Homo naledi

10. September 2015 12:02; Akt: 10.09.2015 14:28 Print

Unbekannter Vorfahre des Menschen entdeckt

Forscher sind in einer Höhle in Südafrika auf Fossilien eines bisher unbekannten Urahnen des modernen Menschen gestossen.

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Insgesamt entdeckten die Forscher die Knochen von 15 Hominiden, wie eine Forschergruppe am Donnerstag bekannt gab. Die insgesamt über 1550 gefundenen Knochen stammen von Kleinkindern, jungen Erwachsenen und älteren Personen.

Alle zeigen ein menschliches Erscheinungsbild und gehören zu einer Art der Gattung Mensch, die bisher unbekannt war. Dies verkündeten die südafrikanische Witwatersrand-Universität und die amerikanische National Geographic Society in Maropeng, unweit von Johannesburg, wo die Entdeckung gemacht worden war.

Etwa 1,50 Meter gross

Die Rising-Star-Höhle in der die Fossilien lagen, ist sehr tief und schwer zu erreichen. Die Höhle liegt nahe Johannesburg innerhalb einer archäologisch bedeutsamen Region, die auch als Wiege der Menschheit bezeichnet wird. Der Eingang misst nicht einmal 20 Zentimeter. Die Forscher mussten deshalb besonders schlanke Höhlenforscher finden, um an die Fossilien zu kommen.

Die Unzugänglichkeit der Höhle spricht dafür, dass die Urmenschen die Toten in diese Höhle gebracht haben, um sie zu schützen. Dass sie ihre Verstorbenen bewusst beerdigt haben, ist eine der bemerkenswertesten Erkenntnisse der zweijährigen Forschungsarbeiten. Bisher ging man davon aus, dass dies nur der Mensch tut.

Der Urmensch wurde auf den Namen Homo naledi getauft. Naledi bedeutet Stern in der Bantusprache Sesotho. Er verfügt über eine grazile Statur und ein Hirn in Faustgrösse. Er wurde nicht grösser als 1,50 Meter und wog etwa 45 Kilogramm.

«Insgesamt sieht der Homo naledi wie einer der primitivsten Mitglieder unserer Gattung aus, aber er hat auch einige erstaunlich menschenähnliche Eigenschaften – genug, um ihn der Gattung Mensch zuzuordnen», sagte John Hawks, Anthropologieprofessor an der Universität von Wisconsin und Hauptautor der Studie.

Die Entdeckung gibt den Forschern nach eigenen Angaben wichtige Hinweise auf die Entwicklung vom primitiven Australopithecus hin zum Urmenschen von der Gattung Homo, die vor etwa 2 Millionen Jahren stattfand.

Skeptische Kollegen

Wissenschaftler, die an dem Projekt nicht beteiligt waren, bezweifelten eher, dass es sich um einen direkten Vorfahren des modernen Menschen oder um eine neue Spezies handelt. Eric Delson vom Lehmann College in New York vermutet, dass der Homo naledi in eine bereits bekannte Gruppe früher Menschen passe, die vor rund zwei Millionen Jahren gelebt habe.

Auch Tim White von der Universität Kalifornien in Berkeley meinte, die bisher vorgelegten Funde sprächen eher dafür, dass die Kreatur zu einem primitiven Homo erectus gehöre.


Das Forscherteam zeigt seine Entdeckung. (Video: Youtube/National Geopgraphic)

(jcg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tobias am 10.09.2015 12:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klage?

    Kann man gegen die Veröffentlichungsrechte des Fotos klagen? Es zeigt fast haargenau das Porträt meiner Ex Frau.

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  • Simi6730 am 10.09.2015 12:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Cool

    Toller Fund, Respekt. Immer wieder faszinierend was man auf unserem Planeten alles entdekt.

