Tierfotografie

16. September 2017 22:10; Akt: 16.09.2017 22:10 Print

Was hat das Seepferdchen mit dem Wattestäbchen?

Die Jury des «World Wildlife Photographer 2017»-Wettbewerbs hat bekanntgegeben, wer in der Endrunde ist. Darunter hat es auch einige skurrile Bilder.

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So unschuldig, wie dieser Fuchs in die Kamera schaut, ist er gar nicht. Denn das Ei, das er im Maul trägt, hat er kurz davor aus dem Nest von Schneegänsen entwendet. Den davonschleichenden Dieb hat Sergej Gorschkow auf der Wrangelinsel im arktischen Ozean aufgenommen. Der wohl herzigste Beitrag stammt von einer Teilnehmerin der Kategorie «11 bis 14 Jahre». Ashleigh Scully hielt den intimen Moment zwischen Mama- und Baby-Bär im Lake Clark National Park in Alaska fest. Ebenfalls in Alaska wurde dieser Weisskopf-Seeadler fotografisch festgehalten – vom deutschen Fotografen Klaus Nigge. Das Close-up des nassen Vogels gelang ihm auf der Amaknak Island. Auge in Auge mit einem ausgewachsenen Elefanten. Fotograf David Lloyd ist ein Porträt gelungen, auf dem dank der speziellen Lichtverhältnisse am Aufnahmeort, dem Maasai Mara National Reserve in Kenia, jede einzelne Falte zu sehen ist. Laura Albiac Vilas aus Spanien hat in ihrem Heimatland schon viele Wildtiere gesehen, aber noch nie einen Pardelluchs (Lynx pardinus). Das geschah erst bei einem Besuch im Sierra-de-Andújar-Naturpark. Natürlich hielt sie die Begegnung mit dem vom Aussterben bedrohten Tier fest. Jetzt zählt sie zu den Finalisten des «World Wildlife Photographer 2017»-Wettbewerbs. Pfauentrogone sind soziale Tiere. Das zeigt diese Aufnahme von Tyohar Kastiel aus Israel, die ein Exemplar auf dem Weg zur Fütterung seiner Nachkommen zeigt. Zwei Wochen hatte der Fotograf die Vögel schon beobachtet, als ihm endlich dieser Schuss gelang. Eigentlich wollte Fotograf Andrey Narchuk im Ochotskischen Meer Lachse fotografieren, doch dann gerieten ihm diese beiden kopulierenden Ruderschnecken vor die Linse. Für die Jury des Fotowettbewerbs ganz klar ein Finalist, denn die Aufnahme zeigt «die erstaunliche Vielfalt des Lebens auf unserem Planeten». In der Wüste von Arizona erinnern die Zweige des Saguaro-Kaktus (Carnegiea gigantea) an ein avantgardistisches Gebäude. Die Aufnahme gelang Jack Dykinga. «Saved but caged» (Gerettet, aber eingesperrt) heisst der Finalbeitrag von Steve Winter. Das Bild zeigt einen jungen Sumatra-Tiger (Panthera tigris sumatrae), dessen hinteres Bein amputiert werden musste, nachdem es in eine Falle geraten war. Um besser mit der Strömung schwimmen zu können, klammert sich ein Seepferdchen an im Wasser treibende Objekte wie Seetang. Ist das Gewässer so verschmutzt wie vor Sumbawa in Indonesien, kann es auch mal ein Wattestäbchen sein. Mit diesem Foto schaffte es Justin Hofman in den Final des Fotowettbewerbs. Seehunde faszinieren eigentlich immer. Doch auf dieser Aufnahme schwimmen sie nicht im offenen Meer, sondern unter einer festen Eisschicht in der Antarktis. Damit hat dieses Bild des Franzosen Laurent Ballesta Seltenheitswert. Nur wer ganz genau hinschaut, erkennt hier mehr Tiere als nur die drei Clownfische (Amphiprion percula). In deren Mündern hausen nämlich parasitierende Asseln, die den Platz der Zunge der Fische einnehmen und dort mehrere Jahre überleben können. Den Hintergrund für Qing Lins Aufnahme bildet eine Prachtanemone. Nicht nur Menschen, auch Wildtiere wie Eichhörnchen haben im Winter kalt. Das beweist dieses von Mats Andersson aufgenommene Bild. Mit seiner Haltung versucht das Tier irgendwie warm zu bleiben.

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Mehr als 50'000 Einsendungen aus 92 Ländern gingen für den «Wildlife Photographer of the Year 2017»-Wettbewerb des Naturhistorischen Museums London ein. Daraus hat die Jury 100 Finalisten bestimmt, die den Sieger unter sich ausmachen werden.

Die Preisverleihung findet am 17. Oktober statt, ab dem 20. Oktober sind die besten Bilder im Naturhistorischen Museum ausgestellt. Bereits jetzt gibt es eine Auswahl von 13 Aufnahmen, die es in den Final geschafft haben, in der Bildstrecke oben zu sehen. Dort erfahren Sie auch, weshalb sich das Seepferdchen ans Ohrenstäbchen klammert.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Helvetier am 16.09.2017 22:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Symbol für unsere Umweltverschmutzung

    Schlimm, das Seepferdchen symbolisiert unsere Weltanschauung zur Natur.

  • Sein am 16.09.2017 22:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    tolle fotos

    das foto vom elefanten ist der hammer.... unglaublich gute aufnahme! das seepferdchen symbolisiert dann wohl wie wir menschen mit der natur umgehen....

  • PUSH B am 16.09.2017 22:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tierorakel

    Ich liebe Seepferdchen.Nirgends im Tierreich sind es die herzigsten Papas.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Lollo rosso am 17.09.2017 23:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schöne Fotos..

    Wie kann man all diese Schönheit nur fassen, ohne sie zu ehren und zu bewahren. Ja, sie geradezu, zu beschützen und zu hüten, wie der eigene Augapfel. Unser Planet ist eigentlich schon jetzt ein Paradies, aber was wollen wir uns, für den Himmel erhoffen, wenn wir nicht einmal fähig sind, gemeinsam all das zu verwalten..Gemeinsam, weil wir alle einen Teil davon sind!

  • AF am 17.09.2017 09:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Faszination Tier

    WOW! Unglaubliche Fotos!! Bei diesen einzigartigen Aufnahmen hätte jeder den ersten Platz verdient!

  • Rico am 17.09.2017 09:08 Report Diesen Beitrag melden

    Seepferdchen

    Nach meinen Infos halte sich Seepferdchen nicht am Seegras o.ä fest um mit der Strömung zu schwimmen, sonder im Gegenteil, um eben nicht abgetrieben zu werden.

    • Tickerschweiz am 17.09.2017 10:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rico

      Aber indem es sich an diesem Wattenstäbchen festhält, wird es abgetrieben. Schande um diese Welt!

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  • Snooker am 17.09.2017 09:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Verschmutzung der Weltmeere

    Seepferdchen mit Wattenstaebchen regt zum Nachdenken an.

    • Sepp am 17.09.2017 09:39 Report Diesen Beitrag melden

      @Snocker

      Das trainiert bloss für den Stabhochsprung Wettbewerb.

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  • o.p. am 17.09.2017 07:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wow!

    Fantastische Fotos, vielen Dank für die genialen Aufnahmen! Es gibt einfach nichts schöneres als unsere Fauna/Flora.