Dr Pimple Popper

30. Dezember 2017 17:59; Akt: 30.12.2017 17:59 Print

Profi-Pickel-Ausdrückerin machts jetzt auch im TV

Mit Videos vom Ausdrücken eitriger Pickel hat sich die Dermatologin Sandra Lee eine riesige Fangemeinde geschaffen. Nun hat sogar das Fernsehen bei ihr angeklopft.

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Die Dermatologin Sandra Lee ist vielen Menschen unter dem Namen Dr Pimple Poppers bekannt. Als solche begeistert sie mehrere Millionen Social-Media-Nutzer mit Videos, die zeigen, wie sie Mitesser, Eiterpickel, Fettansammlungen und Zysten ausdrückt. Die Zahl ihrer Follower wächst kontinuierlich. Und das, obwohl die Clips nicht besonders appetitlich sind. Auf diesen Erfolg sind nun auch andere aufmerksam geworden: Am 3. Januar 2018 zeigt etwa der US-Sender TLC eine Spezial-Sendung über Lee und ihre besten Fälle. Die Zusammenarbeit mit dem TV-Netzwerk geht online weiter. Zusammen haben sie die Facebook-Serie «This is Zit» entwickelt, in der bisher unveröffentlichte Pickel-Ausdrück-Szenen zu sehen sein werden und solche, die sich sonst hinter der Kamera abspielen. Doch warum klicken derart viele Menschen auf die heftigen Videos? Die Dermatologin hat ihre eigene Theorie: «Wenn man ein komplexes Problem gelöst hat oder eine schwere Frage beantwortet hat, fühlt man Zufriedenheit und Glück. Ich denke, dass meine Videos die gleichen Gefühle auslösen.» Das mache den einen oder anderen süchtig. Laut dem Philosophen Daniel Kelly von der Purdue University handelt es sich bei Ekel um eine Abwehrreaktion, beispielsweise bei Krankheiten: «Anstatt abzuwarten, bis etwas Schlechtes in uns gelangt, das wir bekämpfen müssen, hilft uns Ekel, uns von Dingen und Menschen fernzuhalten, die uns krank machen können.» Zusätzlich weiss Abstossendes zu faszinieren, wie der ungarische Philosoph Aurel Thomas Kolnai in seinem Buch «Ekel Hochmut Hass – Zur Phänomenologie feindlicher Gefühle» schrieb. Man schaue hin, ganz so wie Fans des Genres es auch bei Horror-Filmen tun. Den Grund nennt der Psychologe Lutz Jänke im SRF: «Wenn wir entspannt sind, befinden wir uns in einer mittleren Erregungslage. Das finden wir auf Dauer nicht so angenehm. Wir suchen stets eine gewisse Auslenkung.» Diese dürfe aber nicht zu stark sein. «Es scheint, als böte die Dermatologin Lee ihren Fans das richtige Mass.»

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Es gibt nichts, was es nicht gibt. Das beweist die US-Dermatologin Sandra Lee schon seit geraumer Zeit in den sozialen Medien. Auf Youtube, Instagram und Facebook teilt sie als Dr Pimple Popper Fotos und Videos, die zeigen, wie sie Mitessern, Eiterpickeln, Fettansammlungen und Zysten beherzt zu Leibe rückt.

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Obwohl die Bilder von Lees Schaffen alles andere als schön anzusehen sind, wächst die Zahl ihrer Follower kontinuierlich. Mittlerweile haben mehrere Millionen Menschen, sogenannte Popaholics, ihre Videos abonniert. Das Interesse an ihrem Tun ist so gross, dass die Pickel-Expertin sogar Merchandising anbietet.

Pickel ausdrücken auf noch mehr Kanälen

Auf diesen Erfolg sind nun auch andere aufmerksam geworden, wie die Hautärztin auf ihren Kanälen verrät: Am 3. Januar 2018 zeigt der US-Sender TLC eine Spezialsendung über Lee und ihre besten Fälle.

Die Zusammenarbeit mit dem TV-Netzwerk geht online weiter. Gemeinsam haben sie die Facebook-Serie «This is Zit» entwickelt, in der bisher unveröffentlichte Pickel-Ausdrück-Szenen zu sehen sein werden und solche, die sich sonst hinter der Kamera abspielen.

Warum?

Dass sich TLC für das Treiben Lees interessiert und entsprechende Formate produziert, ist nicht verwunderlich. Schliesslich darf der Sender angesichts der grossen Zahl von Dr-Pimpel-Popper-Fans auf hohe Einschaltquoten hoffen. Weitaus bemerkenswerter ist, dass es überhaupt Menschen gibt, die diese unappetitlichen Szenen (siehe Video unten) ansehen und lieben.

(Video: Tamedia mit Material von Youtube)

Die Dermatologin hat ihre eigene Theorie: «Wenn man ein komplexes Problem gelöst oder eine schwere Frage beantwortet hat, fühlt man Zufriedenheit und Glück. Ich denke, dass meine Videos die gleichen Gefühle auslösen.» Das mache den einen oder anderen süchtig.

