Archaische Haltung

07. Januar 2018 18:31; Akt: 07.01.2018 18:31 Print

Affen bevorzugen Bad Boys

Menschen schätzen es, wenn ihresgleichen nett miteinander umgehen. Bei Bonobos ist das anders: Sie stehen auf Tyrannen.

In diesem Experiment spielt ein Mann (Mitte) mit einem Stofftier. Als es ihm runterfällt, kommt ihm ein anderer zu Hilfe und will es ihm reichen (links). Doch eine dritte Person funkt dazwischen (rechts) und legt damit ein Verhalten an den Tag, das kaum ein Mensch gutheisst. Von Bonobos wird es jedoch sehr geschätzt. (Video: Ch. Krupenye et al./Current Biology)
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Schon drei Monate alte Babys wissen, was nett und was weniger nett ist. Sie wenden sich stets eher freundlichen Menschen zu – eine Vorliebe, die bis ins hohe Alter bestehen bleibt. Gemeines oder böses Verhalten wird unter Menschen dagegen abgelehnt.

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Bei den eng mit uns verwandten Bonobos liegt die Sache anders, berichten Anthropologen der Duke University in Durham im Fachjournal «Current Biology». Sie bevorzugen Tyrannen.

Viele Experimente, ein Ergebnis

In ihrer Studie mit 24 Bonobos, die in Gefangenschaft leben, wurden die Forscher Christopher Krupenye und Brian Hare immer wieder Zeuge, wie die Tiere sich unfreundlichen Menschen zuwendeten. Und zwar in jedem durchgeführten Experiment (siehe Box und Video).

Die Forscher vermuten laut Mitteilung, dass die Bonobos Gemeinheiten als Zeichen eines höheren Status interpretieren und deshalb versuchen würden, dominante Individuen auf ihrer Seite zu halten.

Deutliches Unterscheidungsmerkmal

«Für Bonobos könnte der Umgang mit dominanten Individuen einen besseren Zugang zu Nahrung, Freunden oder anderen Vergünstigungen bedeuten», so Krupenye. Ausserdem sei dann das Risiko geringer, selbst schikaniert zu werden – eine laut dem Anthropologen sehr archaische Haltung.

Menschen hingegen sind eher für eine kooperative Lebensweise bekannt: Sie grenzen in der Regel jene aus, die anderen Schlechtes tun. Und sie wissen, dass auch sie aussen vor sind, wenn sie anderen übel mitspielen. «Die Angst vor der sozialen Ausgrenzung hält uns in Schach», so die Forscher.

Diese Haltung ermögliche es den Menschen, sogar mit Fremden zusammenzuarbeiten, heisst es weiter. In anderen Worten: Die menschliche Vorliebe für nette Menschen bildet die Grundlage für den Erfolg des Homo sapiens.


(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Captain Hindsight am 07.01.2018 18:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nur Affen tuen das

    Dieses Verhalten ist durchaus auch bei Menschen zu beobachten.

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  • Mar Pro am 07.01.2018 19:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein

    sagt mal, sind diese Anthropologen doof. Dieses Verhalten entspricht zu fast 100%dem des humanen Verhaltens. Schaut euch nur mal Primarschulklassen an. Dort gibt es immer einen geplagten Aussenseiter und um dessen Widersacher sammeln sich jene welche nicht selber zum Geplagten werden wollen. schlechte Studie..

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  • Severin am 07.01.2018 19:04 Report Diesen Beitrag melden

    Eigene Erfahrung

    Ist auch bei den Menschen so. Frauen wollen keinen einfühlsamen Mann, sondern einen Macho mit Sixpack. Ich bin zurzeit auf Partnersuche, und die Mädl bevorzugen einen ungehobelten Schönling, den sie vor der Familie und den Freundinnen gassi führen kann. Bevor mir jemand widersprechen will, soll sie mal über ihr Verhalten bzw. Ansprüche nachdenken und dann schreiben.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Berzel am 10.01.2018 16:55 Report Diesen Beitrag melden

    Ach wirklich

    Darauf wäre ich jetzt nicht gekommen. Das ist odch genau gleich wie beim Menschen, dafür braucht es keine Studie.

  • Vince am 10.01.2018 10:52 Report Diesen Beitrag melden

    Böse Menschen nehmen sich

    häufiger, was sie wollen. Das heisst, sie gehen auf die Frauen zu und sind zu Beginn natürlich auch zuvorkommend und (man höre und staune) nett, charmant. Der Erfolg liegt in erster Linie daran, locker auf andere Menschen zugehen zu können. (Egoistischen Menschen ohne Angst und Skrupel können das zweifellos besser.

  • Kevin am 10.01.2018 07:16 Report Diesen Beitrag melden

    Verlorene Liebesmüh

    Und jetzt nur deshalb bös sein, weil das Frauen lieber haben ist ja auch ziemlich doof und anpasserisch. Seid doch lieb wenn ihr gerne lieb seid und lasst Euch da nicht dreinreden.

  • Mann am 09.01.2018 15:30 Report Diesen Beitrag melden

    Ich war lieb

    Da ich Feministisch erzogen wurde hatte ich bis 30 keine Chance bei Frauen. Nun melden sich fast alle Damen von früher und sind sehr interessiert an mir. Nur habe ich das Spiel durchschaut wurde ein Mann und Date lieber junge unverbrauchte Frauen. Wiso soll ich mir Mühe geben und viel Geld riskieren für occasion Frauen wenn ich an bessere Frauen komme?

    • bamboo am 10.01.2018 10:47 Report Diesen Beitrag melden

      occasions-Frauen?? unverbrauchte Frauen?

      @Mann.. eine 'femininistische' Erziehung würde bedeuten dass du dank deiner Mutter begriffen hast dass du nicht die Krönung der Schöpfung bist, irgendwie scheint da was gewaltig schief gelaufen zu sein..

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  • Ruedi am 09.01.2018 13:12 Report Diesen Beitrag melden

    Gibt es auch bei den Frauen!

    Leider gibt es auch Frauen die auf solche Typen stehen. Eine Kollegin von uns geht von Badboy zu Badboy und wundert sich, dass diese sie immer betrügen und über den Tisch ziehen.

    • Swiss MGTOW am 09.01.2018 15:48 Report Diesen Beitrag melden

      Es gibt leider Frauen

      die so sind? Informieren Sie such mal über die 80/20 Regel. Auch gut im RL zu sehen. Und NAWALT's gibt es nicht. Ist nur eine Ausrede.

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