Nebenwirkungen ohne Ende

17. Mai 2017 05:53; Akt: 17.05.2017 05:53 Print

Wenig Schlaf macht unbeliebt

Augenringe, fahle Haut: Wer wenig schläft, dem sieht man das auch an. Schlafmangel hat aber noch eine ganz andere unschöne Nebenwirkung.

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Nach einer Nacht mit schlechtem oder schlicht zu wenig Schlaf fühlen wir uns meist wie erschlagen. Doch das ist noch nicht alles: ... Laut Forschern des Karolinska-Instituts sind unausgeschlafene Menschen nämlich . Mit ihnen wollen andere deutlich weniger gern Zeit verbringen als mit den ausgeschlafenen. Müde Menschen wurden zudem als weniger attraktiv, weniger gesund und schläfrig eingeschätzt. Wer zu wenig schläft, ist laut Forschern der Harvard Medical School in Boston ausserdem Selbst Schmerzmittel wie Ibuprofen sind gegen die durch den Schlafmangel ausgelöste Überempfindlichkeit machtlos. Auch sind Folge von Schlafmangel: US-Forscher zeigten 2014, dass auch jene, die ein Ausbund an Loyalität sind, sich übermüdet in einen Lügner verwandeln. Wer wenig schläft, hat Das ist das Ergebnis einer Studie von belgischen Forschern. Demnach waren Studenten, die während der Prüfungszeit weniger als sieben Stunden pro Nacht schliefen, weniger erfolgreich. Ebenfalls eine Nebenwirkung von zu wenig Schlaf ist die Das fängt schon in ganz jungen Jahren an, wie Forscher vom Ohio State University College berichten. Demnach reduziert frühes – und damit längeres – Schlafen im Kindesalter das Risiko, später übergewichtig zu werden. Ein Mangel an Schlaf führt ausserdem zu was auf Dauer zu gefährlichen Folgeerkrankungen führen kann, wie Forscher der Universität Bonn herausgefunden haben. Von der gleichen Hochschule stammt auch die Erkenntnis, dass schon eine durchwachte Nacht das Gehirn eines gesunden Menschen zu veranlassen kann, die Ähnlichkeiten mit den Schlafmangel kann richtiggehend Forscher der University of Pennsylvania konnten in einer Studie mit Mäusen nachweisen, dass bei anhaltendem Schlafmangel Laut Forschern der University of California macht Schlafmangel Menschen auch deutlich Wer weniger als sechs Stunden pro Nacht schläft, ist demnach 4,2-mal so anfällig für eine Erkältung wie jemand mit mindestens sieben Stunden Schlaf. Dass unausgeschlafene Menschen sind als ausgeschlafene, ist bekannt. Den Grund identifizierten Forscher im Jahr 2015: Nach einer kurzen Nacht kann unser Gefühlszentrum im Gehirn Besonders viel Schlaf sollten sich Autolenker gönnen. Denn Müdigkeit im Auto ist War die Nachtruhe des Fahrers zu kurz, funktioniert sein Körper, als hätte er 1 Promille Alkohol im Blut. Damit ist er fahruntauglich. Schlaft hilft, Ist die nächtliche Erholungsphase aber zu kurz, bleiben sie erhalten. Bei Experimenten mit übermüdeten Mäusen führte das dazu, dass sie in neuen Situationen schreckhaft und ängstlich waren, Für Männer droht noch eine weitere Gefahr: Bei ihnen sinken bei längerem Schlafmangel die Testosteronwerte, was einen hat. Wer hat, sollte es mal mit der von US-Mediziner Andrew Weil entwickelten Atemtechnik probieren: Dabei muss man zunächst durch die Nase einatmen und bis vier zählen. Anschliessend muss der Atem angehalten und bis sieben gezählt werden. Um genügend Schlaf zu finden, raten Experten zu Denn der Hauptgrund für Schlafprobleme und -mangel ist oftmals, dass nur wenige Paare die gleichen Schlafenszeit-Routinen oder Schlafgewohnheiten haben. Und das ist öfter der Fall als gedacht, Wenn der Schlaf nachts zu kurz gekommen ist, kann ein helfen. Laut französischen Forschern macht ein Nickerchen selbst ein riesiges Schlafdefizit wett. Wichtig ist aber, dass das Schläfchen 30 Minuten nicht übersteigt.

