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Künstliche Freunde
18. Dezember 2012 23:26; Akt: 18.12.2012 23:26 Print
Roboter sind nur als Gehilfen erwünscht
Roboter könnten gewisse Aufgaben des Pflegepersonals übernehmen und die Betreuung von Patienten verbessern, zeigt eine neue Studie auf. Doch als Begleiter stossen die Maschinen auf Ablehnung.
Japan, dessen Bevölkerung rapide altert, ist Vorreiter beim Einsatz von Robotern in der Pflege. Dieser Roboter wird am Empfang, zur Unterhaltung und für einfache Tests eingesetzt. (Bild: Keystone/AP/David Guttenfelder)
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Experten aus den Bereichen Gesundheit, Ökonomie und Mechatronik haben evaluiert, wie Roboter im Gesundheitswesen bis 2025 eingesetzt werden könnten, teilte die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) am Dienstag mit. Die Resultate veröffentlicht das Zentrum für Technologiefolgen-Abschätzung (TA-SWISS), das die Studie beauftragt hatte.
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Dabei wurde deutlich, dass in der Schweiz die Skepsis gegenüber allzu menschlichen Robotern gross ist. Intelligente Bewegungshilfen oder Serviceroboter wären akzeptabel, sozial interagierende Gefährten nicht. Dies äusserten Akteure im Gesundheitswesen wie Patienten, Spitalmanager, Pfleger oder Ärzte in einer Befragung. Zudem sichteten die Forscher die Fachliteratur.
«Viele Befragte befürchten, dass der zwischenmenschliche Kontakt verloren gehen könnte», zitiert die Mitteilung Projektleiterin Heidrun Becker vom Departement Gesundheit der ZHAW. «Zudem fehlt Robotern auch die umfassende und flexible Sicht auf Patienten und Situationen.»
Entlastung von schweren Arbeiten
Pflegefachkräfte argwöhnen, dass sie aus Spargründen von Robotern ersetzt werden könnten. Allerdings würden sie mechanische Assistenten als Gehilfen schätzen, um sie von schweren Arbeiten wie dem Heben oder Tragen von Patienten zu entlasten.
Die Patienten würden Roboter begrüssen, die ihre Mobilität und Unabhängigkeit verbessern: smarte Rollstühle, intelligente Gehilfen oder Haushalt-Serviceroboter. «Telepräsenzroboter» könnten über Video den Arzt oder Pfleger ins Haus projizieren und quasi als «digitale Nabelschnur gegen die Vereinsamung» wirken, schreiben die Forscher.
Neue Risiken
Doch ein Stromausfall könnte verheerend wirken, etwa wenn lebenswichtige Medikamente nicht verabreicht werden. Weitere Risiken sind der Studie zufolge, dass persönliche Kontakte zwischen Patienten und Pfleger abnehmen könnten.
Fazit der befragten Experten ist, dass Roboter nur als Ergänzung zu menschlichen Kontakten eingesetzt werden sollten und dass sie die Gesundheitskosten wahrscheinlich eher erhöhen als senken werden: Die Anschaffung ist teuer und die Technik entwickelt sich rasch und muss immer wieder ersetzt werden.
Haftung und Datenschutz ungeklärt
Schon heute reiche die Rechtslage nicht aus, um mechanische Assistenten nur schon zu testen, warnen die Autoren. Ungeklärt ist auch, wer haftet, wenn der Roboter einen Schaden anstellt. Die von den Geräten gesammelten Patientendaten bergen Missbrauchspotenzial. «Regelungen im Haftungsrecht, im Datenschutz und in der Ethik sollten deshalb überprüft werden», sagt Becker.
Video: Roboter als Pflegeassistent in Japan
(Quelle: YouTube/Kazumichi Moriyama)
(sda)

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