Partly Made in Emmen

05. Dezember 2012 22:45; Akt: 06.12.2012 10:58 Print

Premiere für Tarnkappen-Drohne

von P. Dahm - Feindaufklärung war gestern: Moderne Drohnen müssen auch Killer sein. Frankreich setzt auf die Neuron, die jüngst ihren Jungfernflug absolviert hat - dank Schweizer Know-how.

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Wie sie an der Fahrwerkklappe sehen können, steckt in dieser Drohne Schweizer Know-how: Am 1. Dezember 2012 absolvierte Flugzeugbauer Dassault entwickelt. Die Drohne ist angeblich knapp 1000 Kilometer pro Stunde schnell und soll in 14'000 Meter Höhe operieren. Sie kann zwei Bomben tragen, ist 9,5 Meter lang und hat eine Spannweite von 12,5 Metern. , der von EADS entwickelt wird, ihr eigenes Drohnensüppchen. Der Flitzer kann etwa 1200 Kilometer pro Stunde schnell fliegen und hat dank Bauform und -material (Karbonfiber) eine sehr niedrige Radarsignatur. Die Spannweite beträgt 7,22 Meter. Die (Sensenmann) kann an sieben Aufhängungen bis zu 1700 Kilogramm Bewaffnung tragen. Das Flugzeug kann 14 Stunden in rund 15'000 Meter Höhe in der Luft bleiben. So sieht das «Cockpit» des «Reaper» aus, das oft tausende Kilometer vom Einsatzort der Drohne entfernt steht. Die Soldaten steuern von hier aus das Gefährt mit 11 Meter Länge und 20 Meter Spannweite, das knapp 900 Kilometer pro Stunde schnell fliegen kann. So sieht angeblich die (Wächter) aus, die vom Konzern Lockheed Martin hergestellt wird. Die Stealth-Drohne ist ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt, als sie in Zusammenhang mit der Liquidierung von Osama bin Laden in Pakistan im Mai 2011 in Verbindung gebracht wurde. Ausserdem behauptete der Iran im Dezember 2011, eine der hochgeheimen Drohnen abgefangen zu haben. Die Mullahs haben später mitgeteilt, sie hätten die komplizierte Technologie des Flugzeugs entschlüsselt, das eine Spannweite von zwölf Meter hat. Der (Zeuge) gebrauchen, die im September 2012 erstmals öffentlich gezeigt. wurde. Das Flugobjekt ist scheinbar von der israelischen Drohne «Hermes 450» abgekupfert. Doch die Sentinel ist für . Rüstungsriese Northrop Grumman hat diese experimentelle Stealth-Kampfdrohne auf eigene Rechnung entwickelt. Seine Flug-Premiere feierte die Maschine im Februar 2011. Sie wird derzeit erprobt und kann ihre Flügel von 9,4 auf 18,9 Meter auffächern. Sie soll auch auf Flugzeugträgern stationiert werden. (Reiher) der Israel Aerospace Industries, der bereits 1994 seinen Erstflug absolvierte und in Länder wie Deutschland, Russland, Indien oder Frankreich exportiert wurde. Im September 2012 wurde der «Heron» in Emmen getestet (im Bild). «Heron» kann bis zu 52 Stunden in seiner Höhe von rund 12'000 Meter agieren, ist 8,5 Meter lang, hat eine Spannweite von 16,6 Meter und erreicht gut 200 Kilometer pro Stunde. -Drohne, die als Aufklärer in mittleren Höhen eingesetzt werden soll und 18 Meter Spannweite hat. Sie kann sich 250 Kilometer von ihrer Basis entfernen, 30 Stunden in der Luft bleiben und bei Bedarf auch Waffen tragen. Das Flugzeug hat neben Radar und optischen auch thermische Sensoren an Bord. Laut «Aviation Week» soll die Drohne auch im zivilen Bereich verkauft werden. Ebenfalls aus stammt diese tödliche Maschine. Die Kampfdrohne WZ-9 alias «Wing Loong» (Flugeidechse) wurde deutlich länger geheim gehalten. Die Öffentlichkeit sah sie wie die kleinere CH-4 erstmals bei der Zhuhai Air Show 2012, obwohl sie schon 2003 erstmalig flog. Sie wird von der staatlichen Guizhou Aviation Industry Group gebaut. Ihre Spannweite beträgt 9,8 Meter und ihre Reichweite angeblich 800 Kilometer. Sie kann neben zwei Luft-Luft-Raketen mehrere Bomben tragen, berichtete «Chinese Defense Today». Last but not least hat (aufsteigender Drachen) vom Rüstungsbauer Chengdu Aircraft Corporation in petto. Sie ist 14,3 Meter lang ... ... und hat eine Spannweite von 25 Meter. US-Analysten glauben, dass sie als Aufklärungsdrohne für Höhen um 20'000 Meter konstruiert wurde Zurück zum «nEUROn»: Ausgestellt wurde ein Modell der Stealth-Drohne erstmals im Juni 2005 bei einer Flugschau nahe Paris. Bis zum Jungfernflug vergingen also ... ... sieben Jahre. Die Kosten werden auf gut 30 Millionen Franken pro Stück geschätzt. Zum Vergleich: Eine amerikanische «Reaper» geht für knapp 28 Millionen Franken über den Ladentisch. Fast schon zum Ramschpreis gibt es die chinesische Killer-Drohne Wing Loong: Sie ist für unter eine Million Franken zu haben. Neben Unternehmen in der Schweiz und Frankreich sind auch solche in Schweden, Italien und Griechenland an «nEUROn» beteiligt. Selbst Dassault-Konkurrent EADS ist mit seiner spanischen Filiale CASA mit an Bord.