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Andere Menschen wollen mit Unausgeschlafenen lieber nichts zu tun haben. Zu dieser Erkenntnis kommen Forscher vom Karolinska-Institut in Stockholm.

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Vermutlich meidet das Umfeld übermüdete Menschen unbewusst, um sich selbst zu schützen – vor ansteckenden Krankheiten etwa, so die Wissenschaftler im Fachblatt «Open Science» der britischen Royal Society.

Wenig Schlaf, lange wach

Das Team um Tina Sundelin hatte vor einigen Jahren bereits gezeigt, dass Menschen nach einer kurzen Nacht und einer anschliessenden sehr langen Wachphase (31 Stunden) als unattraktiv, ungesund und – wenig überraschend – müde wahrgenommen werden.

Nun wollten die Forscher wissen, wie ein realistischer Schlafmangel die Aussenwirkung beeinflusst.

Mit wem die Zeit verbringen?

Sie baten 25 gesunde Menschen zum Fototermin – einmal nach zwei Nächten mit acht Stunden Schlaf und einmal, nachdem sie zwei Nächte hintereinander nur vier Stunden geschlafen hatten. So ein partieller Schlafmangel sei im Alltag üblicher als totaler Schlafentzug, erklären die Wissenschaftler.

Sie baten dann insgesamt 122 Personen, den Gesichtsausdruck der Probanden auf den Fotos zu beurteilen. Sie sollten angeben, wie attraktiv, gesund und vertrauenswürdig sie die Porträtierten fanden und ob sie gern mit ihnen Zeit verbringen würden.

Je müder, desto unbeliebter

Die Auswertung zeigte, dass unausgeschlafene Menschen nicht besonders beliebt waren. Die Bewerter wollten mit ihnen deutlich weniger gern Zeit verbringen als mit den ausgeschlafenen Probanden.

Müde Menschen wurden zudem als weniger attraktiv, weniger gesund und schläfrig eingeschätzt. Einzig im Hinblick auf die Vertrauenswürdigkeit fanden die Forscher keine Unterschiede.

Vermutlich Selbstschutz

Sundelin und ihre Kollegen vermuten, dass die fehlende Lust auf die Gesellschaft müder Menschen eine Art Selbstschutz ist. So sei bekannt, dass Müdigkeit das Unfallrisiko erhöhe, auch Krankheiten stünden häufig mit Schlafmangel oder dessen Anzeichen im Zusammenhang.

Für ein soziales Wesen wie den Menschen könne Ausgeschlossenheit emotional sehr schmerzhaft sein und schlimme Folgen haben.

Ob der Schlafmangel im Alltagsleben aber wirklich zur Ausgrenzung von müden Menschen führe, müsse noch untersucht werden. Möglicherweise legten die Müden auch von sich aus weniger Wert auf Gesellschaft, weil sie einfach nur schlafen und sich erholen wollten, schreiben die Forscher weiter. Die Unausgeschlafenheit zur Schau zu stellen, sei dann von Vorteil.

(fee/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • F.Y. am 17.05.2017 06:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dann besser so

    Dann besser alle um 15.00 Feierabend damit man noch seinen Hobbys nachgehen kann, Kochen, Duschen , Tv und danach wie empfohlen um 22.00 ins Bett. Arbeit verunmöglicht genug schlaf wenn man noch was von seinem privaten Leben haben will. Moderne Sklaverei halt eben...

