Früchte mit Potenzial

09. Juni 2018 12:28; Akt: 09.06.2018 12:28 Print

Diese Vitaminbomben kannst du selber züchten

von Fee Riebeling - Die meisten Menschen kaufen Früchte im Laden. Dabei lassen sich viele auch zu Hause selber anpflanzen – sogar Kiwis, Sanddorn und Zitronen.

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Die , auch Andenbeere genannt, ist vielen nur als Dekoration auf dem Teller bekannt. Dabei handelt es sich bei ihr um eine echte Vitaminbombe, die neben Vitamin C, B1 und Betacarotin auch Vitamin A und Eisen enthält. Damit ist die Physalis gut für die Sehkraft sowie für das Nerven- und Immunsystem. Die Frucht wird vor allem in Afrika, Südamerika, Indien sowie auf der Insel Java angebaut, doch sie wächst auch im heimischen Garten. Wichtig ist, dass sie nach den Eisheiligen gepflanzt wird. Die Pflanzen sind sehr robust und brauchen kaum Pflege. Zudem mögen sie es warm und windgeschützt. Es heisst nicht umsonst «An apple a day keeps the doctor away»: Ein durchschnittlicher enthält viele Vitamine und Spurenelemente, 100 bis 180 Milligramm Kalium und viele andere wertvolle Mineralstoffe wie Phosphor, Kalzium, Magnesium oder Eisen. Wie viel genau hängt von der Sorte ab. Wer Äpfel selber anbauen möchte, braucht Platz. Dank Minibäumen allerdings bei weitem nicht mehr so viel wie früher. Je nach Sorte tut es auch ein grosser Blumenkübel auf dem Balkon. Wichtig ist, dass die ausgewählte Sorte zum Klima vor Ort passt. Die dankt ihren Fans mit gesunden Inhaltsstoffen. Besonders hoch ist der Anteil sogenannte Carotine, die vor Krebs schützen und der Tumorbildung vorbeugen. Ausserdem stärken sie – genauso wie Vitamin C und E – das Immunsystem, schützen die Haut vor UV-Strahlen und bewahren Arterien vor Ablagerungen. Die Früchte mögen es sonnig und warm. Wind und Regen haben sie dagegen nicht so gern. Wer sie anbaut (zwischen März und November), ist gut damit beraten, sie nahe der dem Süden abgewandten Seite der Hausmauer zu platzieren. Das reduziert das Risiko von Frostschäden. Die – oder Apfelbeere – enthält besonders viele Flavonoide wie Anthocyane. Diese besitzen entzündungshemmende Eigenschaften und fangen schädliche Sauerstoffradikale im Stoffwechsel ab. Als Hausmittel mildern sie Infektionen wie Blasenentzündung und Gelenkbeschwerden. Das Kernobstgehölz liebt (und braucht) es sonnig, ist aber ansonsten ziemlich anspruchslos. Sie eignet sich auch als Kübelpflanze für Balkon und Terrasse, vorausgesetzt sie erhält genügend Wasser. enthalten mehr Provitamin-A als irgendeine andere Beere. Das macht sie so gut für Augen und Nerven. Ausserdem ist sie reich an Eisen, Magnesium und Mangan. Letzteres ist vor allem wichtig für die Knochen und das Bindegewebe, Magnesium kurbelt die Muskel- und Nervenfunktionen an. Auch die Brombeere hat es gerne sonnig. Zudem sollte sie neben einer Rankhilfe platziert und daran festgebunden zu werden. So wird verhindert, dass sie irgendwann unter dem Gewicht der Beeren abknickt. Geerntet werden kann ab Juli. Dabei ist wichtig: Die Frucht ist reif, wenn sie sich leicht vom Zapfen lösen lässt. sind die amerikanischen Verwandten unserer Preiselbeeren. Wie diese enthalten auch sie viele entzündungshemmende Flavonoide. Anders als häufig kolportiert sind sie jedoch kein wirksames Mittel, um sich gegen eine Blasenentzündung zu schützen. Die auch Grossfrüchtige Moosbeere genannten Cranberrys kann man auch selbst anbauen. Wichtig ist dabei ein humoser, feuchter Boden an sonniger oder halbschattiger Lage. Vorsicht ist bei kälteren Temperaturen angebracht, da die Beeren nicht besonders winterhart sind. sind ideal zur Stärkung des Immunsystems. Dies dank ihres hohen Gehalts an Folsäure und Vitamin C. Damit diese ihre volle Wirkung entfalten können, sollten die Früchte möglichst frisch konsumiert werden. Erdbeeren selbst zu ziehen, ist keine Hexerei. Sie brauchen lediglich humusreichen und nahrhaften Boden. Um möglichst viele Früchte zu bekommen, sollten Erbeeren zwischen Mitte Juli und Ende August gepflanzt werden. Die (Wildrose) weist einen enorm hohen Gehalt an Vitamin C auf, was als Aufguss bei einem geschwächten Immunsystem, Müdigkeit und Erkältungen hilft. Bei Arthrose lindert das Pulver Schmerzen und Entzündungen. Wildrosen mögen am liebsten einen vollsonnigen, luftigen Standort und regelmässig