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Die Technik ist bereit

28. Juni 2010 12:49; Akt: 28.06.2010 18:50 Print

An Möglichkeiten mangelt es nichtAn Möglichkeiten mangelt es nicht

von M. Brand und P. Reich - Kaum ein WM-Spiel, in dem nicht ein Schiedsrichterentscheid im Mittelpunkt steht. Die Fifa aber bleibt stur – obwohl es genügend technische Hilfsmittel gäbe.

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Frank Lampards Tor zum 2:2, das der Schiedsrichter irrtümlicherweise nicht gab. (Video: SF) Im Grossformat auf dem Videoportal Videoportal
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Die jüngsten Vorfälle beweisen: Im Fussball müssen endlich technische Hilfsmittel her, welche die zahlreichen Fehlentscheide der Schiedsrichter verhindern oder zumindest mindern. Bei beiden WM-Achtelfinalspielen vom Montag, also Deutschland - England und Argentinien - Mexiko, war der Unparteiische mit einer falschen Entscheidung matchentscheidend. Spieler, Funktionäre und Fans toben – und der Weltfussballverband schweigt einmal mehr. «Die Fifa kommentiert die Entscheidungen der Schiedsrichter auf dem Feld nicht», hiess es nach dem nicht gegebenen Tor von Englands Frank Lampard. Auch eine Diskussion über mögliche technische Hilfsmittel wie Video-Beweis oder Chip-Ball solle es derzeit nicht geben, hiess es vom Weltverband. «Solche Pläne sind mir zur Zeit nicht bekannt», wehrte Fifa-Mediendirektor Nicolas Maingo die Fragen der Journalisten ab.

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Immerhin hatte Sepp Blatter im Januar durchblicken lassen, dass die Einführung des Videobeweises für strittige Torszenen für die kommende Fussball-WM 2014 in Brasilien ein Thema sei (20 Minuten Online berichtete). Allerdings nur «wenn die Systemsicherheit gegeben ist». Dass dies kein Problem sein wird, beweisen Sportarten wie Eishockey, Tennis und Rugby, wo der Videobeweis schon seit Längerem zum Einsatz kommt.

Auch Schiedsrichter fordern Hilfsmittel

Spieler, Experten, Fans und auch Schiedsrichter fordern endlich den Einsatz von technischen Hilfsmitteln. Der dreimalige Weltschiedsrichter Markus Merk hatte bereits 2008 ein 30-seitiges Arbeitspapier verfasst, in dem er zum Schluss kam, dass «100 Prozent der klaren Fehler» von Schiedsrichtern mit Hilfe des Videobeweises vermieden werden könnten. «Ich wundere mich über die Aussage, dass Fehler zum Fussball gehören. Auch ich will, dass der Fussball schnell bleibt, emotional und ohne grosse Unterbrechungen. Aber man muss über Veränderungen nachdenken», so Merk damals zum «Focus». Seither sind zwei Jahre vergangen; diskutiert wurde viel, unternommen jedoch nichts. Dabei hatte der ehemalige Spitzen-Ref sogar konkrete Vorschläge auf Lager, wie der Videobeweis umgesetzt werden könnte. «Ich stelle mir vor, dass ein Vertreter der beiden Mannschaften und der Schiedsrichter je zwei Möglichkeiten zum Vetorecht haben», so Merk. Die Erfahrung zeige, dass das ausreichen würde, um die meisten Fehlentscheidungen zu überprüfen. Eine Mischung also aus Tennis, wo die Spieler eine «Challenge» verlangen können, und aus Eishockey, wo der Schiedsrichter entscheidet, wann er das Video konsultieren will.

Torrichter heftig umstritten

Das einzige Zugeständnis, das bisher von Verbandsseite her gemacht wurde, ist der Einsatz von Torrichtern. Diese wurden von der Uefa in der abgelaufenen Europa-League-Saison erstmals eingesetzt. Die Torrichter sollten für Klarheit bei strittigen Torszenen sorgen, aber auch den Strafraum überwachen. Die Resonanz der Spieler und Trainer fiel jedoch kritisch aus. So sagte beispielsweise Werder-Bremen-Manager Klaus Allofs zum deutschen «Sportinformationsdienst»: «Ich halte nichts davon. Das hat uns nicht weitergebracht. Der Aufwand lohnt sich nicht. Im Gegenteil: Einige Entscheidungen in der Nähe der Torrichter waren nicht so gut.»

Trotzdem will die Uefa den Test für die kommende Saison auf die EM-Qualifikation und die Champions League ausweiten. Und auch bei der EM 2012 in Polen und der Ukraine sollen zwei Schiedsrichter mehr auf dem Platz stehen. Dies muss allerdings noch vom «International Football Association Board» IFAB bewilligt werden.