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Der Einsatz von Drohnen ist in modernen Luftstreitkräften Alltag. Israel feiert 2012 bereits 40 Jahre Forschung auf dem Gebiet der unbemannten Flugobjekte: Der technologisch hoch entwickelte Staat hat die Branche zusammen mit den USA über Jahre dominiert. Doch die Zeiten haben sich geändert: Zum einen drängen andere Anbieter auf den Markt, zum anderen müssen Drohnen nun mehr können als aufklären.

Die neueste Entwicklung kommt aus dem Hause des französischen Dassault-Konzerns: Neuron ist ein unbemanntes Flugzeug mit Tarn-Eigenschaften und Bewaffnung. Die Stealth-Drohne absolvierte am 1. Dezember in Istres erfolgreich ihren 25-minütigen Jungfernflug. Freude herrschte auch in Emmen: Der Schweizer Rüstungskonzern Ruag hat an dem Projekt mitgewirkt, an dem auch schwedische, italienische, spanische und griechische Firmen beteiligt sind.


Die nEUROn-Drohne hebt am 1. Dezember 2012 zum ersten mal ab. Quelle: YouTube/armyreco

Ruag steuert zwar nur einen kleinen Teil der geschätzten 493 Millionen Franken Entwicklungskosten bei, doch dafür ist ein helvetischer Beiträge essentiell: die Waffenaufhängung. «Die letzte wichtige Technologie ist die Fähigkeit, Waffen in einem internen Schacht mitzuführen und abzufeuern», erklärte Dassault in einer Pressemitteilung. Die Kunst dabei ist, «die Waffen aus dem Schacht mit einem äusserst stringenten Tempo abzuschiessen», damit die Drohne nicht vom Radar erfasst werden kann.

RUAG punktet mit Know-how

Neben der Waffenaufhängung kümmerte sich Ruag bereits um die Windkanaltests. 2007 und 2008 wurden Modelle in den Massstäben 1:6,7 und 1:5 auf ihre Aerodynamik untersucht. «Ruag verfügt über spezifische Expertise als Betreiberin eines eigenen Windkanals. Dank der langjährigen Erfahrung in der Aviatik bringt die Ruag zudem Know-how in den Bereichen Aerodynamik und Mechatronik ein», erklärt Pressesprecher Jiri Paukert auf Anfrage von 20 Minuten Online.

Die Firma hat viel Erfahrung mit ferngesteuerten Flugzeugen. «Die Ruag hat als Technologiepartner der Schweizer Armee an der Entwicklung des Aufklärungsflugzeugs ADS 95 Ranger und des dazugehörenden Bodenequipments massgeblich mitgearbeitet. Das System ist mittlerweile in der Schweiz und in Finnland im Einsatz», so Paukert.


Die nEUROn-Drohne in der Planungsphase. Quelle: YouTube/ Nauarxos3000

Der Lohn der Investitionen ist die gelungene Neuron-Flug-Premiere in Südfrankreich, die ein Rafale-Jet begleitet hat: «Die europäische Eigenentwicklung könnte die militärische Luftfahrt für immer verändern», befand n-tv. Pikant: Der deutsche Nachrichtensender schreibt auch, die Drohne solle alte Jets wie den Gripen ersetzen, den die Schweiz kaufen will. Im vergangenen September hat die Schweizer Armee in Emmen amerikanische Drohnen in Augenschein genommen.

Diese Sondierungen zeigen, wie sehr sich der Markt mit unbemannten Flugobjekten in den letzten Jahren verändert hat. Frankreich hatte das Neuron-Projekt 2003 angestossen, um technologisch unabhängig zu sein. Wenig erfreut von dem Jungfernflug dürfte Rüstungsriese EADS sein: Deutschland und Spanien haben mit der Barracuda-Drohne ein ähnliches Produkt entwickelt (siehe auch Bildstrecke).