Wasser. Ansonsten brauchen sie kaum Pflege. Erst wenn sie zu gross geworden sind, müssen sie zurück geschnitten werden. Wie viele Beerensorten enthält auch die Heidelbeere viel Vitamin C und besonders viel Anthocyane (wasserlösliche Pflanzenfarbstoffe). Dies gelten als hervorragende Radikalfänger und schützen so das Gehirn vor Alterungsprozessen. Zudem sollen Blaubeeren die Lern- und Koordinationsfähigkeit verbessern. Heidelbeeren benötigen sauren Boden. Deshalb bedarf es eines sogenannten Moorbeets. Alternativ kann sie auch in einem Grosstopf gepflanzt werden. Dadurch ist es auch möglich, Heidelbeeren auf Balkon und Terrasse zu ziehen – vorausgesetzt sie bekommen ausreichend Wasser und werden regelmässig gedüngt (z.B. mit Rhododendrondünger). Die wartet mit Spitzenwerten an Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen auf. 100 g Beeren enthalten 175 mg Vitamin C. Auch bemerkenswert: der hohe Gehalt an Anthocyanen, die zellschädigende Sauerstoffradikale abwehren, das Risiko für bestimmte Krebsarten sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken und das Immunsystem stärken. Die Schwarze Johannisbeere wächst wild in Erlenbrüchen, feuchten Gebüschen und Auwäldern, auf feuchten bis nassen, nährstoffreichen, sowie moorigen bis tonigen Böden. Man kann sie aber auch selbst anpflanzen. Sie benötigen viel Wasser und Dünger. Stausnässe mögen sie dagegen gar nicht. Punkto Nährstoffen und gesundheitlicher Wirkung ist der der schwarzen Johannisbeere sehr ähnlich. Allerdings kann wegen seines hohen Vitamin-C-Gehalts das im Fruchtfleisch enthaltene Eisen besser vom Körper aufgenommen und verwertet werden. Holunder ist ausserordentlich pflegeleicht: Er gedeiht fast überall. Kauft man ihn als kleinen Strauch, muss man nicht viel mehr machen, als ihn hin und wieder zurück zu schneiden. Da die Bäumchen zu den Flachwurzlern zählen, sollte zu Mauern und gepflasterten Flächen ein Abstand von zwei bis drei Metern eingehalten werden. sind wahre Vitaminbomben. Ihr Vitamin-C-Gehalt ist sogar noch höher als der von Orangen. Das macht sie zu wertvollen Unterstützern des Immunsystems. Sie sind ideal, um Erkältungen vorzubeugen. Die Kiwi ist eine ausdauernde, lianenartig wachsende Schlingpflanze und benötigt, sofern es sich um eine zweihäusige* Art handelt, Platz. Bei Minikiwis sieht das anders aus, sie eignen sich auch für den Balkon. Um ihr volles Potenzial auszuschöpfen, braucht die Kiwi humosen und sauren Boden sowie obenrum Sonne und untenrum Schatten. Wichtig ist auch, dass sie eine Kletterhilfe bekommt. schützen Blutgefässe und Herz. Verantwortlich für diese durchaus wichtige Wirkung sind die in ihnen enthaltenen Polyphenole und Antioxidantien. Die Pflanzenstoffe Resveratrol und OCP können helfen, den Cholesterinspiegel zu senken. Letztere sind ausserdem wichtig für den Zellschutz. Wer Weinreben sein Eigen nennen möchte, braucht einen Garten, denn die Wurzeln treiben tief ins Erdreich. Ausserdem unabdingbar ist ein möglichst warmer und sonniger Standort. Experten empfehlen nach Süden ausgerichtete Hauswände sowie ein stabiles Gerüst, an dem die Pflanzen hochgezogen werden können. ist eine wahre Vitaminbombe. Er enthält bis zu zehnmal so viel Vitamin C wie Zitronen. Ausserdem ist er reich an Vitamin B12, was sonst fast nur in tierischen Produkten vorkommt und für die Zellteilung, die Herstellung von roten Blutkörperchen und das Nervensystem benötigt wird. Die Früchte bilden sich nur an den weiblichen Pflanzen. Die männlichen fungieren als Pollenspender. Da die Bestäubung durch Wind erfolgt, sollte die männliche Pflanze entsprechend platziert werden. Sanddorn ist berüchtigt für seine Ausläufer. Diese werden etwas eingedämmt, wenn man die obersten mit dem Spaten durchtrennt, solange sie noch jung sind. Die gilt nicht umsonst als Klassiker unter den Früchten: Reich an Vitamin C, unterstützt sie das Immunsystem. Ihr Saft regt zudem die Verdauung an und hilft, den Magen-Darm-Trakt zu entgiften. Ausserdem wirkt er gegen die Bildung und Vermehrung unerwünschter Bakterien im Darm. Zitronenbäumchen sind nicht winterhart, deswegen müssen sie von Oktober bis April an einen wärmeren Ort zügeln. Holt man sie danach wieder heraus, braucht es einige Tage, bis sie sich an das Sonnenlicht gewöhnen. Deshalb sollte das sogenannte Auswintern langsam angegangen werden.

