Schützenswerte Orte

21. März 2015 14:04; Akt: 21.03.2015 14:04 Print

Unesco-Weltnaturerbe ist akut bedroht

Laut Forschern droht dem Great Barrier Reef, dem Amazonaswald und den Doñana-Feuchtgebieten in Spanien das Aus. Die Folgen wären immens.

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Orte, die von der Unesco zum Weltnaturerbe ernannt werden, sind weltweit einzigartig. Deshalb sind sie besonders schützenswert. Das gilt insbesondere für jene, die auch über die Region hinaus wichtige Funktionen erfüllen. Dazu gehören unter anderem der Amazonas-Regenwald (die grüne Lunge der Erde), das Great Barrier Reef (das grösste Korallenriff der Welt) und die Doñana-Feuchtgebiete in Andalusien (hier überwintern jedes Jahr rund eine halbe Millionen Vögel).

Doch ausgerechnet diese sind in akuter Gefahr, wie Forscher von der niederländischen Universität Wageningen im Fachjournal «Science» berichten. Denn nicht nur der Klimawandel und die damit zusammenhängende Versauerung des Meeres stellen eine Bedrohung dar, sondern auch fehlende Schutz- und Erhaltungsmassnahmen.

Selbstheilungskraft aufgebraucht

Zwar können Ökosysteme viele Gefahren eigenständig eliminieren, doch sind ihre Puffer einmal erschöpft, können sie kollabieren. Und genau das steht laut den Forschern den drei untersuchten Weltnaturerbe-Stätten bevor, sollte nicht sofort etwas unternommen werden. Es sei im wahrsten Sinne des Wortes fünf vor zwölf, so das Team um Marten Scheffer.

Demnach stellen in Australien nicht nur die Wasserverschmutzung und die Überfischung eine akute Gefahr für das Riff dar, sondern auch das kontinuierliche Ausbaggern von Häfen. Auch der geplante Ausbau weiterer Kohleminen bereitet den Experten Sorgen. Deshalb hat die Unesco bereits angekündigt, das Welterbe als gefährdet einzustufen, wenn hier nichts getan wird.

Der Wandel hat schon begonnen

Weitaus düsterer ist die Situation in den Doñana-Feuchtgebieten. Sie gelten bereits offiziell als gefährdet. Schuld daran sind die Überdüngungen durch die umliegende Landwirtschaft und das städtische Abwasser, das die Tümpel der Region verseuchen. Zudem wird an anderen Stellen wertvolles Wasser abgepumpt, um damit Erdbeerfelder und die Touristenorte am Meer zu versorgen.

Auch die Entwicklungen im Amazonas-Regenwald sind alles andere als beruhigend. So nimmt er immer weniger Kohlendioxid (CO2) auf und gibt immer mehr davon an die Atmosphäre ab. «Ausgelöst durch den Klimawandel und den Einfluss des Menschen wandelt er sich allmählich von einer grünen Lunge in eine Treibhausgas-Schleuder», urteilten Forscher bereits 2012.

Schnelles Handeln unabdingbar

Als wäre das nicht schon schlimm genug, spielen alle drei Beispiele laut Scheffer und seinen Kollegen eine kritische Rolle für die globale Artenvielfalt: «Wenn diese Systeme kollabieren, dann bedeutet dies die irreversible Auslöschung von Arten.»

Damit es nicht so weit kommt, fordern die Forscher die jeweiligen Länder auf, so schnell wie möglich zu handeln. Dafür sei es nötig, dass andere Staaten mehr Druck auf diese ausübten und ihnen Hilfe anböten. Denn auch wenn die Verantwortung bei den jeweiligen Länder liegt: Der Schutz der Weltnaturerbe-Stätten betrifft uns alle.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mänu am 21.03.2015 14:17 Report Diesen Beitrag melden

    Erdbeeren

    Und wo kommen all die Erdbeeren wohl her, die aktuell im Coop und Migros aufliegen und rege gekauft werden? Aus Huelva, genau von dort. Aber wer kümmert das schon, hauptsache wir können im März schon Erdbeeren essen.

