Gut geschützt

21. November 2012 03:11; Akt: 21.11.2012 14:43 Print

Super-Marienkäfer ist gegen fast alles immun

Der Asiatische Marienkäfer ist ein echter Teufelskerl: Er trägt ein ganzes Arsenal an Eiweissen in sich, die ihn fast unangreifbar für Bakterien und Pilze machen. Das Nachsehen hat die einheimische Art.

storybild

Der Asiatische Marienkäfer ist deutlich resistenter gegen Krankheiten als heimische Arten.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der eingewanderte Asiatische Marienkäfer ist aussergewöhnlich gut gegen Krankheitserreger gewappnet. Das sei ein Grund dafür, weshalb sich der Krabbler weltweit so erfolgreich ausbreite, schreiben deutsche Forscher.

Die Forscher um Andreas Vilcinskas von der Universität Giessen fanden im Immunsystem des Asiatischen Marienkäfers (Harmonia axyridis) mehr als 50 kleine Eiweisse (Peptide), die gegen Pilze und Bakterien aktiv sind, wie sie in den «Proceedings B» der britischen Royal Society berichten.

«Das ist ein Rekord. In keinem anderen Tier sind bislang so viele antimikrobiell wirkende Peptide gefunden worden», sagte Vilcinskas der Nachrichtenagentur DPA. Harmonia axyridis breite sich auch in Deutschland aus und verdränge zunehmend einheimische Marienkäferarten, heisst es.

Nach dem Ergebnis der Studie sei das kein Wunder, sagte Vilcinskas: «Wenn Sie so ein riesiges Waffenarsenal gegen Krankheitserreger besitzen, sind Sie eben bestens geschützt.» Für ihre Untersuchung analysierten die Wissenschaftler die für die Immunabwehr zuständigen Gene des Käfers.

Mit der Studie wollten sie nicht nur die These stützen, dass bei der Ausbreitung der Insekten auch ihr besonders starkes Immunsystem eine Rolle spielt. «Wir erforschen zudem, wie die Peptide für neue Wirkstoffe in der Medizin oder bei der Konservierung von Lebensmitteln eingesetzt werden können», sagte Vilcinskas.

Häufigster Marienkäfer in der Schweiz

Aus ökologischer Sicht ist der asiatische Marienkäfer seit seinem Erscheinen in der Schweiz die am häufigsten in der Natur vorkommende Marienkäferart. Ursprünglich wurde er in den 1980er- und 1990er-Jahren in Europa zur Schädlingsbekämpfung eingeführt und gegen Blattläuse in Gewächshäusern und im Freien eingesetzt.

Auf Grund der klimatischen Bedingungen in Europa konnte er sich etablieren und sich in mehreren Ländern, darunter auch der Schweiz, stark ausbreiten.

(sda)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»

Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

20 Minuten ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • L.wing am 21.11.2012 13:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zugewandert

    Nun ja...weiss nicht, ob es Klug ist von den Tieren auf den Mensch abzuleiten? Da würde sich doch die Frage aufdrängen, was wäre od wo wàhre heute die Schweiz ohne Zuwanderung? Vermutlich immer noch beim " Ueli dä Knächt" !

    einklappen einklappen
  • m. schaffner am 21.11.2012 10:12 Report Diesen Beitrag melden

    Eingeführt und dageblieben..

    Nicht nur Menschen aus andern Ländern werden gebraucht um für uns zu arbeiten, auch Tiere werden importiert - und breiten sich plötzlich unkontrollierbar aus. Mit Gentech sei das anders, behaupten die Hersteller heute noch - aufgepasst!

  • von mir am 21.11.2012 09:53 Report Diesen Beitrag melden

    Das Nachsehen hat die einheimische Art

    Leider ist es in der Pflanzen- und Tierwelt wie bei den Menschen. Die "Zugewanderten" verdrängen die Einheimischen immer mehr. Das Nachsehen hat die einheimische Art

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Rolf Gysling am 22.11.2012 08:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nichts gelernt?

    Scheinbar hat man auch hier nichts gelernt aus Fehlern mit dem Einführen von fremden Spezies wie zB in Australien (Kröten, Hasen, Kamele) oder Neuseeland (Frettchen und co, Hirsche) welche dort seit vielen Jahren das Gleichgewicht stören. Nein in Europa dachte man, dass man schlauer ist. Bescheuert!

  • gbauer am 22.11.2012 05:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hmmmm...

    wie das gewisse Leute auf "politische Hintergedanken" bringt.... ich frage mich eher ob diese immunstoffe auf den mensch übertragbar sind, bspw. durch einnahme. wenn diser käfer sich so stark ausbreitet könnte man ihn für medizin oder ernährung sogar züchten. auch wenn er eingesetzt wurde als "bio-insektizid", bin ich froh das er nicht wie andere gentechnisch veränderte "Nützlinge", das öko-system durcheinander bringt.

  • L.wing am 21.11.2012 13:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zugewandert

    Nun ja...weiss nicht, ob es Klug ist von den Tieren auf den Mensch abzuleiten? Da würde sich doch die Frage aufdrängen, was wäre od wo wàhre heute die Schweiz ohne Zuwanderung? Vermutlich immer noch beim " Ueli dä Knächt" !

    • Markus am 22.11.2012 01:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Es ist herrlich...

      plus, wir hätten die Gotthardbahn gar nicht bauen können! oho!

    einklappen einklappen
  • Roger am 21.11.2012 12:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weg damit

    Für mich ist klar das wenn ich einen sehe er dran glauben muss.Es kann ja nicht sein das unser marienkäfer ausstirbt,den dieser asiat frisst auch die jungen heimischen Käfer!!!Also flach treten bitte

    • Peatch am 21.11.2012 20:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      keine chance

      das wird leider nix, die kommen und leben im schwarm, stinken wenn man sie platt macht und sind sowieso hässlicher als unsere :-( schade als kind war es ein zeichen von glück wenn einer auf dir landete, heute ist die reaktion

    • Christ am 21.11.2012 21:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Wanderung ist nicht neu

      Mensch aus Afrika verbreitet, heißt das außerhalb des Kontinents flach treten?!!!

    • Gottlieb am 22.11.2012 01:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Herrgott! Weg damit! Husch husch!

      Anstatt Marienkäfer töten, sollten wir uns lieber dem Problem "Bienensterben" widmen...

    einklappen einklappen
  • m. schaffner am 21.11.2012 10:12 Report Diesen Beitrag melden

    Eingeführt und dageblieben..

    Nicht nur Menschen aus andern Ländern werden gebraucht um für uns zu arbeiten, auch Tiere werden importiert - und breiten sich plötzlich unkontrollierbar aus. Mit Gentech sei das anders, behaupten die Hersteller heute noch - aufgepasst!