Experten übertrumpft

22. Oktober 2013 14:06; Akt: 22.10.2013 15:57 Print

Schüler findet Fossil eines Baby-Dinos

Ein Schüler hat in den USA ein aussergewöhnlich gut erhaltenes Fossil eines jungen Dinosauriers entdeckt. Zwei Paläontologen hatten die Knochen zuvor übersehen.

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Blamage für die Experten: Der Schüler Kevin Terris schaute genauer hin als zwei Fachleute und entdeckte im US-Bundesstaat Utah die Überreste eines Baby-Dinosauriers. Es handle sich um einen Vertreter von Parasaurolophus, der vor etwa 75 Millionen Jahren im westlichen Nordamerika lebte, schreiben die Forscher im Fachjournal «PeerJ».

Es sei das kleinste und vollständigste Skelett, das je von dieser Gattung gefunden wurde. «Zunächst wollte ich wissen, was das für ein Knochenstückchen ist, das aus dem Stein hervorstand», schildert Terris seinen Fund. «Als wir den Schädel freigelegt hatten, war ich begeistert.»

Ein Fossil namens «Joe»

Terris fand die Knochen im Naturschutzgebiet Grand Staircase-Escalante National Monument in Utah bereits im Jahr 2009. Damals war er 17 Jahre alt. Einige Tage zuvor seien zwei erfahrene Paläontologen an der Stelle gewesen, ohne die Knochen zu bemerken, teilte das Raymond M. Alf Museum of Paleontology in Claremont (Kalifornien) mit. Jetzt wurde das «Joe» getaufte Fossil wissenschaftlich beschrieben.

Parasaurolophus war ein Pflanzenfresser. Das auffälligste Merkmal dieser Dinosaurier ist ein hohler Knochenkamm, der sich nach hinten über ihren Kopf erstreckt. Der junge Parasaurolophus mass etwa 2,5 Meter - rund ein Viertel der Länge eines ausgewachsenen Tieres.

Töne aus dem Knochenkamm

Zum Zeitpunkt seines Todes war er wahrscheinlich jünger als ein Jahr, zeigten die Untersuchungen. Dennoch sind auf dem Schädel des Dinos schon Ansätze des Knochenkamms zu erkennen. Das sei überraschend, weil verwandte Arten diesen Kopfschmuck erst entwickelten, wenn sie wenigstens halb ausgewachsen waren, erläutern die Forscher.

Experten vermuten, dass die Tiere mithilfe des Knochenkamms Töne erzeugen konnten und ihn auch als visuelles Signal einsetzten. Eine computertomographische Untersuchung des Schädels lässt vermuten, dass der Baby-Dino sehr viel höhere Töne erzeugte als ausgewachsene Tiere, die wohl im tiefen Frequenzbereich tönten.

(sda)