Lieblingsrezepte

28. November 2012 12:08; Akt: 30.11.2012 10:53 Print

Woher kommen Grittibänz, Glühwein & Co?

von Fee Riebeling - In der Adventszeit wird besonders viel Süsses genascht. Ihren Ursprung haben die Weihnachtsleckereien, wo es niemand erwartet – in der Fastenzeit.

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Kein Fleisch, kein Alkohol: Im Mittelalter bedeutete die Adventszeit ursprünglich Fastenzeit. «Um die kalten Tage trotzdem zu überstehen, hat man sich mit Süssigkeiten getröstet», sagt Ernst Axel Knauf. «Solche waren nämlich erlaubt.» Der Bibelwissenschaftler von der Uni Bern ist Experte für die Geschichte und die kulturelle Bedeutung von Lebensmitteln. Er verrät, wo die Leckereien ihren Ursprung haben.

Lebkuchen

Diesen gibt es seit dem Mittelalter. Die Gewürze Zimt, Ingwer, Anis und Nelken, die dem Gebäck den unverkennbaren Geschmack verleihen, wurden damals vor allem zum Würzen von Fleisch verwendet. Da dieses aber in der Fastenzeit tabu war, fügte man die Aromen dem damaligen Fleischersatz bei: dem Kuchen.

(Bild: R. Rickenbach)
Glühwein

Schon im antiken Rom wurde der würzige Wein geschätzt. Ungewiss ist, ob dieser damals schon heiss konsumiert wurde. Als belegt gilt, dass die Schweden das Erhitzen des Weins als Möglichkeit sahen, das Alkoholverbot in der vorweihnachtlichen Fastenzeit zu umgehen. In ihrem Verständnis handelte es sich beim Glühwein nicht um richtigen Wein, sondern um etwas, das nicht gegen die religiösen Gebote verstiess.

(Bild: Istock)
Grittibänz

Das Teigmännli erfreute schon früher die Kinder. Ursprünglich stellte der süsse Kerl den heiligen Nikolaus dar. Damit konnte der Nachwuchs immerhin den Leib eines Heiligen kosten. Denn der Leib Christi, die Hostie, steht ihnen erst nach der Erstkommunion zu.

(Bild: Fotolia)
Mandeln und Marroni

Diese schmecken heute nicht nur in der Vorweihnachtszeit. Früher wurden die Naschereien aber vor allem dann gegessen. Der Grund: Sie sind kalorienreich und lassen sich gut lagern – ideal, um den erhöhten Energiebedarf im Winter zu decken.

(Bild: Fotolia)