«Voyager 1»-Sonde

04. Dezember 2012 02:45; Akt: 04.12.2012 10:31 Print

Wo noch nie zuvor eine Maschine gewesen ist

Die NASA-Sonde «Voyager 1» hat eine neue, bislang unbekannte Region des Sonnensystems erreicht. Schon «bald» wird sie in den interstellaren Raum vorstossen.

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Die Gründung der US-Weltraumbehörde NASA am 29. Juli 1958 war eine Reaktion auf den Sputnik-Schock: 1957 hatten die Sowjets den ersten Satelliten ins All geschickt. Die NASA ist für zivile und militärische Grundlagenforschung in der Luftfahrt zuständig. Nach einer Serie von Misserfolgen holten die Amerikaner auf. John Glenn war 1962 der erste Amerikaner, der die Erde in einem Raumschiff umkreiste. 1965 schaffte es die NASA zum ersten Mal, ein Rendez-vous im All zu organisieren: Gemini VI (Bild) und Gemini VII trafen einander 257 Kilometer über der Erde. November 1963: US-Präsident John F. Kennedy zeigt NASA-Vize Robert Seamans (l.) und dem deutschen Raketentechniker Wernher von Braun (M.) das Ziel. 1969 wurde es erreicht: Apollo 11 landete auf dem Mond. Mission Mondlandung: Am 16. Juli 1969 startete Apollo 11 von Cape Canaveral mit Neil A. Armstrong, Edwin E. «Buzz» Aldrin und Michael Collins an Bord. Der grösste Triumph der NASA: Aldrin steht am 20. Juli 1969 auf dem Mond, im Hintergrund die Mondlandefähre «Eagle». Eine Zeichnung der Raumsonde Pioneer 10, wie sie 1973 am Jupiter vorbeifliegt. Pioneer 10 erreichte auf ihrer über 30-jährigen Reise als erstes Fluggerät den Asteroidengürtel und den Raum jenseits der Pluto-Umlaufbahn. Auch die Voyager-Raumsonden, die wertvolle Erkenntnisse über die grossen Gas-Planeten brachten, sind schon seit Jahren unterwegs. Voyager 1 ist nun das am weitesten von der Erde entfernte menschliche Objekt. Mit dem Space Shuttle führte die NASA eine neue Technologie ein, die bis ins nächste Jahrtausend überdauern sollte. 1977 erfolgte der erste Testflug des Prototyps. Die schlimmsten Unfälle in der Geschichte der NASA ereigneten sich allerdings auch mit den Space Shuttles: Am 28. Januar 1986 explodierte die «Challenger» kurz nach dem Start mit sieben Astronauten an Bord. Und am 1. Februar 2003 verglühte die «Columbia» beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre. Alle sieben Crewmitglieder (Bild) fanden den Tod. Freude herrschte, als die NASA 1992 auch einen Schweizer Astronauten ins All beförderte: Claude Nicollier. Bild: Nicollier im Juli 1981 im Johnson Space Center in Houston. Ein Gemeinschaftswerk von Amerikanern und Russen: die internationale Raumstation ISS. Sie ist zur Zeit das grösste künstliche Objekt im Erdorbit. Besuch beim Nachbarn: Am 25. Mai 2008 landete die Raumsonde Phoenix, die zum Mars Scout Programm der NASA gehört, auf dem Roten Planeten. Das Space-Shuttle-Programm wurde nur noch bis zum Jahr 2010 weiterbetrieben. Als Nachfolger sollte das Orion-Raumschiff entwickelt werden, das für Flüge in den niedrigen Erdorbit und zu Mond und Mars genutzt werden sollte. Wegen mangelnden finanziellen Mitteln ist die Fortführung des Konzepts aber ungewiss. Am 6. August 2012 landete der Rover «Curiosity» auf dem Mars. Das mit zehn Instrumenten zur Untersuchung von Gestein, Atmosphäre und Strahlung ausgerüstete Fahrzeug untersucht seither die Oberfläche des roten Planeten.