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  • empty()set am 10.09.2015 12:21 Report Diesen Beitrag melden

    Ignorance is bliss

    Die Kreationisten freuen sich. Denn jedesmal wenn ein Missing Link entdeckt wird, gibt es nun zwei Lücken! Ach, wie schön muss es sein, wenn man alle Antworten in einem Buch finden kann. Wissenschaft ist so anstrengend...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Fred am 11.09.2015 20:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ausgelutscht

    Können sich die Kreationisten nicht mal neue 'Beweise' aus den Fingern saugen.... Seit 40 Jahren immer das selbe :)

    • Hansueli am 11.09.2015 20:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Fred

      Die ganze Welt schreit ja nach Wunder der Schöpfung angefangen von der Geburt eines Kindes über die Flora und Fauna. Wenn man die Augen öffnet kann man bei klaren Verstand sicher nicht behaupten, dass dies alles das Produkt des Zufalls ist.

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  • Sarah K. am 11.09.2015 14:13 Report Diesen Beitrag melden

    Demut und Argumente statt Verunglimpfung

    Was mir auffällt hier ohne Stellung beziehen zu wollen, ist dass die Atheisten ohne Argumente und mit Verunglimpfung (ad hominem) der Gegenpartei argumentieren. Die nicht an Evolution-Gläubigen argumentieren teils mit zu wenig Demut für die echte Wissenschaft was daneben ist.

    • empty()set am 11.09.2015 17:28 Report Diesen Beitrag melden

      Zu Kreationisten

      Was auch noch zu erwähnen ist: Es gibt sehr viele Christen (die meisten sogar), die keinerlei Probleme mit der Evolution haben. Diese gelten natürlich aus der Sicht der Evolutionsgegner nicht als "wahre Christen". Wer die Evolution aus religiösen Gründen ablehnt, ist ein Fundamentalist. Und mit Fundamentalisten zu diskutieren ist sehr, sehr schwierig. Grundsätzlich weil sie keine Argumente anerkennen und immer die gleiche alte Leier bringen. "Es gibt keine Zwischenglieder" - "Wir haben gerade wieder eines gefunden" - "Es gibt keine Zwischenglieder"

    • Sabine am 11.09.2015 18:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @empty()set

      Ist es denn mit Atheisten besser? Es wird verunglimpft, gegenteilige Fakten werden verheimlicht, Wissenschaftler die Zweifel anbringen entlassen, Darstellungen wie hier frisiert ohne Alternativen zu erwähnen und die Glaubensannahmen des materialistischen Atheismus als Fakten verkauft. Dann lese ich lieber die Bibel.

    • Sigmund am 11.09.2015 19:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @empty()set

      Warum kommen keine Argumente und immer nur persönlich abschätzige Angriffe. Langsam aber sicher beginne ich zu zweifeln, dass hier wirklich ehrlich geforscht wird. Wer keine Kritik mit Argumenten verteidigen kann wird wohl kaum die Wahrheit sagen.

    • Bill am 11.09.2015 19:29 Report Diesen Beitrag melden

      @Sabine

      In der Wissenschaft werden keine Fakten verheimlicht, skeptische Wissenschaftler werden auch nicht entlassen. Alternativen (echte alternativen) werden mit offenen Armen wilkommengeheissen und getestet - wenn es jemandem gelingt, die Evolutionstheorie zu widerlegen (ein einziger Fakt würde ausreichen), ist das mindestens einen Nobelpreis wert. Wer aber die Wissenschaft von Grund auf nicht verstanden hat, seine Hirngespinste als ebenbürtige Hypothese verkaufen will und sich verunglimpft fühlt wenn man ihn auf den Boden der Realität zurückholt, der bleibt wirklich besser bei seiner Bibel.

    • Sabine am 11.09.2015 19:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Bill

      Intelligent Design wäre eine Alternative die bis heute von der Mehrheit der Menschen als wahr erachtet wird. Reicht das? Wenn nicht, dann geht es hier nicht um Wahrheitssuche, sondern um Gehirnwäsche pur.

