Mutanten

08. November 2016 12:55; Akt: 08.11.2016 15:18 Print

Zweiköpfige Haie geben Forschern Rätsel auf

In freier Wildbahn werden vermehrt Haie mit zwei Köpfen gesichtet. Schuld sind Mutationen – und laut Forschern auch der Mensch.

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Klingt wie aus einem schlechten Horrorfilm, ist aber kein Einzelfall: Fischer stossen in den Weltmeeren vermehrt auf Baby-Haie mit zwei Köpfen.

Ein Wissenschaftler-Team aus Spanien hat jetzt versucht, dem Phänomen auf den Grund zu gehen und dafür rund 800 Embryonen des atlantischen Sägeschwanz-Katzenhais unter die Lupe genommen.

Bei einem Exemplar wurden die Forscher fündig, wie der «Independent» berichtet. Im durchsichtigen Hai-Ei steckte ein Embryo mit zwei Köpfen.

Ein Fazit der Forscher: Die mehrköpfige Kreatur könnte schlicht eine Laune von Mutter Natur sein, geäussert in Form einer Genmutation.

Rätsel der Meere

Auch Infektionen oder Verschmutzungen kämen theoretisch als Gründe für eine solche Missbildung in Frage, könnten aber aufgrund der guten Laborbedingungen so gut wie ausgeschlossen werden.

In den sozialen Netzwerken hatte sich nach dem Erscheinen der Studie im Oktober das Foto eines zweiköpfigen Hai-Babys verbreitet:

Bei dem Bild handelt es sich nach Informationen von «Popular Science» um eine ältere Aufnahme, angesichts der Häufung von Sichtungs-Meldungen befassten sich aber mittlerweile Forscher weltweit mit dem Thema. Gleich mehrfach sei zweiköpfiger Nachwuchs bisher bei der Gattung des Blauen Hais gesichtet worden.

Schuld ist auch der Mensch

Meeresbiologe Nicolas Ehemann, der zu dem Phänomen in den karibischen Gewässern Mexikos forscht, sieht auch die Überfischung der Weltmeere als einen möglichen Grund für die Mehrköpfigkeit.

Durch den Raubzug des Menschen verkleinere sich der Genpool der Fische, was wiederum häufiger zu genetischen Mutationen führe. Allerdings gestalte sich die Feldforschung eher schwierig: «Es ist nicht so, dass man ein Netz auswirft und oft zweiköpfige Haie fängt», gibt Ehemann zu bedenken.

In einem Punkt sind sich die Forscher jedenfalls einig: Ob der betroffene Hai-Nachwuchs in freier Wildbahn überlebensfähig sei, beurteilen sie eher skeptisch. Kein Grund zur Hysterie also, der zweiköpfige Killer-Shark bleibt eine Fantasie der Filmindustrie.

(jdr)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Oliver Senn am 08.11.2016 13:11 Report Diesen Beitrag melden

    Radioaktivität

    ja, ich denke Fukushima ist da nicht unschuldig!

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  • heidi moser am 08.11.2016 13:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ja klar Laune der Natur, dass ich nicht lache...

    Fukushima lässt grüssen...

  • Embracher FK am 08.11.2016 13:02 Report Diesen Beitrag melden

    Mensch reagiert immer zu spät....

    Wir werden noch vieles sehen! Der Mensch produziert zu viel Abfall...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Rocho am 09.11.2016 17:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schön schön

    sind jetzt alle zu Experten geworden in Bereich Meeresbiologie und so? ach ja, moment ich vergesse immer wieder, wir Menschen wissen ja bereits alles und haben für alles ja auch gleich die Lösung-.- bin ich froh, dass ich nicht allwissend bin und solche Berichte mit Neugierde geniessen kann:)

  • Jigan am 09.11.2016 12:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fukushima

    Bei Menschen gibt es auch Siamesische Zwillinge. Ist da auch Fukushima schuld?

    • Selber gesehen am 09.11.2016 22:38 Report Diesen Beitrag melden

      Menschen mit Doppeldaumen

      sind z.B. in Südindien verbreitet aufgrund der natürlichen Radioaktivität. Ja, natürlich auch Krebs.

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  • s.w am 09.11.2016 10:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    danke japan

    da die japaner nach wie vor radioaktiv verschmutztes wasser in den ozean fliessen lassen wird das in zukunft vermehrt vorkommen

  • Der Denker am 09.11.2016 08:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Medienmanipulationen

    Blödsinn, danach wäre für menschliche siamesische Zwillinge auch Fukushima schuld? Sogar für diejenigen, die vor 100 Jahren geboren wurden.

  • Päsche am 09.11.2016 00:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fukushima

    Leider tritt immernoch eine grosse Menge an verseuchtem Wasser aus, an das denken die meisten Forscher leider nicht, das Zeug wird langfristig das gesamte Ökosystem des Pazifiks und später der restlichen Ozeane/Meere (zer-)stören.