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EM-Feier 1988
11. Juli 2010 19:03; Akt: 11.07.2010 19:04 Print
Als vor Freude die Hausboote sanken
von Reto Fehr - 1988 war Holland im Ausnahmezustand: Die Oranje hatte den EM-Titel gewonnen und liess sich in den Grachten Amsterdams feiern. Hunderttausende Fans waren dort – und kenterten Hausboote. Oder doch nicht?
Was war das für ein Fest: Holland besiegte im EM-Endspiel die Sowjetunion mit 2:0 und sicherte sich den bisher einzigen grossen Titel. Kurz nach der Rückkehr der Stars um Gullit, Rijkaard und van Basten genossen die Spieler eine Triumphfahrt durch die legendären Grachten in Amsterdam. An den Ufern der Kanäle jubelten ihnen hunderttausende Fans zu. Sie hüpften am Ufer, johlten auf kleinen Booten oder sprangen vor Freude ins Wasser.
Hunderttausende feierten 1988 an den Grachten in Amsterdam.
Obwohl viele behaupten, Hausboote seien damals gesunken, soll kein einziges wirklich untergegangen sein.
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Amsterdam ist überfüllt
Die Polizei erklärt rund 90 Minuten vor dem Anpfiff des Finals, dass es keinen Platz mehr für weitere Fans hat. Die Ordnungshüter müssen Zufahrtsstrassen absperren. Holland dreht im positiven Sinn durch!
Um so nah wie möglich an den Fussballern zu sein, wurden selbst Hausboote gestürmt. Unzählige Fans tanzten auf den Dächern, welche die Last kaum tragen konnten. Einige Hausboote sollen gar gesunken sein. Beim Anblick der Bilder (Video oben) liegt diese Vermutung nahe.
Mythos um gesunkene Boote
Doch das Ganze soll ein Mythos sein. Die Schäden an den privaten Hausbooten waren teilweise wohl immens, grosse Teile des Hausrats sollen verloren gegangen sein, aber gesunken sei keines, wie eine Untersuchung der Polizei in der Folge ergab. Trotzdem denken viele Hausbootbesitzer mit Schrecken an die Jubelfeier 1988 zurück. Einige haben gar private Sicherheitsbeauftragte organisiert, um die Fans vom Sturm auf die Boote abzuhalten.
Strecke mit wenigen Hausbooten
Auch die Offiziellen erinnern sich an 1988. Bürgermeister Eberhard van der Laan frohlockt gegenüber AT5: «Das war fantastisch!» Es war wohl eine der grössten Partys, welche Holland je gefeiert hatte. Jetzt soll sich das Spektakel wiederholen. Auch die Organisatoren haben Polizei und Sicherheitsbeamte aufgeboten, um die Hausboote zu schützen. Zudem wurde die Triumph-Fahrt so gelegt, dass sie nur durch Wasserstrassen mit wenigen Hausbooten führt. Deren acht sollen es sein.
Die Hausbootbesitzer drücken auf jeden Fall Spanien die Daumen. Nicht wie sonst in weiten Teilen Hollands dominiert die Farbe Orange das Bild in den Grachten. Denn wenns mit dem Titel nicht klappt, wird das Team nur auf dem Amsterdamer Museumsplein geehrt.





















