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Partly Made in Emmen
05. Dezember 2012 22:45; Akt: 06.12.2012 10:58 Print
Premiere für Tarnkappen-Drohne
von P. Dahm - Feindaufklärung war gestern: Moderne Drohnen müssen auch Killer sein. Frankreich setzt auf die Neuron, die jüngst ihren Jungfernflug absolviert hat - dank Schweizer Know-how.
Der Einsatz von Drohnen ist in modernen Luftstreitkräften Alltag. Israel feiert 2012 bereits 40 Jahre Forschung auf dem Gebiet der unbemannten Flugobjekte: Der technologisch hoch entwickelte Staat hat die Branche zusammen mit den USA über Jahre dominiert. Doch die Zeiten haben sich geändert: Zum einen drängen andere Anbieter auf den Markt, zum anderen müssen Drohnen nun mehr können als aufklären.
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AR.Drone 2.0: Tiefflug durch die Redaktion
Die neueste Entwicklung kommt aus dem Hause des französischen Dassault-Konzerns: Neuron ist ein unbemanntes Flugzeug mit Tarn-Eigenschaften und Bewaffnung. Die Stealth-Drohne absolvierte am 1. Dezember in Istres erfolgreich ihren 25-minütigen Jungfernflug. Freude herrschte auch in Emmen: Der Schweizer Rüstungskonzern Ruag hat an dem Projekt mitgewirkt, an dem auch schwedische, italienische, spanische und griechische Firmen beteiligt sind.
Die nEUROn-Drohne hebt am 1. Dezember 2012 zum ersten mal ab. Quelle: YouTube/armyreco
Ruag steuert zwar nur einen kleinen Teil der geschätzten 493 Millionen Franken Entwicklungskosten bei, doch dafür ist ein helvetischer Beiträge essentiell: die Waffenaufhängung. «Die letzte wichtige Technologie ist die Fähigkeit, Waffen in einem internen Schacht mitzuführen und abzufeuern», erklärte Dassault in einer Pressemitteilung. Die Kunst dabei ist, «die Waffen aus dem Schacht mit einem äusserst stringenten Tempo abzuschiessen», damit die Drohne nicht vom Radar erfasst werden kann.
RUAG punktet mit Know-how
Neben der Waffenaufhängung kümmerte sich Ruag bereits um die Windkanaltests. 2007 und 2008 wurden Modelle in den Massstäben 1:6,7 und 1:5 auf ihre Aerodynamik untersucht. «Ruag verfügt über spezifische Expertise als Betreiberin eines eigenen Windkanals. Dank der langjährigen Erfahrung in der Aviatik bringt die Ruag zudem Know-how in den Bereichen Aerodynamik und Mechatronik ein», erklärt Pressesprecher Jiri Paukert auf Anfrage von 20 Minuten Online.
Die Firma hat viel Erfahrung mit ferngesteuerten Flugzeugen. «Die Ruag hat als Technologiepartner der Schweizer Armee an der Entwicklung des Aufklärungsflugzeugs ADS 95 Ranger und des dazugehörenden Bodenequipments massgeblich mitgearbeitet. Das System ist mittlerweile in der Schweiz und in Finnland im Einsatz», so Paukert.
Die nEUROn-Drohne in der Planungsphase. Quelle: YouTube/ Nauarxos3000
Der Lohn der Investitionen ist die gelungene Neuron-Flug-Premiere in Südfrankreich, die ein Rafale-Jet begleitet hat: «Die europäische Eigenentwicklung könnte die militärische Luftfahrt für immer verändern», befand n-tv. Pikant: Der deutsche Nachrichtensender schreibt auch, die Drohne solle alte Jets wie den Gripen ersetzen, den die Schweiz kaufen will. Im vergangenen September hat die Schweizer Armee in Emmen amerikanische Drohnen in Augenschein genommen.
Diese Sondierungen zeigen, wie sehr sich der Markt mit unbemannten Flugobjekten in den letzten Jahren verändert hat. Frankreich hatte das Neuron-Projekt 2003 angestossen, um technologisch unabhängig zu sein. Wenig erfreut von dem Jungfernflug dürfte Rüstungsriese EADS sein: Deutschland und Spanien haben mit der Barracuda-Drohne ein ähnliches Produkt entwickelt (siehe auch Bildstrecke).
Innereuropäische Konkurrenz: Die Barracuda-Drohne wird von deutschland und Spanien entwickelt. Quelle: YouTube/Sleven90
Die USA haben mit der RQ-170 Sentinel jetzt schon eine Drohne, die vom Radar kaum erfasst werden kann. Mit der X-47B steht aber bereits der Nachfolger in den Startlöchern: Dieses Gefährt soll nicht nur überwachen, sondern auch angreifen können. Im Gegensatz zum Westen entwickelt China kostengünstig: Die Wing-Loong-Drohne kostet angeblich nur eine Million Dollar.
Eine X-47B wird auf einen Flugzeugträger verladen: Die US Navy begann Ende November 2012 mit den Tests. Quelle: YouTube/LeakSourceNews
Chinas Staatsfernsehen bringt dem Volk Mitte November 2012 die Billig-Kampfdrohne Wing Loong näher. Quelle: YouTube/meisui2012
Die chinesische Drohne Xianglong. Quelle: YouTube/himitechworld
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Alle 23 Kommentare

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supi
Jaaa, toll. Schweizer Know-How... jetzt kann man noch schneller und besser töten.
Weltkrieg ???
Was soll das? Rüsten wir auf den 3.Weltkrieg hin??? Das macht Angst!!
Alter Jet?
Der Gripen ist nicht alt. Der Gripen den die CH kaufen will, den gibt es noch gar nicht! Die meinen wohl die Mirage! Ausserdem: Im Ernstfall kann nichts einen Piloten im Cockpit ersetzen.