Gegen die innere Uhr

12. April 2018 18:39; Akt: 12.04.2018 18:40 Print

Wer spät ins Bett geht, stirbt früher

Sind Sie ein Morgen- oder ein Nachtmensch? Die Antwort auf diese Frage kann entscheidend für die Lebensdauer sein.

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Der frühe Vogel fängt den Wurm – und zwar für viele Jahre: Wer gerne früh in den Tag startet, lebt laut einer neuen Studie länger. Nachteulen haben dagegen ein höheres Sterberisiko, wie Forscher aus den USA und Grossbritannien in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie feststellten. Die Wissenschaftler der Universität Surrey und der Northwestern-Universität in Chicago untersuchten 430'000 Menschen im Alter zwischen 38 und 73 Jahren in Grossbritannien.

Sie fanden heraus, dass die extrem nachtaktiven Teilnehmer während des Untersuchungszeitraums von sechseinhalb Jahren ein um zehn Prozent erhöhtes Sterberisko hatten als die Frühaufsteher. «Das ist ein Problem der öffentlichen Gesundheit, das man nicht mehr ignorieren kann», sagte einer der Autoren, Malcolm Schantz, von der Universität Surrey.

Den «Nachttypen» müsse ermöglicht werden, ihre Arbeitszeiten nach hinten zu verlegen. «Nachteulen, die versuchen, in einer Welt der Morgenmenschen zu leben, können gesundheitliche Probleme bekommen», sagte Ko-Autorin Kristen Knutson aus Chicago.

Mehr Krankheiten

Die Teilnehmer der Studie beschrieben sich zu 27 Prozent als «definitiv ein Morgenmensch» und zu neun Prozent als «definitiv ein Abendmensch». 35 Prozent gaben an, «eher ein Morgenmensch» zu sein, 28 Prozent sahen sich «eher als Abendmensch». Befragt wurden die Probanden auch zu ihrem Gewicht, ihrem Tabakkonsum und ihrem sozioökonomischen Status.

In den sechseinhalb Jahren der Untersuchung starben insgesamt etwa 10'500 Teilnehmende. In der «Nachteulen»-Gruppe starben zehn Prozent mehr Teilnehmer als in der eindeutigen Frühaufsteher-Gruppe.

Die «Nachteulen» hatten einen deutlich stärkeren Hang zu psychischen Problemen, Diabetes, Magen- und Atembeschwerden. Sie schliefen pro Nacht weniger Stunden, sie konsumierten vergleichsweise mehr Zigaretten, Alkohol und Kaffee oder illegale Drogen.

Gegen die innere Uhr

Das grössere Sterberisiko könnte laut den Wissenschaftlern darauf zurückzuführen sein, dass die Nachtaktiven ständig gegen ihre innere Uhr leben. Es könne auch an psychischem Stress liegen oder daran, dass diese Menschen zu der für ihren Körper falschen Zeit essen. Auch Schlafmangel, nächtliches Wachsein oder Drogen- und Alkoholkonsum erhöhten das Risiko eines früheren Todes.

Die Wissenschaftler sprachen sich für einen speziellen Umgang mit Nachtaktiven aus. Deren innere Uhr sei genetisch vorbestimmt, «und nicht einfach eine Charakterschwäche». «Jobs und Arbeitszeiten könnten für Eulen flexibler gestaltet werden», sagte Knutson. «Sie sollten nicht gezwungen werden, für eine Acht-Uhr-Schicht aufzustehen.»

Frühere Studien hatten bereits einen Zusammenhang zwischen Schlafmangel und der Neigung zu Herz-Kreislauferkrankungen oder Diabetes festgestellt. Es ist aber das erste Mal, dass das Sterberisiko untersucht wurde. Die Studie erschien in der Fachzeitschrift «Chronobiology International».

(woz/chi)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tag-&Nachtschläfer am 12.04.2018 18:47 Report Diesen Beitrag melden

    Hahaha!

    Das Sterberisiko ist bei allen Lebewesen dasselbe: 100%.

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  • Chreazzy am 12.04.2018 18:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wissenschaftler fanden heraus...

    nachdem man ihnen den Ausgang zeigte.

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  • Purla am 12.04.2018 18:48 Report Diesen Beitrag melden

    Meine Wissenschaftliche Antwort

    Schwimu ist Zeit ihres Lebens eine Nachteule. Sie feiert in wenigen Woche ihren 92 Geburtstag.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Anton am 16.04.2018 12:14 Report Diesen Beitrag melden

    Ähmmm

    Und was ist mit Arbeit? Lebt man dann länger?

  • Quasimodo am 14.04.2018 00:23 Report Diesen Beitrag melden

    Gähnn!

    Keine Ahnung, wieso ich tagsüber immer so müde bin! Ich befolge alle ärztlichen Ratschläge und gehe jeden Tag früh ins Bett: Früh am Morgen. Seltsam, irgendwas mach ich falsch!

  • ursi inderbitzi am 13.04.2018 22:36 Report Diesen Beitrag melden

    Nachtmensch

    Meine Mutter ist 92 und ein totaler Nachtmensch!!!!

    • Hannibal Lecter am 14.04.2018 08:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @ursi inderbitzi

      Wissen Sie denn nicht wie eine Statistik funktioniert...?

    • Lola am 14.04.2018 22:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @ursi inderbitzi

      Ich vermute mal, dass nicht explizit nachteulen gedacht waren, sondern partygänger und säufer ;-)

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  • oliver am 13.04.2018 18:04 Report Diesen Beitrag melden

    auch recht

    wenn ich dadurch das Zeitliche segne, bevor ich hier noch in ein Alterheim abgeschoben werde und dann noch für teures geld erbärmlich dahinsiechen darf

  • huschmie am 13.04.2018 17:22 Report Diesen Beitrag melden

    Wegen dem Alkohol

    Das sind die, welche ein Glas Alkohol pro Woche zu viel trinken. Siehe Artikel in dieser Zeitung.