    • Bill am 11.09.2015 20:12 Report Diesen Beitrag melden

      @Sabine

      Leider reicht "ein Haufen Menschen glauben daran" in der Wissenschaft eben nicht, und das hat nichts mit Gehirnwäsche zu tun. Eine wissenschaftliche Theorie muss simpel sein, Erklärungswert besitzen, empirisch absolut hieb- und stichfest sein, nicht mehr fragen aufwerfen als sie beantwortet und noch vieles mehr. All diese Anforderungen meistert die Evolutionstheorie seit bald 200 Jahren mit Bravour. Wie gesagt, wenn Sie eine bessere Hypothese haben, der Nobelpreis wartet. Speziell zu Intelligent Design: Hatte gehofft, der Schwachsinn sei spätestens seit Kitzmiller vs. Dover geschichte.

    • Sabine am 11.09.2015 20:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Bill

      Ich respektiere Deinen Glauben an diese Photomontage und ähnliche "Beweise". Ich habe dafür nicht das nötige Vertrauen aufgrund falscher Prämissen. Im Beruf fälle ich Entscheidungen über Milliarden. Nie könnte ich bei Investoren und Verwaltungsräten mit solchen Interpretationen auftreten ohne Rang und Namen zu verlieren. Ich stehe extrem stark auf dem Boden der Realität und kann gewiss unterscheiden zwischen Fakten und gestreckten Interpretationen. Sorry.

    • Bill am 11.09.2015 21:18 Report Diesen Beitrag melden

      @Sabine

      Prämisse 1: Das Universum Existiert. Prämisse 2: Ich kann durch beobachtungen vom Universum lernen. Welche davon möchten Sie anzweifeln?

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  • M.G. am 11.09.2015 14:06 Report Diesen Beitrag melden

    Meine Schulkollegen und ich

    aus einem deutschen Gymnasium im Jahr 1970 feiern nächsten Monat den 45. Jahrestag des großen Eklats. Im Bio-Unterricht kündigte unser Lehrer an die nächste Klassenfahrt geht ins Neandertal-Museum. Da meinte einer von uns das wir als Schüler doch nicht dabei sein müssten wenn den Lehrer seine Verwandten besucht. Weil kein Schüler zugab diesen anonymen Zwischenruf gemacht zu haben und auch niemand denjenigen verpfiff mussten alle unsere Eltern zu einer Sonderversammlung erscheinen wo besagter Lehrer sich fürchterlich über diese Beleidigung aufregte.

  • Pascal am 11.09.2015 13:34 Report Diesen Beitrag melden

    Evolution differenziert betrachtet

    Viele fragen hier was Mikro-/Makro-Evolution bedeutet. Ganz einfach. Mikro ist z.Bsp. die Entwicklung vom Wolf zum Bernhardiner oder die Veränderung der Schnäbel beim Darwinfinken. Makro ist Entwicklung von einer Art z.Bsp. vom Dinosaurier zum Vogel. Für Letzteres müssten Millionen von Zwischengliedern überall herumliegen. Gefunden wird aber nichts oder man verfälscht es wie oben indem man sein Wunschdenken in die Weichteile hinein interpretiert. Man ist dabei wieder bei der Religion oder was man glaubt.

    • Bill am 11.09.2015 21:00 Report Diesen Beitrag melden

      @Pascal

      Das sind Beispiele, keine Definitionen. Mit definitionen würden Sie sich auch selbst ins Unglück stürzen, denn diese wären kinderleicht zu demontieren. Zu sagen, dass aus einem Wolf selbstverständlich ein Bernhardiner werden könne (was nicht passiert ist, Stichwort "gemeinsame Vorfahren") aber aus einem Dinosaurier kein Vogel ist ähnlich sinnvoll wie die Behauptung dass ich ohne weiteres einen Schritt gehen könnte, unmöglich aber 100 hintereinander. Und nehmen Sie sich bitte mal 5 Minuten Zeit um sich über Fossilienbildung zu informieren bevor sie behaupten diese müssten "überall herumliegen".

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  • huschmie am 11.09.2015 13:01 Report Diesen Beitrag melden

    Urahn der Fussballer

    Seine Nachkommen wurden alle Fussball Profis.

    • B. Alltreter am 11.09.2015 15:32 Report Diesen Beitrag melden

      Fuss und Kopf

      Einige sehen noch ähnlich aus und verhalten sich auch so. Der Fuss ist vom Kopf am weitesten weg, wie wir alle wissen.

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