Cape Canaveral

09. September 2016 10:17; Akt: 09.09.2016 17:53 Print

US-Sonde auf dem Weg zu gefährlichstem Asteroiden

Die Nasa hat die Osiris-Rex für Probeentnahmen auf den Asteroiden Bennu entsendet. Dieser wird der Erde gefährlich nahe kommen.

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Rückkehr wird 2023 erwartet: Die «Osiris Rex» beim Start von Cape Canaveral. (8. September 2016) (Bild: Keystone/Nasa/Joel Kowsky)

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Die Nasa-Sonde Osiris-Rex ist auf dem Weg zum Asteroiden Bennu. An Bord einer Atlas-Rakete startete die etwa sechs Meter lange und 2100 Kilogramm schwere Sonde am Donnerstagabend (Ortszeit) unter wolkenlosem Himmel vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida.

Tausende Schaulustige verfolgten den Start von Osiris-Rex in Cape Canaveral. Darunter war auch der Schuljunge Mike Puzio aus North Carolina, der den Asteroiden benannt hatte. Der heute Zwölfjährige hatte 2013 einen Namensgebungswettbewerb gewonnen. Der Name Bennu stammt aus der ägyptischen Mythologie und ist der Name eines Reihers, Osiris war eine ägyptische Gottheit.

«Wir feiern heute einen riesigen Meilenstein für diese beeindruckende Mission und ihr Team», sagte Nasa-Chef Charles Bolden. Wenn bei der rund eine Milliarde Dollar teuren Mission alles nach Plan läuft, soll die Sonde 2018 den Asteroiden Bennu erreichen. Bis dahin wird Osiris-Rex (die Abkürzung steht für: Origins, Spectral Interpretation, Resource Identification, Security-Regolith Explorer) mehr als 650 Millionen Kilometer zurücklegen.

Ursprung von lebenswichtigen Substanzen

2020 soll Osiris-Rex sich dem Asteroiden so weit nähern, dass sie eine Probe von 60 und bis zu 2000 Gramm aufsaugen kann. «Wir werden uns zuerst Bennu nähern, ihn kartografieren, umkreisen, studieren und den sichersten und wissenschaftlich interessantesten Ort für die Entnahme der Probe wählen», erklärte der bei der Nasa für die Mission zuständige Manager Gordon Johnston im Vorfeld. 2023 soll eine Kapsel mit der Probe zur Erde zurückkehren.

Mit dem 4,5 Milliarden Jahre alten Staub wollen die Wissenschaftler die Ursprünge des Lebens erforschen. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa erhofft sich von den Staubpartikeln Erkenntnisse darüber, wie lebenswichtige Substanzen wie etwa Kohlenstoff auf unseren Planeten kamen.

500 Meter Durchmesser

Bereits 2005 war die japanische Raumsonde Hayabusa auf einem solchen Himmelskörper gelandet und hatte 2010 die ersten je gesammelten Bodenproben eines Asteroiden zur Erde gebracht.

Es handelt sich um die erste US-amerikanische Mission zu einem Asteroiden, bei der eine Probe zurück zur Erde gebracht werden soll. Der Asteroid Bennu mit einem Durchmesser von 500 Metern könnte der Erde in mehr als 150 Jahren gefährlich nahe kommen. Auch wenn das Risiko sehr gering ist, zählt die Nasa Bennu zu den gefährlichsten der derzeit bekannten Asteroiden.

(sep/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ms. interessiert. am 09.09.2016 10:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Coole Sache

    toller artikel:) sowas lese ich gerne. bitte mehr davon. da kann man etwas lernen. finde es erstaunlich, zu was die mathematiker & techniker im stande sind zu machen. wünschte mir, dass ich das au könnte.

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  • Simonster am 09.09.2016 12:04 Report Diesen Beitrag melden

    Panspermie

    Nach der Entdeckung immer komplexerer Moleküle in interstellaren Wolken konnte 2002 auch die einfachste Aminosäure Glycin nachgewiesen werden. Für mich als langjähriger Anhänger der Hypothese der Panspermie wäre es eine Sensation, wenn auf dem Asteroiden Moleküle oder Verbindungen entdeckt werden, die zur Entstehung von Leben essenziell sind. Denn dies würde unweigerlich bedeuten, dass auf Grund der Panspermie auch auf fremden Planeten außerhalb unseres Sonnensystems Leben in irgendeiner Form vorhanden sein muss. Wie weit und wie hoch entwickelt, dass ist die große Frage.

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  • Galileo am 09.09.2016 11:49 Report Diesen Beitrag melden

    Warte nur auf die Aluhut Fraktion

    Jetzt können sie bald behaupten, dass Chemtrails auch aus dem Weltraum auf uns herabregnen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Tinchen am 10.09.2016 22:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Live dabei

    So toll ich habe es live miterlebt :-) war sehr seziell und sehr laut.

  • Astronom am 10.09.2016 16:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gut

    Ja klar, wenn die Amis von der richtigen Seite her Material absaugen, könnte das seine Bahn ein paar zentelmilimeter ändern und der Asteroid würde viele millionen km an der Erde vorbei donnern.

  • Thomas am 09.09.2016 23:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und Bruce?

    Ich hoffe Bruce Willis und sein Team sind dabei. Die würden dem Asteroiden mal richtig einheizen!

  • Rudolf am 09.09.2016 21:31 Report Diesen Beitrag melden

    US-Meilensteine

    Wohin würden die US-Atlas-V-Raketen fliegen ohne die russischen RD-180-Haupttriebwerke? Richtig, der "riesige Meilenstein" bliebe auf dem Boden von Mutter Erde liegen. Z.B., wenn John McCain sich durchgesetzt und den weiteren Zukauf des Triebwerks verhindert hätte. Das ist die Realität der US-Weltraumtechnik. Und gerade vor wenigen Tagen ist eine russische Sojus-Kapsel von der ISS zurückgekehrt, mit einem Amerikaner und zwei Russen an Bord. Ehre wem Ehre gebühret.

  • Ueli am 09.09.2016 16:47 Report Diesen Beitrag melden

    Ok...

    In 150 Jahren wird wohl eng, aber gottlob wir ja irgendwie alles ausserirdische magisch von den USA angezogen....