Es kommt drauf an

20. Mai 2015 14:49; Akt: 20.05.2015 14:49 Print

Selbstgezogenes Gemüse ist nicht immer besser

Wenn man Gemüse selbst zieht, weiss man, was drin steckt. So meint man. Doch stecken Schadstoffe im Boden, ist das nicht immer so.

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Aus Sorge, über die Ernährung gesundheitsschädliche Pestizide und andere krankmachende Stoffe im Körper aufzunehmen, greifen viele Menschen zu Bioprodukten. Andere züchten ihr Gemüse gleich selbst – im Glauben, nur so sicher zu wissen, was bei ihnen auf dem Teller landet.

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Doch auch sie sind nicht gegen schädliche Substanzen gefeit. So ist vor allem Gemüse, das in der Nähe von Strassen wächst, oft mit Schwermetallen wie Blei, Cadmium oder Quecksilber belastet.

Deutliche Unterschiede

Deshalb auf den Heimanbau zu verzichten, muss aber niemand, wie Forscher der Kansas State University im «Journal of Environment Quality» schreiben. Für ihre Studie hatten sie verschiedene Gemüsesorten wie Rüebli, Tomaten und Blattkohl auf besonders verseuchter Erde wachsen lassen und anschliessend auf ihren Gehalt an Blei, Arsen und sogenannten polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK, siehe Box) überprüft.

Zwar fanden Ganga Hettiarachchi und sein Team allgemein überraschend niedrige Werte, wie sie schreiben. Aber dennoch stiessen sie auf deutliche Unterschiede zwischen den verschiedenen essbaren Pflanzenteilen.

Bei Wurzelgemüse Vorsicht walten lassen

So lag der Schadstoff-Gehalt der oberirdisch wachsenden Tomaten und der Kohlblätter unterhalb der empfohlenen Grenzwerte. Anders sah es bei den unterirdisch gereiften Rüben aus. Zwar war das Wurzelgemüse ebenfalls weniger belastet als befürchtet, aber die Menge an Schadstoffen darin überstieg die Grenzwerte, wenn auch nur leicht.

Aufgrund dieser Erkenntnis raten die Forscher allen Privatgärtnern, ihr Gemüse nicht in einem klassischen Gemüsebeet, sondern in speziellen Behältern mit sauberer Erde zu züchten. Nur so könne man sicher sein, dass es frei von Schadstoffen ist.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • biohanfueli am 20.05.2015 15:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wirtschaft muss laufen

    Ja genau.. jetzt muss jeder Erde im Laden kaufen? Gehts noch? An meinem Kompost haben viele Insekten gearbeitet, und das sicher nicht umsonst.. als ob der spanische Pepperoni gesünder wäre als mein Bündner Pepperoni.. Gewächshäuser an der Autobahn aber die Erde im Garten soll verseucht sein..

  • jc am 20.05.2015 15:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    verhungert . . .

    Wenn ich alles glauben wollte was bei Lebensmitteln ungesund ist, wäre ich längstens "verhungert" !

  • Bodenverschiebung am 20.05.2015 15:15 Report Diesen Beitrag melden

    FaBo

    Wenn es jemand genauer wissen möchte, so wende er sich im Kanton Zürich an die FaBo (Fachstelle Bodenschutz) oder an eine Fachperson Bodenverschiebung. Zudem gibt es extra den PBV (Prüfperimeter für Bodenverschiebung) wo Verdachtsflächen für erhöhte Schadstoffgehalte im Boden ersichtlich sind (im Web ersichtlich. Für jeden!).

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Die neusten Leser-Kommentare

  • A.B. am 21.05.2015 09:31 Report Diesen Beitrag melden

    Der Weg ist das Ziel

    Das Wichtigste und vor allem Gesund ist die Arbeit dabei, in der Natur.

  • Zwätschge Dänu am 21.05.2015 08:09 Report Diesen Beitrag melden

    de Gärtner

    In neu übernommenen Schrebergärtnen sind diese Probleme sehr häufig. Es hilft auch eine Bodenanalyse, die ins Labor geschickt werden muss und die man proffesionell ausführen lassen sollte. Z.B Maag. Es gibt einige Pflanzenarten mit denen der Boden entgifted werden kann. Hanf wäre eine der besten Pflanzen.

  • Jol Bear am 20.05.2015 23:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    "geschützt wächst's besser"

    Von manchen Hobbygärtnern werden Pflanzenschutzmittel in Mengen eingesetzt, welche einen Bauern, der mit Spritzplänen von anno 1975 arbeiten würde, direkt als Bio-verdächtig erscheinen liesse.

  • Marcel Tobler am 20.05.2015 17:45 Report Diesen Beitrag melden

    Zusammenhang?

    Ich verstehe einfach nicht wozu man etwas so offensichtliches thematisieren muss. Wenn ich Gemüse auf verseuchtem Boden anpflanze nimmt es Schadstoffe auf, egal ob ich das Gemüse äusserlich mit Pestiziden bestäube oder nicht. Das hat doch mit Bio oder nicht Bio Anbau nichts zu tun. Cornflakes in saurer Milch schmecken ohne Zucker auch nicht besser.

  • Maria Sah am 20.05.2015 17:30 Report Diesen Beitrag melden

    Boden ohne Altlasten ....

    Der unwissende Hobbygärtner trägt durch übertriebenen Einsatz von Dünger und Pestiziden das Seinige dazu bei. Die einzig denkbaren Altlasten bei meinem Garten sind Rückstände aus Gülledüngungen als es noch eine Wiese war.