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Kleinster Datenlogger
18. März 2010 20:51; Akt: 19.03.2010 16:04 Print
Winziger Hightech-Spion überwacht Singvögel
von Sylviane Blum - Endlich ist Frühling – die Zugvögel kommen zurück. Doch wo waren sie? Ein ultraleichtes Gerät lüftet Geheimnisse um Nachtigall, Wiedehopf und andere kleine Vögel.

Wiedehopf. (Bild: Istock)
«Bisher blieben Zugrouten und Winterquartiere von kleinen Singvögeln weitgehend unbekannt», sagt Erich Bächler von der Schweizerischen Vogelwarte Sempach. Zwar gibt es schon seit Langem Sender für die Überwachung von Tieren, aber für die kleinen Vögel waren sie zu schwer. Und Beringungen brachten nicht viel: So wurden in den letzten hundert Jahren zehntausende Wiedehopfe beringt, doch nur ein einziger wurde südlich der Sahara, wo die Winterquartiere vermutet werden, aufgefunden.
Nachtigall mit Sender. (Bild: Philipp Sprau)
«Wissen»
in 20 Minuten wird unterstützt durch die GEBERT RÜF STIFTUNG und die Stiftung Mercator Schweiz.
Deshalb entwickelte die Fachhochschule Bern gemeinsam mit der Vogelwarte den kleinsten Datenlogger der Welt. Sein Gewicht: ein Gramm. Mit einem Lichtsensor, einer Uhr und einem Chip misst und speichert er täglich den Zeitpunkt von Sonnenauf- und -untergang. Das Gerät revolutioniert die Erforschung von Singvögeln, die weite Reisen unternehmen. Letztes Jahr wurden damit 60 Wiedehopfe und 300 Nachtigallen ausgerüstet. Jetzt kommen sie zurück und die Forscher beginnen, ihre exakten Zugrouten, Rastplätze und Winterquartiere zu berechnen.
Schon 2008 hatten Bächler und sein Team im Rahmen eines ersten Tests 19 Wiedehopfe mit einem etwas schwereren Logger ausgerüstet. Vier von ihnen konnten im Frühling 2009 wieder eingefangen werden. Ihre Chips verrieten unter anderem, dass zwei Weibchen auf dem Weg in den Süden bei Gibraltar gerastet hatten, um danach die Sahara zu umfliegen. Dafür zogen sie im Frühling quer über die Wüste ins Wallis – vermutlich um als Erste die besten Nistplätze zu erreichen. «Nun sind wir gespannt auf die diesjährigen Resultate», sagt der Ornithologe.
Gleichzeitig denkt er schon ans nächste Projekt: Noch in diesem Jahr will er einen noch kleineren Logger mit Rauchschwalben und Gartenrotschwänzen auf die Reise schicken.























