Fifa Fussballweltmeisterschaft
NewsNews

Alle Infos über das Sport-Highlight des Jahres.

EM-Feier 1988

11. Juli 2010 19:03; Akt: 11.07.2010 19:04 Print

Als vor Freude die Hausboote sankenAls vor Freude die Hausboote sanken

von Reto Fehr - 1988 war Holland im Ausnahmezustand: Die Oranje hatte den EM-Titel gewonnen und liess sich in den Grachten Amsterdams feiern. Hunderttausende Fans waren dort – und kenterten Hausboote. Oder doch nicht?

Der TV-Player benötigt einen aktuellen Adobe Flash Player: Flash herunterladen
Triumphfahrt durch die Amsterdamer Grachten. Szenen mit überfüllten Hausbooten nach ca. 1:30 und ca. 3:15 Minuten. (Quelle: YouTube) Im Grossformat auf dem Videoportal Videoportal
  • Artikel per Mail weiterempfehlen
Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Was war das für ein Fest: Holland besiegte im EM-Endspiel die Sowjetunion mit 2:0 und sicherte sich den bisher einzigen grossen Titel. Kurz nach der Rückkehr der Stars um Gullit, Rijkaard und van Basten genossen die Spieler eine Triumphfahrt durch die legendären Grachten in Amsterdam. An den Ufern der Kanäle jubelten ihnen hunderttausende Fans zu. Sie hüpften am Ufer, johlten auf kleinen Booten oder sprangen vor Freude ins Wasser.

Umfrage
Wer wird Fussball-Weltmeister?
45 %
55 %

Um so nah wie möglich an den Fussballern zu sein, wurden selbst Hausboote gestürmt. Unzählige Fans tanzten auf den Dächern, welche die Last kaum tragen konnten. Einige Hausboote sollen gar gesunken sein. Beim Anblick der Bilder (Video oben) liegt diese Vermutung nahe.

Mythos um gesunkene Boote

Doch das Ganze soll ein Mythos sein. Die Schäden an den privaten Hausbooten waren teilweise wohl immens, grosse Teile des Hausrats sollen verloren gegangen sein, aber gesunken sei keines, wie eine Untersuchung der Polizei in der Folge ergab. Trotzdem denken viele Hausbootbesitzer mit Schrecken an die Jubelfeier 1988 zurück. Einige haben gar private Sicherheitsbeauftragte organisiert, um die Fans vom Sturm auf die Boote abzuhalten.

Strecke mit wenigen Hausbooten

Auch die Offiziellen erinnern sich an 1988. Bürgermeister Eberhard van der Laan frohlockt gegenüber AT5: «Das war fantastisch!» Es war wohl eine der grössten Partys, welche Holland je gefeiert hatte. Jetzt soll sich das Spektakel wiederholen. Auch die Organisatoren haben Polizei und Sicherheitsbeamte aufgeboten, um die Hausboote zu schützen. Zudem wurde die Triumph-Fahrt so gelegt, dass sie nur durch Wasserstrassen mit wenigen Hausbooten führt. Deren acht sollen es sein.

Die Hausbootbesitzer drücken auf jeden Fall Spanien die Daumen. Nicht wie sonst in weiten Teilen Hollands dominiert die Farbe Orange das Bild in den Grachten. Denn wenns mit dem Titel nicht klappt, wird das Team nur auf dem Amsterdamer Museumsplein geehrt.

WM 2010 aktuell