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Die Raumsonde «Voyager 1» hat nach Angaben der NASA eine neue Region im Sonnensystem erreicht, von der bislang nicht einmal bekannt war, dass es sie gibt. Im Sommer sei «Voyager 1» an einen Ort gelangt, in der Einflüsse von ausserhalb des Sonnensystems zu spüren seien, erklärte Chefwissenschaftler Ed Stone vom NASA-Labor für Strahltriebwerke (Jet Propulsion Laboratory, JPL). «Wir glauben, dass das die letzte Schicht zwischen uns und dem interstellaren Raum ist.»

«Voyager 1» wird das erste vom Menschen gebaute Objekt sein, das das Sonnensystem verlässt. Wann das sein wird, ist nicht bekannt, da noch nie ein Raumschiff so weit im All war. Stone schätzte, dass «Voyager 1» noch zwei bis drei Jahre braucht, bevor sie die Grenze zwischen dem Sonnensystem und dem Rest des Weltalls erreicht.

«Voyager 2» auf Planetenbesuch

«Voyager 1» und ihre Schwestersonde «Voyager 2» sind seit 35 Jahren auf dem Weg in den interstellaren Raum. «Voyager 2» ist derzeit rund 14,5 Milliarden Kilometer von der Sonne entfernt, «Voyager 1» rund 17,7 Milliarden Kilometer. Beide Sonden starteten fast gleichzeitig, «Voyager 2» besuchte aber nicht nur Jupiter und Saturn, sondern auch noch Uranus und Neptun.

Bis heute ist sie die einzige Sonde, die diese fernen Planeten erreichte. «Voyager 1» nutzte hingegen die Schwerkraft von Saturn, um sich direkt selbst aus dem Sonnensystem heraus zu schleudern. Die Energie für die Instrumente an Bord der Sonden reicht vermutlich noch bis 2020.

(dapd)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peschä am 04.12.2012 06:12 Report Diesen Beitrag melden

    Ohne Atom kein Strom

    Ohne Radionuklidbatterien wären Raumsonden, wie Voyager 1 und 2 nicht möglich. In grosser Entfernung von der Sonne reichen Solarpanels nicht aus für die Stromversorgung einer Raumsonde.

  • Melanie am 04.12.2012 08:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wow

    Faszinierend und beinahe unglaublich. Da haben die vor 35 Jahren diese Satelliten gebaut und haben auch noch bei so einer Wahnsinns Distanz problemlos Kontakt zu denen. Man fühlt sich so richtig klein nach so einem Artikel. Da draussen gibts noch so viel mehr.

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  • Martin G. am 04.12.2012 08:06 Report Diesen Beitrag melden

    Danke Amerika!

    Interessanter Artikel! USA, eine Nation von Siegern!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sfera72 am 05.12.2012 11:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pionier weiter weg

    Meines Wissens ist die Pionier Sonde bereits vor einigen Jahren aus dem Sonnensystem heraus geflogen. Nur hat man zu ihr keinen Kontakt mehr seit dem.

  • Transformer am 04.12.2012 14:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Batterie

    Kann mir jemand erklären, was für eine Batterie die verwendet haben? Hätte gerne so eine für mein iPhone.

    • nielz0n am 04.12.2012 18:05 Report Diesen Beitrag melden

      Guckst du

      Das sind Atom-Batterien

    • Chrigu am 04.12.2012 18:31 Report Diesen Beitrag melden

      Atom

      Kernenergie evtl.? Das hält Jahrzente, Jahrhunderte, Jahrtausende... ;-)

    • Mathias am 04.12.2012 20:45 Report Diesen Beitrag melden

      Batterie

      Das glaub ich nicht, dass du das willst. Ausser du trägst gern radioaktive Strahlung mit dir herum ;-)

    • Nerd am 04.12.2012 23:38 Report Diesen Beitrag melden

      Batterie?

      Batterie? Die Sonde hat kaum eine Batterie die 35 Jahre reicht. Sie erzeugt Strom mithilfe von Solar.

    • Peschä am 05.12.2012 00:39 Report Diesen Beitrag melden

      Radionuklidbatterie

      Die Sonde hat eine Radionuklidbatterie. Aus der Wärme, welche beim radioaktiven Zerfall eines bestimmten Isotops entsteht, wird dabei Strom gewonnen. Für ein Handy wäre sowas wohl zu gross, zu schwer, zu teuer und v.a. zu gefährlich.

    • Summerli am 05.12.2012 02:58 Report Diesen Beitrag melden

      Hmmm...

