Wasser sollte man mögen

27. Oktober 2011 22:30; Akt: 27.10.2011 19:53 Print

Wasserforscher ganz in seinem Element

von Ken Zumstein - Das kühle Nass spielt im Leben von Hans-Joachim Mosler eine zentrale Rolle. Als Forscher kämpft er für sauberes Wasser. In seiner Freizeit spielt er Unterwasser-Rugby.

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Hans-Joachim Mosler (rechts) wehrt als menschlicher «Deckel» den Angriff aufs Tor ab. Foto: p. ilg, fotoilg.ch

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Unterwasser-Rugby ist Chaos. Zwei Mannschaften kämpfen unter Wasser um einen Ball. Dabei sind die Spieler nur mit Badehose, Schnorchel, Taucherbrille und Flossen ausgerüstet. Der Ball ist mit einer Salzlösung gefüllt und somit schwerer als das ihm umgebende Wasser. Ziel: Er soll ins gegnerische Tor – einen auf dem Grund des Beckens befestigten Metallkorb. Ein schwieriges Unter­fangen. Vor allem wenn Hans-Joachim Mosler im gegnerischen Team spielt. Seine Position ist «Deckel». Als hinterster Mann wehrt er Angriffe ab, indem er das Tor mit seinem Körper abdeckt. Das Spiel ist schnell und hart. Trotzdem sei es für jedermann und jedefrau. «Die Freude am Mannschaftssport steht im Vordergrund», sagt der Titularprofessor der Universität Zürich und ergänzt lachend: «Wasser sollte man aber schon mögen.»

Im Alltag ist Mosler Forscher und untersucht, wie man Menschen in Entwicklungsländern dazu bringen kann, verunreinigtes Trinkwasser zu meiden.

Schon seit seinem Studium der Meeresbiologie ist er begeistert vom Wassersport. Unterwasser-Rugby sah er anfangs als gutes Tauchtraining. Daraus wurde aber bald mehr. Mit dem Verein USZ Zürich wurde er mehrfacher Schweizer Meister und schliesslich sogar Spieler und Trainer der Nationalmannschaft. Mittlerweile überlässt er zwar die Teilnahme an internationalen Meisterschaften den jüngeren Spielern, aber er denkt gerne an die Zeit im Nationalteam zurück. Sein persönliches Highlight war die Teilnahme an der Weltmeisterschaft 1995 in Kolumbien. «Zahlreiche Fans sorgten für eine super Stimmung», erinnert er sich. Darum wünscht sich Mosler für sein Hobby auch mehr Zuschauer – und mehr Konkurrenz. Das würde die Szene beleben.