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  • Seestern am 17.05.2017 06:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    betroffen

    ich leide, seit ich Kinder habe, an Schlafmangel. Also schon über 14 Jahren. Nicht jede Nacht, aber sicherlich 4 Nächte die Woche hab ich ca. 4 Stunden schlaf. Früher waren es die Kinder selbst, die mich wach hielten, Heute sind es die Sorgen um Kinder und Arbeit die mich wach kriegen.. Ich denke, solange unser System in Bildung und sozialem Verhalten in Schulen und Arbeitsstellen, mehr investiert, wird unser Volk schlafstörungen haben...Leider!

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  • Gugguseli am 17.05.2017 06:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Erkenntnis..

    Wer müde ist, ist schläfrig? Wusste ich nicht..

Die neusten Leser-Kommentare

  • Leon Fehr. am 18.05.2017 16:12 Report Diesen Beitrag melden

    Bin zufrieden aber müde

    Hallo zusammen, Dann muss ich wohl auch mal beichten hehe... Ich schlafe nie länger als 3 Stunden. Oh ich armer Tropf, wäre ich nur in einem schöneren und liebeswürdigerem Zuhause aufgewachsen! Nun bin ich durchgehend und hochgradig gestört und befinde mich in Behandlung.

  • Didi am 17.05.2017 21:11 Report Diesen Beitrag melden

    Hat eine gewisse Logik...

    Tjia zumindest stimmt der Umkehrschluss: Während man schläft, kann man sich weniger leicht unbeliebt machen, insofern ist da natürlich etwas dran: Wer weniger schläft, hat mehr Gelegenheit, sich unbeliebt zu machen...

  • Shiny am 17.05.2017 17:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Begrenzte Freizeit

    Nach der Arbeit bin ich jeweils um 20:15 Uhr zuhause. Wenn ich zeitig ins Bett gehe habe ich nichts mehr vom Tag. So bleibe ich bis 01:30 Uhr wach und stehe um 07:00 Uhr wieder auf. Ich möchte mein Leben wegen der Arbeit nicht verpassen, da sehe ich lieber müde aus.

    • Preisfrage am 17.05.2017 20:39 Report Diesen Beitrag melden

      Haben Sie Siebentagewoche?

      Die meisten haben 130 bis 140 arbeitsfreie Tage im Jahr. Viele haben wohl etwas weniger Freizeit als vor 10 Jahren, aber immer noch deutlich mehr als ihre Grosseltern.

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  • Seppeli am 17.05.2017 15:33 Report Diesen Beitrag melden

    Immer Müde

    Ich stehe jeden Morgen um 5:30 auf bin um 07:00 Uhr bei der Arbeit und zwischen 18:00 und 19:00 Uhr zu Hause und gehe um 21:30 ins Bett zusätzlich habe ich unter der Woche noch zwei Tage Schule nach der Arbeit von 18:00 Uhr bis 22:00 Uhr. und bin in der Regel um 23:00 Uhr im Bett. Ich ernähre mich normal trinke unter der Woche keinen Alkohol und bin tagtäglich auch am Wochenende von morgens bis Abends tot müde. Wieso?

    • Ferndiagnose am 17.05.2017 20:43 Report Diesen Beitrag melden

      Weil ein Job

      mit deutlich über 40 Stunden und gleichzeitig eine Ausbildung wohl die meisten an ihre Grenzen bringt?

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  • Schlafloser am 17.05.2017 12:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    dann gibt es noch...

    Leute Depressionen die Nächte für Nachte nicht schlafen können weil nach der einen Nacht der körper den Puls auf "180"hoch fährt um denTag zu überstehen und man am Abend todmüde einschlafen will aber der Kopf einem stresst dass man morgen nicht fit ist wenn man Jetzt nicht schläft... ergo schläpft man nicht da mab dauernd ans einschlagen denkt. Und für alle besserwisser: ist nicht so dass Ich schon x möglichkeiten Probiert habe um mich zu beruhigen und runterzufahren. Idem Sinne allen einen erholsamen Schlaf