Museumsbesuch

10. Dezember 2013 12:36; Akt: 10.12.2013 12:37 Print

Wenn die Kamera das Gedächtnis ablöst

Wer im Museum viele Bilder fotografiert, kann sich später kaum mehr erinnern, was er eigentlich gesehen hat. US-Psychologen raten, weniger, dafür bewusster zu fotografieren.

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Exzessives Fotografieren im Museum schwächt das Gedächtnis: Besucherin in der Segantini-Ausstellung in der Fondation Beyeler. (Bild: Keystone)

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Auch das Verhalten bei Museumsbesuchen hat sich verändert: Oft werden wahllos die Bilder an der Wand abgelichtet, um sie möglichst vollständig zuhause nochmals anschauen zu können – was wohl selten genug auch tatsächlich geschieht. Dass so der eigentliche Zweck des Museumsbesuchs, das Anschauen von Bildern und Geniessen von Kunst, verloren geht, liegt auf der Hand. Dies wurde nun von US-Psychologen in einer in «Psychological Science» veröffentlichten Studie auch experimentell belegt.

Zu sehr mit der Kamera beschäftigt

Die Forscher um Linda Henkel von der Fairfield University im US-Bundesstaat Connecticut haben herausgefunden, dass Leute, die Bilder fotografieren, zu sehr mit der Kamera beschäftigt sind, um noch selbst auf die Bilder eingehen zu können. Die Teilnehmer der Studie, die fotografiert hatten, konnten die Bilder deutlich schlechter beschreiben als jene, die nicht fotografiert hatten. Oft hatte die erste Gruppe schon Mühe, die fotografierten Objekte überhaupt wieder zu erkennen, geschweige denn Details zu beschreiben.

«Wenn Menschen sich auf die Technik verlassen, hat das einen negativen Einfluss auf ihre Erinnerung», schrieb Linda Henkel in einer Medienmitteilung. Das Hauptproblem sei dabei die grosse Menge an Fotos. Wenn man nur ausgewählte Fotos schiesse und diese später auch wieder anschaue, werden die Erinnerungen an den Museumsbesuch dagegen gestärkt.

(lmm)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Patrick Hartmann am 10.12.2013 14:24 Report Diesen Beitrag melden

    Auch bei Konzerten

    Wer ständig Fotos macht oder dauernd filmt, verpasst das Konzert.