mit der Dunkelheit im gewohnten Wohnraum besser auszukommen.

  • Peter am 07.02.2018 08:45 Report Diesen Beitrag melden

    Evolution

    Evolution gibt es doch gar nicht, ist alles von Gott gewollt! Oder doch nicht? Hm..

  • Naturfarbiger am 06.02.2018 12:56 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist genau der Grund

    ...weshalb ich nie Kot esse!

    • bebbeli am 06.02.2018 15:11 Report Diesen Beitrag melden

      Naturfarbiger

      Genau, das schmeckt mir auch nicht. Ich will nichts essen, das schon ein anderer gegessen hat. Lieber geniesse ich ein tolles Steak oder einen Braten.

    • F. Ragendèr am 07.02.2018 01:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @bebbeli

      Was wollen Sie uns sagen, Sie mit Ihren Daumen nach unten zeigend?

    • bebbeli am 07.02.2018 17:25 Report Diesen Beitrag melden

      Naturfarbiger

      F. Ragender. Ich bin mir nicht klar, was du sagen willst. Soll das bedeuten, dass du lieber Kot essen willst? Ich möchte das nicht.

    einklappen einklappen
  • sc am 06.02.2018 12:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    tragisch aber wahr

    der blaue Hund ist wirklich sonderbar, aber irgendwie noch süss