      Ich glaube, diese Batterie willst du nicht in deinem iPhone haben...! Die gibt so hässliche Blasen auf der Haut und ist auch sonst nicht so gesund, um in der Hosentasche getragen zu werden!

    • Markus Meier am 05.12.2012 06:18 Report Diesen Beitrag melden

      Eine Nuklearbatterie...

      Ein bischen unhandlich für Dein iPhone, und vor allem Atommüll! PS: ich möchte davon genau -0 Stück haben!

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  • Marc am 04.12.2012 14:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lichtgeschwindigkeit viel zu langsam

    35 Jahre lang gefolgen und erst ein paar Lichtminütchen weit entfenrt. Wenn man bedenkt, dass es Glaxien gibt die 150mio Lichtjahre entfernt sind, dann ist selbst Lichtgeschwindigkeit Schneckentempo. Man müsste da schon 500mio fachen Lichtspeed drauf haben um einigermassen anständig erforschen zu können.

    • harald p. am 04.12.2012 15:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      nicht möglich

      nur wird man leider nie lichtgeschwindigkeit erreichen, da die Lichtgeschwindiggeit die absolut höchste geschwindigkeit ist, die es gibt. um Sie mit einer bestimmten masse zu erreichen, benötigt man unendlich viel energie.

    • J. am 04.12.2012 18:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Warum eigendlich ?

      Wiso soll es nichts schnelleres als das Licht geben ? Welche Begründung gab Einstein dazu ?

    • S. Peter am 04.12.2012 21:11 Report Diesen Beitrag melden

      bis heute...

      Es ist die bis heute uns bekannte schnellste Geschwindigkeit.

    • harald p. am 04.12.2012 22:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      theorie

      @peter K mir ist bewusst das die relativitätstheorie nur eine theorie ist, so wie die ganze physik auf theorien aufbaut. Keine davon ist ist zu 100% sicher, und ich glaube auch nicht, dass sie eine davon 100% stimmen. Doch geht man heute (noch) davon aus, dass lichtgeschwindigkeit nicht erreicht werden kann.

    • Nerd am 04.12.2012 23:33 Report Diesen Beitrag melden

      Einsteins Theorie

      Einsteins Theorie besagt nur ,dass ein Objekt allein nicht schneller sein kann als c (c = Lichtgeschwindikeit). Was in in Zukunft aber schneller sein könnte, sind Raumblasen die das Obejekt beinhalten. Einsteins Theorie hält so oder so.

    • Markus Meier am 05.12.2012 06:22 Report Diesen Beitrag melden

      alles ist relativ!

      Als die Eisenbahn aufkam, war das schnellste was es gab die Postkutsche. Damals hies es, schneller als das sei tödlich... der Zug kam und wir leben noch. Danach war es die Schallmauer... wir leben immer noch... Warum sollte es also absolut unmöglich sein schneller als das Licht (Zeit) zu sein? Auch Einstein kann sich irren!

    • Sfera72 am 05.12.2012 11:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Lichtstunden

      Es handelt sich immerhin schon um 5.5 Lichtstunde. :-)

    einklappen einklappen
  • Dani K. am 04.12.2012 10:58 Report Diesen Beitrag melden

    Voyager 3.0?

    Ich frag mich aber trotzdem warum man kein neues Projekt gestartet wird. Mittlerweile hat man millionenfach bessere Technik, schneller gehts sicher auch und viel genauere Daten (für Alle) wären auch zu erwarten. Die jetzigen Sonden werden ja eh irgendwann als Schrott von den Klingonen vom 'Himmel' geholt ;-)

  • Kai.M. am 04.12.2012 08:25 Report Diesen Beitrag melden

    gute frage 2

    sinkt die zur Verfügung stehende elektrische Leistung um etwa 1,4 % pro Jahr. Daher wurden bereits viele Instrumente und deren Heizelemente abgeschaltet. Die Energiesparplanung der NASA sieht (Stand: 2008) folgende Maßnahmen vor: 2010: Scanplattform und UVS deaktivieren 2015: Bandspeichersystem (DTR) abschalten 2016: Lageregelung deaktivieren 2020: Schrittweise Abschaltung der noch aktiven Instrumente frühestens 2025: Deaktivierung des letzten wissenschaftlichen