Umweltschutz

16. April 2010 09:00; Akt: 16.04.2010 09:24 Print

Plastiksuppe im AtlantikPlastiksuppe im Atlantik

von Daniel Huber - Nun ist es auch im Atlantik soweit: Ein gigantischer Müllstrudel aus Plastikresten treibt im Meer — mit unabsehbaren Folgen für Natur und Mensch.

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Fataler Müll: Kunststoff-Eimer mit einem Fisch, der sich darin verfangen hat (Bild: Keystone/AP/Marjolijn Dijkman, 5 Gyres)

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Erst seit etwa 60 Jahren produzieren wir Menschen Plastik — und schon treibt eine unvorstellbare Müllmenge in den Weltmeeren umher. Kunststoffe, die hunderte Jahre überdauern können, obwohl sie als Wegwerfprodukte hergestellt werden, bilden allein im Pazifik einen gigantischen Müllstrudel von der Grösse Mitteleuropas, in dem 2008 geschätzte 100 Millionen Tonnen Plastik dümpelten: «The Great Pacific Garbage Patch».

Und die Plastiksuppe schwappt nicht nur im Pazifik: Meeresforscher warnen vor einem zweiten gewaltigen Müllstrudel, diesmal im Atlantik. In der Sargassosee im westlichen Atlantik erstreckt sich ein Müllteppich von mehreren tausend Quadratkilometern, der zum Teil aus Konfetti-artigen Plastikresten besteht.

Zahnbürsten und Feuerzeuge

«Wir haben den ‹Great Atlantic Garbage Patch› gefunden», sagt Anna Cummins gemäss der Nachrichtenagentur AP. Die Umweltaktivistin vom «5-Gyres»-Projekt und ihr Gatte Marcus Eriksen nahmen im Februar dieses Jahres auf einer Segelreise von den Bermudas zu den Azoren alle 160 Kilometer eine Probe aus dem Atlantik. Jedesmal war der Behälter voll: Zahnbürsten, Flaschendeckel, Feuerzeuge.

«Unsere Aufgabe ist jetzt, die Leute darauf hinzuweisen, dass die Meeresveschmutzung mit Plastik ein globales Problem darstellt — es ist leider nicht auf einen einzigen Fleck beschränkt», so Cummins. In der Tat: Gemäss einer Studie des Umweltprogramms der UNO (UNEP) enthält heute jeder Quadratkilometer Meeresfläche bis zu 18 000 Plastikteile. Im «Great Pacific Garbage Patch» sollen es gar eine Million Teilchen pro Quadratkilometer sein. Sogar wenn man wollte, könnte man diesen Müll schlicht nicht mehr zusammensammeln und aus dem Meer holen: Ein grosser Teil des Plastikmülls hat sich im Laufe der Zeit in derart kleine Stücke aufgeteilt, dass manche von blossem Auge kaum mehr sichtbar sind.

Toxische Stoffe

Dies bedeutet allerdings keinesfalls, dass der Dreck dadurch weniger schädlich für Fische und Meeressäuger wird. Die Partikel enthalten zum einen selber giftige chemische Stoffe wie PCB, BPA oder Phthalate (siehe Infobox) und binden zum andern weitere Toxine aus dem Meerwasser an sich. Über die Nahrungskette akkumulieren sie sich und gefährden an deren Ende letztlich den Menschen. Die Forscher haben auf ihrer Reise durch den «Great Atlantic Garbage Patch» denn auch Fische gefangen, um deren Mageninhalt auf Plastikpartikel zu untersuchen.

Das Problem kann letzten Endes nur dadurch realistisch angegangen werden, dass der Strom von immer neuem Plastikmüll, der sich vor allem über Flüsse (geschätzte 80 Prozent) und zu etwa einem Fünftel über die Kehrichtentsorgung der Schiffahrt in die Weltmeere ergiesst, entschieden ausgetrocknet wird. Dies jedoch dürfte wohl nur möglich sein, wenn wir uns zunehmend dem ungesunden Widerspruch unserer Wegwerfkultur bewusst werden, der darin liegt, biologisch nicht abbaubare Materialien für Wegwerfprodukte zu verwenden.

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  • Peter Müller am 20.04.2010 14:36 Report Diesen Beitrag melden

    Auffischen

    Wie kommt man von einem solchen Beitrag dazu etwas aus der Bibel zu zitieren, Herr Küch?

  • W.Hürlimann am 19.04.2010 08:43 Report Diesen Beitrag melden

    Arbeitsplätze schaffen durch Verzicht...

    auf Kunstoffe im Haushalt. Auf Kunststoffe im Haushalt zu verzichten bedeutet zum Beispiel wieder Keramik und Holz vermehrt zu nützen. Denke Sie an Ihre Kinder. Das Baby das aus einem Kunstoffschoppen PCB etc. in sich aufnimmt. Nebst dem Nebeneffekt, dass man massiv Oil (als einen der wertvollsten Rohstoffe unserer Gesellschaft) einsparen kann, kurbelt man das traditionelle und nachhaltig wirkende Handwerk an. Damit entstehen nicht nur Arbeitsplätze, man investiert auch in natürliche und umweltverträgliche Rohstoffe die dem Recycling wieder und wieder zugeführt werden können.

  • Christian Küch am 18.04.2010 11:31 Report Diesen Beitrag melden

    Was sagt die Bibel dazu?

    Das Land ist entheiligt von seinen Einwohnern; denn sie übertreten das Gesetz und ändern die Gebote und lassen fahren den ewigen Bund. 6Darum frißt der Fluch das Land; denn sie verschulden's, die darin wohnen. Darum verdorren die Einwohner des Landes, also daß wenig Leute übrigbleiben Die Erde wird taumelm wie ein Trunkener und wird hin und her geworfen wie ein Hängebett; denn ihre Missetat drückt sie, daß sie fallen muß und kann nicht stehenbleiben