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Schon als Kinder lernen wir: Früchte sind gesund und sollten Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung sein. Doch so manches Obst, das im Handel erhältlich ist, ist mit Pestiziden verseucht, die die Konsumenten ernsthaft krank machen können.

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Viel besser und gesünder wäre es also, Äpfel, Beeren und Co. im heimischen Garten oder auf dem Balkon anzupflanzen.

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Und das nicht nur, weil die eigene Zucht sicher ohne Schädlingsbekämpfungsmittel auskommt, sondern, weil dann auch die enthaltenen Vitamine in den Körper gelangen, die bei Früchten aus dem Supermarkt durch Lagerung und Transport zwischenzeitlich flöten gehen. Zudem macht Gärtnern Freude.

Bei welchen Früchten es sich laut der Aargauer Ernährungsberaterin Beatrice Conrad-Frei lohnt, einen Versuch zu starten, erfahren Sie in der obigen Bildstrecke. Sollte Ihr Herz mehr für Gemüse als für Obst schlagen, dürfte diese Bildstrecke etwas für Sie sein:

Dieses Superfood kommt von hier

Welche Pflanzen sogar Medikamente ersetzen können, verrät Ihnen dagegen folgende Diashow:

Diese Pflanzen können wirklich was

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kräuterhexe am 09.06.2018 14:27 Report Diesen Beitrag melden