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  • Claudio am 21.03.2015 14:19 Report Diesen Beitrag melden

    Wachstum zerstört alles

    Wir müssen endlich davon loskommen, dass wirtschaftliches Wachstum eine Lösung sein soll. Wachstum ist letzten Endes unser grösstes Problem, da es immer auf Kosten der natürlichen Ressourcen geht. Die Menschheit muss ein Nullwachstum anstreben, längerfristig wäre es wünschenswert, wenn sich die globale Bevölkerung bei 5-6Mia. einpendeln würde und nicht bei 9-12, wie es momenatn ausschaut.

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  • Alfred Eisler am 21.03.2015 14:21 Report Diesen Beitrag melden

    Träumereien!

    Im Moment kann man diesen Prozess nicht aufhalten, weil bei vielen Staaten das Verständnis fehlt und der Kommerz im Vordergrund steht. Alles nach dem Moto "nach mir die Sintflut"

Die neusten Leser-Kommentare

  • Olaf.Th am 22.03.2015 19:56 Report Diesen Beitrag melden

    immer mehr und mehr, nein danke

    Wir jammern um den Regenwald bekämpfen aber jeden Baum der auf einer nicht mehr bewirtschafteten Alm wächst, wir kaufen Produkte aus der ganzen Welt, regen uns aber über die Produktionsweise und Transport auf. Wir sollten schon wissen was wir wollen, nur meckern. Das Eigenheim auf der grünen Wiese ist auch mit Solardach eine Vernichtung von Lebensraum, der große V6 vor der Tür, die jährliche Fernreise oder der grenzenlose Skispaß auf den Pisten, ist alles andere als Umweltverträglich. Fangen wir bei uns selbst an und überdenken unsere Lebensweise, das ist der beste Umweltschutz.

  • kwjbeg am 22.03.2015 17:23 Report Diesen Beitrag melden

    ich weiss langsam nicht mehr

    was ich glauben soll.... es heisst schon LANGE, diese Orte stünden kurz vor dem aus... was heisst das ? 10 Jahre ? 50? 100 ? Morgen am Nachmittag ?

    • Zeit Reisender am 22.03.2015 22:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Heute war gestern was morgen schon ist

      Ist doch egal, wann es so weit ist. Wäre es gestern gewesen, so würde es dich doch immer noch nicht interessieren.

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  • Denker am 22.03.2015 16:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich!!

    Mein Gott, was muss wohl schief gelaufen sein, wenn Menschen, sich selber, den Menschen als Geschwür und Übel betrachten, das beseitigt werden muss, damit es "der Natur" wieder gut gehen würde? Frust? Mangelnde Spiritualität? Sinn-Leere? Wie weit muss man von beseeltem Leben und der Liebe entfernt sein, wenn man eine solche Optik annimmt?!! Es ist jedem Menschen frei gestellt, die Liebe zu leben und zu realisieren, dass WIR MENSCHEN letztlich in "der Natur" die Liebe sehen können... wer sonst ausser wir?? Es gibt mehr auf dieser Welt als biologische Materie...!!

    • Menk am 22.03.2015 19:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Wichtig für uns

      Ja aber wir sind auf die Biologie dieses Planeten angewiesen, da nützt es auch nichts wenn Sie die Relativitätstheorie auswendig kennen.

    • Denk Denk Denk am 22.03.2015 22:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Die Liebe eines Messis

      Wenn es noch mehr gibt als biologische Materie (zu welcher im Übrigen auch wir Menschen zählen), wieso stellst du dann die Liebe und das Leben der Menschen über dasjenige der anderen Lebewesen? Liebe bedeutet Rücksicht, bedeutet geben und nehmen. Was gibt der Mensch Mutter Erde? Seinen ganzen Müll. Liebst du diese Welt? Liebst du die Menschen? Ist es Liebe, seinen Nachkommen einen Müllhaufen zu hinterlassen?

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  • Gerry T am 22.03.2015 16:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lokal

    Selbstversorgung. Und lokale geschäft etc unterstützen.

  • frank sargent am 22.03.2015 13:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    verpasst

    die mayas hatten schon recht. Der untergang hat schon begonnen.