Innereuropäische Konkurrenz: Die Barracuda-Drohne wird von deutschland und Spanien entwickelt. Quelle: YouTube/Sleven90

Die USA haben mit der RQ-170 Sentinel jetzt schon eine Drohne, die vom Radar kaum erfasst werden kann. Mit der X-47B steht aber bereits der Nachfolger in den Startlöchern: Dieses Gefährt soll nicht nur überwachen, sondern auch angreifen können. Im Gegensatz zum Westen entwickelt China kostengünstig: Die Wing-Loong-Drohne kostet angeblich nur eine Million Dollar.


Eine X-47B wird auf einen Flugzeugträger verladen: Die US Navy begann Ende November 2012 mit den Tests. Quelle: YouTube/LeakSourceNews


Chinas Staatsfernsehen bringt dem Volk Mitte November 2012 die Billig-Kampfdrohne Wing Loong näher. Quelle: YouTube/meisui2012


Die chinesische Drohne Xianglong. Quelle: YouTube/himitechworld

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • G. Renadier am 06.12.2012 08:35 Report Diesen Beitrag melden

    supi

    Jaaa, toll. Schweizer Know-How... jetzt kann man noch schneller und besser töten.

  • Denis am 05.12.2012 23:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schulden drohne

    spanien, italien und griechenland? ja ja, man muss sich ja prioritäten setzen wenn man in finanzieller not ist..

    einklappen einklappen
  • Chv am 06.12.2012 06:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weltkrieg ???

    Was soll das? Rüsten wir auf den 3.Weltkrieg hin??? Das macht Angst!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • G. Renadier am 06.12.2012 08:35 Report Diesen Beitrag melden

    supi

    Jaaa, toll. Schweizer Know-How... jetzt kann man noch schneller und besser töten.

  • Chv am 06.12.2012 06:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weltkrieg ???

    Was soll das? Rüsten wir auf den 3.Weltkrieg hin??? Das macht Angst!!

  • Martin am 06.12.2012 04:32 Report Diesen Beitrag melden

    Alter Jet?

    Der Gripen ist nicht alt. Der Gripen den die CH kaufen will, den gibt es noch gar nicht! Die meinen wohl die Mirage! Ausserdem: Im Ernstfall kann nichts einen Piloten im Cockpit ersetzen.

  • Horst Huber am 06.12.2012 03:00 Report Diesen Beitrag melden

    Sicherheit

    Seid ihr alle blind? Die Drohnen werden euch allen zum die Ohren fliegen! Was glaubt ihr wohl, für welchen Zweck die Drohnen eingesetzt werden? Um euch das Volk zum überwachen!!! Wacht endlich auf...

    • und am 06.12.2012 18:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Jaja

      Wahrscheinlich wurden sie von den Iluminaten gekauft o.O

    einklappen einklappen
  • hugolino am 06.12.2012 00:30 Report Diesen Beitrag melden

    Darauf können nur Schweizer stolz sein

    "Moderne Drohnen müssen auch Killer sein. (...) dank Schweizer Know-how." Gut gemacht, liebes schweizerische Stimmvolk, dass wir trotz unserer Neutralität Geräte produzieren, welche Menschen töten. Haben wir denn wirklich nichts aus dem Holocaust-Desaster gelernt? Scheinbar nicht, wie die Vorfahren, so die heutigen Schweizer. Nun ja, Tells Apfel fällt halt nicht weit vom Stamm, und so dürfen wir unsere Alibi-Neutralität ja für ein Wenig Bares vergessen lassen.

    • p.k am 06.12.2012 05:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @hugoline

      wir sind schon lange nicht mehr neutral

    • grenacher am 06.12.2012 07:02 Report Diesen Beitrag melden

      Ja klar

      Wer Lesen kann ist klar im Vorteil. den nicht das Schweizervolk hat diese Drohne gebaut sondern der Rüstungskonzern Ruag ist daran beteiligt .

    • Bruno Hertig am 06.12.2012 07:20 Report Diesen Beitrag melden

      Ja und zwar zu recht

      @hugolino: Produktion, Forschung und Entwicklung, von was auch immer, haben nichts mit Neutralität zu tun. Neutralität heisst, dass wir für niemanden, ausser für uns selbst, Partei ergreiffen und das ist gut und richtig so. Im Weiteren hat die Luftwaffe (D sowie die CH) nichts mit dem Holocaust zu tun gehabt (keine aktive Rolle). Also erst mal ein paar Fakten studieren und die Bedeutung von Begriffen nachschlagen anstatt verdrehte und verschobene linkspolitische Positionen nachzuplappern...

    • Peacemaker am 06.12.2012 07:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Kluge Worte

      Welch kluge Worte. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Vielen dank dafür.

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