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Kraken-Orakel

12. Juli 2010 16:19; Akt: 13.07.2010 14:07 Print

«Ich habs euch doch gesagt»«Ich habs euch doch gesagt»

100 Prozent Trefferquote - Krake Paul ist definitiv der (un)heimliche Star der WM. Alle Zweifler strafte er Lügen - und schlägt jetzt zurück.

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Das legendäre Orakel zum WM-Final: Paul hat keine Sekunde daran gezweifelt, dass Spanien Weltmeister wird. Im Grossformat auf dem Videoportal Videoportal
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Über 60 Medienvertreter aus allen Kontinenten pilgerten am Freitag zum Sea Life Center nach Oberhausen um live vom Kraken-Orakel zu berichten. «Der Platz ums Becken war viel zu eng», erzählt der Pressesprecher des Centers und kann die enormen Wirbel um den Fisch mit Faible für Fussball kaum fassen. Dennoch: Das Interesse der Weltöffentlichkeit kommt nicht von ungefähr. Insgesamt achtmal lag der Oktopus mit seiner Vorhersage richtig. Paul freut sich über die vielen neuen Fans - zu denen mittlerweile auch zahlreiche Skeptiker zählen. Mit trockenen Humor raunt er ihnen aus dem feuchten Becken süffisant zu: «Blllluuhub» («Ich habs euch doch gesagt!», Übersetzung der Redaktion)

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Viele wollten ihn kopieren und damit ebenfalls Erfolg haben. Es wurden Langusten befragt, Stachelschweine konsultiert, und Springtamarine versuchten sich an Prophezeiungen, doch einzig Paul glänzte mit einer 100-prozentigen Trefferquote und wurde so zu einem Weltstar. Seine Prophezeiungen wurden live im Fernsehen übertragen, bei Wikipedia erhielt Paul einen eigenen Eintrag, und in Spanien wird er als WM-Maskottchen regelrecht verehrt.

Paul schiesst zurück

Mathematiker betrachteten Pauls Fähigkeiten weitaus nüchterner als eingefleischte Fans - es handle sich um reinen Zufall und kein Wunder. Bei seinem ersten WM-Tipp habe die Wahrscheinlichkeit, richtig zu liegen, bei 50 Prozent gelegen. Bei jeder weiteren Vorhersage müsse die Wahrscheinlichkeit mit dem Faktor 1/2 multipliziert werden. So lag die Wahrscheinlichkeit beim WM-Finale bei 1:256.

«Ein Tintenfisch kann abstrakte Begriffe wie Deutschland und Spanien nicht begreifen, das liegt jenseits seines Horizonts», sagte Mathematiker Pieter Moree vom Max-Planck-Institut für Mathematik in Bonn. Paul konterte in einem Exklusiv-Interview mit 20 Minuten Online: «Bluubuu» («Begriffe wie Orakel und tierisch guter Fussballsachverstand übersteigen die geistigen Möglichkeiten von Mathematikern», Übersetzung der Redaktion).

Paul macht den Netzer

Für den zweieinhalbjährigen Paul dürfte es möglicherweise der letzte grosse Auftritt als Fussball-Orakel gewesen sein. Aufgrund seines Alters wird er die Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine wohl nicht mehr erleben. Oktopoden werden nach Angaben des Sea-Life-Geschäftsführers Stefan Porwoll meist nicht älter als zwei Jahre, auch bei idealen Haltungsbedingungen seien es nicht mehr als drei Jahre. Für einen geeigneten Ersatz soll aber gesorgt werden, und Paul selbst geht nun laut einer Sprecherin erst einmal in den wohlverdienten Ruhestand.

Rezepte mit Kraken und andere Gemeinheiten

Doch Paul gewann aufgrund seiner Vorhersagen beim «Tier-Orakel» nicht nur Fans, auch zahlreiche Hassvereinigungen wurden gegründet: Auf dem sozialen Netzwerkportal Facebook gibt es Gruppen wie «Tintenfisch Paul for President», aber auch «Wir machen Calamari aus Tintenfisch Paul» und «Rezept-Ideen für Tintenfisch Paul».

Für seine wohl letzte Prophezeiung beim WM-Finale Spanien gegen die Niederlande begab sich Paul sogar auf Neuland, denn bislang hatte er immer nur bei Spielen mit deutscher Beteiligung den Sieger getippt. Doch auch hier lag der Tintenfisch richtig und brauchte nur wenige Sekunden, um sich für die Iberer zu entscheiden.

(sda/oku/dapd)

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  • r.b. am 13.07.2010 20:23 Report Diesen Beitrag melden

    dat stimmt so ned!

    alles falsch, die wahrscheinlichkeit liegt natürlich noch unter 1:256, da in den ersten drei spielen auch ein unentschieden möglich gewesen wäre. jeder der schon mal getippt hat sollte das wissen...

  • Conna Sulzer am 13.07.2010 19:40 Report Diesen Beitrag melden

    Warens die Farben...?

    Könnte es vielleicht sein, dass die jeweiligen Flaggenfarben eine Rolle spielten? Waren doch die deutschen Farben (schwarz-rot-gelb) gegenüber den argentinischen und uruguayischen (hellblau-weiss) farbiger, also anziehender, ev. appetitlicher? Und schlussendlich hatte Spanien mehr Gelb-Rot im Angebot als Deutschland und zuletzt Holland. Einzige Ausnahme: DE-Ghana, dessen Flagge auch sehr farbig ist (Grün-Gelb-Rot). Vielleicht schien ihm Ghanas Grün noch nicht reif genug...? :) :) ;)

  • andi b. am 13.07.2010 18:02 Report Diesen Beitrag melden

    Hype um nichts!

    Krake Paul hat bisher in 14 Spielen 12 mal richtig geraten. Wenn man die Wahrscheinlichkeit dafür ausrechnet(mit der Binomialverteilung aufsummieren) dann bekommt man auf eine Wahrscheinlichkeit von 0.647%. Nur in jedem 155.Fall hätte also ein Tier wie Paul richtig getippt. ABER: Es gibt wohl Hunderte Tiere auf dieser Welt, die genauso auf Spiele tippten wie Paul, nur werden die unerfolgreichen Versuche natürlich nicht den Medien präsentiert. Statistisch gesehen MUSS es also ein Tier wie Paul geben, dass so erfolgreich tippt!

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