Das sagen Forscher

Konkreter äussert sich da Daniel Kelly, Philosoph an der Purdue University und Autor des Buches «Yuck! The Nature and Moral Significance of Disgust» (Igitt! Die Natur und die moralische Bedeutung des Ekels). Ihm zufolge handelt es sich bei der Gefühlsregung um eine Abwehrreaktion, beispielsweise bei Krankheiten: «Anstatt abzuwarten, bis etwas Schlechtes in uns gelangt, das wir bekämpfen müssen, hilft uns Ekel, uns von Dingen und Menschen fernzuhalten, die uns krank machen können», zitiert ihn «Medical Daily».

Zusätzlich weiss Abstossendes zu faszinieren, wie der ungarische Philosoph Aurel Thomas Kolnai in seinem Buch «Ekel Hochmut Hass – Zur Phänomenologie feindlicher Gefühle» schrieb. Man schaue hin, ganz so wie Fans des Genres es auch bei Horror-Filmen tun.

Den Grund nennt Lutz Jänke von der Universität Zürich gegenüber SRF: «Wenn wir entspannt sind, befinden wir uns in einer mittleren Erregungslage. Das finden wir auf Dauer nicht so angenehm. Wir suchen stets eine gewisse Auslenkung.» Diese dürfe aber nicht zu stark sein. Es scheint, als böte die Dermatologin Lee ihren Fans das richtige Mass.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Susanne am 30.12.2017 18:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein sicher nicht

    Sachen gibt's, nein definitiv nichts für mich.

  • Popaholic am 30.12.2017 21:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehr interessant

    Ich geb's zu - ich bin eine der komischen Leute, die sich das Zeug gern anschaut. Mich interessiert jedoch vor allem der medizinische Aspekt dahinter, die Vorgehensweise eines operativen Eingriffs, die Vorbereitung, die verschiedenen Strukturen unter der Haut und wie sie zu erkennen sind. Dr. Lee erklärt die Dinge sehr einfach und nachvollziehbar, und ich habe schon Menge Interessantes gelernt! Kann ich absolut weiterempfehlen... wenn einem die "Ausräumarbeiten" nichts ausmachen...

  • Donna M. am 30.12.2017 20:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Oje

    Wenn ich einen Pickel ausdrücke, brauche ich keine Kamera, sondern einen Spiegel.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Nimra am 31.12.2017 10:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unterirdisch und doch so menschlich

    Machen doch Mütter bei Ihren Kindern. Man könnte auf politischer Ebene mal dafür sorgen, dass wir nicht so ein Insdustriefrass essen müssen, der versetzt ist mit Krankmachern - ohne Ende. Wenn beim Essen der PH-wert stimmen würde und dazu noch die Aufklärung im Kindergarten beginnen würde, gäbe es gar keine Pickel und andere Körperverunreinigungen. Eiter - so was Widerliches. Gibts keine besseren Themen.

  • Ela am 31.12.2017 10:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frage

    Gibt das keine Narben?

    • Domino am 31.12.2017 11:09 Report Diesen Beitrag melden

      es kann

      Muss aber nicht, das hängt von der Schwere der Akne ab. Du hast bestimmt auch schon Leute mit einer komplett verlöcherten Haut gesehen, das sind Aknenarben.

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  • Mike am 31.12.2017 10:20 Report Diesen Beitrag melden

    Unsere Dermatologen sagen doch

    man soll Pickel nicht ausdrücken, da sonst Narben entstehen könnten.

    • Domino am 31.12.2017 11:03 Report Diesen Beitrag melden

      das ist der grösste Unsinn

      Ich meine, dass durch Pickel ausdrücken Narben entstehen. Ob Narben entstehen, hängt von der Grösse der Pickel ab. Kleine Bibeli geben sicher keine. Sein lassen kann man das, was in der Bildstrecke zu sehen ist, nicht. So viel Talg kann der Körper nicht selber abbauen.

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  • Rinalda am 31.12.2017 10:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verichte gerne

    Mir reichts schon wenn ich Frauen in der Badi sehe die ihren Freunden die Pickels ausdrücken. Sitzen da wie Paviane. Hatte noch nie den Wunsch einem Partner im Gesicht oder Rücken rumzudrücken.

    • Rico S am 31.12.2017 10:30 Report Diesen Beitrag melden

      Unterste Schubladen

      Es ist unterste Schublade, da haben sie vollkommen recht. Da steht wohl der Pavian, bei dem das Lausen der sozialen Kontaktpflege dient und dem menschliche Vernunft nicht zugesprochen werden kann, einiges höher.

    • Rinalda am 31.12.2017 10:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rico S

      Merci lieber Rico für Ihren Kommentar. Ja ist für mich ein NO GO. Schön wenn andere Mensch es auch so empfinden. Ihnen "es guets Nöis"

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  • Er Cla am 31.12.2017 09:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ..

    Igitt...zum erbrechen