Zahlreiche Möglichkeiten

Aktuell wird vor allem über den Videobeweis diskutiert, auch der Mikrochip im runden Leder stand jedoch bereits im Fokus. Denkbar sind verschiedene technische Möglichkeiten. 20 Minuten Online stellt die Lösungsvorschläge vor:

Klassischer Videobeweis: Der Unparteiische kann eine strittige Entscheidung am Monitor neben dem Spielfeld überprüfen und richtig stellen, falls es nötig sein sollte. Im American Football wird dieses Verfahren seit Jahren erfolgreich angewendet. Allerdings müsste beim Fusball das Spiel bei jeder Videokonsultation unterbrochen werden, was zu ungewünschten Verzögerungen führen würde.

Torkamera: Wie beim Eishockey beobachten mehrere Kameras das Tor. Sobald der Ball die Torlinie überquert hat, bekommt der Schiedsrichter ein entsprechendes Signal und kann dann blitzschnell auf Tor oder kein Tor entscheiden.

Mikrochip im Ball: Ein Mikrochip im Ball sorgt dafür, dass Sensoren am Torgehäuse dem Schiedsrichter melden, ob das runde Leder nun tatsächlich hinter der Linie war oder eben nicht. Voraussetzung ist, dass die Technik auch einwandfrei funktioniert, was bei den ersten Tests aber noch nicht der Fall war. Immerhin müsste dabei das Spiel nicht dauernd unterbrochen werden.

Hawk-Eye: Im Tennis überprüft das Adlerauge, ob ein Ball im Aus oder noch im Spielfeld gelandet ist. Jeder Spieler kann pro Satz drei Neubewertungen des Punktgewinns verlangen. Analog könnte das «Hawk-Eye-System» auch im Fussball eingesetzt werden. Die Trainer beider Mannschaften sowie der Schiedsrichter könnten je zweimal pro Spiel ihr Veto einlegen.

Torrichter: Hinter beiden Toren steht je ein zusätzlicher Schiedsrichter-Assistent, der primär das Geschehen im Strafraum beobachten soll. Kommt es zu einer strittigen Szene, beispielsweise, ob der Ball die Linie vollständig überquert hat oder nicht, kann der Torrichter per Head-Set sofort den Hauptschiedsrichter informieren. Der Einsatz von Torrichtern wurde vergangene Saison im Rahmen der Europa League zum ersten Mal getestet.

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  • Manuel am 29.06.2010 13:30 Report Diesen Beitrag melden

    Die Person des Schiris ist zu wichtig

    Finde den Fussball eben gerade deshalb so toll weil die Tore vor den Augen des Unparteiischen erzielt werden müssen. Die Bankenkrise hat es ja gezeigt es kann uns eben nicht egal sein wie Ergebnisse erzielt werden. Der Schiedsrichter muss sie auch anerkennen sonst geht der Schuss nach hinten los. Das Problem in dieser Frage ist nicht die Fifa sondern jene Medien die zwar Fussball zeigen aber nichts davon verstehen.

    • Philippe Stöckli am 03.07.2010 14:49 Report Diesen Beitrag melden

      Und die Stürmer ????

      Warum werden eigentlich Stürmer, die eine hundert %-tige Chance vergeben, nicht an den Pranger gestellt ? Sie verdienen zudem ein hundertfaches Gehalt, im Gegen- satz zu den Schiris !!!!! Eben leider auch wie im richtigen Leben... Der Bankkadermann zum Schalterangestellten !!! Es lebe die Illusion Fussball !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

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  • P Fischer aus NZ am 28.06.2010 22:06 Report Diesen Beitrag melden

    Video Ref

    Beim Rugby hat man schon seit etlicher Zeit den Video Referee. Das koennte man aehnlich und siche ohne allzugrossem Aufwand auch beim Fussball einfuehren. Waehrend solchen 'Pausen' (auch zB waehrend verletze Spieler betreut werden) wird die Spielzeit gestoppt. Somit kann das Spiel ohne extra Ueberzeit die vollen 90 minuten gehen. Halb- und Vollzeit ist dann, wenn der Ball am Ende des Spieles 'out' ist. Die FIFA kann sich das sicher leisten und der Schiri kann somit Entscheidungen gezielter machen.

  • angelo vonbergen am 28.06.2010 20:51 Report Diesen Beitrag melden

    Blatter

    Sorry Vreni, aber Blatter und Platini machen nichts anderes als den Fussball zu verschlechtern. Er hat viel für Afrika getan, soll ich jetzt lachen? Was hat er genau für Afrika getan?? Die WM nach Südafrika gebracht!? Glaube , dass man all das Geld, was die Südafrikaner für die Stadien ausgegeben haben, besser in die Armutsbekämpfung gesteckt hätte. So eine WM ist niemals ein Gewinngeschäft, vorallem nicht über längere Zeit, alles Gebaute kostet einen riesen Unterhalt und ich bezweifle schwer, dass Südafrika dies bezahlen kann. So oder so, nicht Afrika profitiert, sondern Blatter und Co.

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