    Liebstöckel, eines meiner Lieblinge

    Nehmen was die Natur bietet! Heuer, im Mastjahr gibt es etliches, was sonst bei uns wenig Chancen hat. Das Maggikraut oder Liebstöckel kommt immer, doch es liebt dieses Wetter und wird mannshoch. Kann man gut trocknen und rebbeln, so kann ich den ganzen Winter profitieren; ich liebe den Geruch und Geschmack an Gemüsen, Bouillon, Suppen etc. Schon Hildegard von Bingen empfahl es. Meine Beeren kann ich auf 733 m erst später ernten. Für die Amseln ist auch genug da, sie erfreuen mich täglich mit ihrem lauten Liebeslied.

  • Brummpängli am 09.06.2018 13:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Himbeere vergessen

    die Himbeeren sind auch gerade reif...auch die haben ne menge an vitaminen

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  • XPRT am 09.06.2018 13:04 Report Diesen Beitrag melden

    Zitrone

    Dass Zitronenbäumchen nicht winterhart sind, stimmt nicht ganz. Es gibt Sorten, die bis -12°C ertragen. Diese eignen sich auch für das Schweizer Flachland, da die Winter hier höchst stelten so kalt sind. Und wenn, meist nur ein paar wenige Tage, das lässt sich dann mit gut einpacken überstehen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Svea am 09.06.2018 15:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Probieren geht über studieren

    Ich hab nur bei Tomaten und chilis einen grünen Daumen. Aber ich bemühe mich weiter hin. Auch wenn ich nur einen kleinen Balkon habe. Es macht so viel Freude

  • Kräuterhexe am 09.06.2018 14:27 Report Diesen Beitrag melden

    Liebstöckel, eines meiner Lieblinge

    Nehmen was die Natur bietet! Heuer, im Mastjahr gibt es etliches, was sonst bei uns wenig Chancen hat. Das Maggikraut oder Liebstöckel kommt immer, doch es liebt dieses Wetter und wird mannshoch. Kann man gut trocknen und rebbeln, so kann ich den ganzen Winter profitieren; ich liebe den Geruch und Geschmack an Gemüsen, Bouillon, Suppen etc. Schon Hildegard von Bingen empfahl es. Meine Beeren kann ich auf 733 m erst später ernten. Für die Amseln ist auch genug da, sie erfreuen mich täglich mit ihrem lauten Liebeslied.

  • Michelle am 09.06.2018 14:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn man

    Ein gutes händchen dafür hätte. Entweder lass ich die pflanzen verdursten oder ich ersäuf sie. Ich kaufe lieber die früchte im laden. Meine nachbarin pflanzt auch einige früchte selbst an, ist wirklich schön zuzusehen, wie die früchte und pflanzen wachsen und vor allem schmecken sie viel besser und intensiver. Aber naja, ein händchen für pflanzen hab ich definitiv nicht.

  • Brummpängli am 09.06.2018 13:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Himbeere vergessen

    die Himbeeren sind auch gerade reif...auch die haben ne menge an vitaminen

    • Ira vomGubel am 09.06.2018 13:50 Report Diesen Beitrag melden

      ichliebe die RegionalFrüchte des Sommers

      @ so fein!...ich habe noch keine im Garten, doch die Bienen lieben die Blüten. Von jungen Himbeerblättern die man trocknet lässt sich auch ein feiner Tee zubereiten, auch Vitamin C Träger und anderen Kräutern gemischt gut. Holunderblütenchüechli nicht vergessen!

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  • Arther am 09.06.2018 13:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Waliwil

    In Walchwil am Zugersee hat es sogar Orangen Bäume.

    • Gunni Gönner am 09.06.2018 13:52 Report Diesen Beitrag melden

      sogar Esskastanien gibt es, so mild!

      @Athur, danke, dass Sie es erwähnen, ja die Zuger Riviera ist ein schönes Fleckchen Erde. Hier lässt es sich gut sein, geniessen Sie es!

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